Skandalspiel

Asterlagen-Eklat: Gegner untermauert Bestechungsvorwürfe

Auf dem Asterlager Aschenplatz ging es am Samstag hoch her.

Auf dem Asterlager Aschenplatz ging es am Samstag hoch her.

Foto: FUNKE Foto Services

Moers.  Das abgebrochene Skandalspiel TuS Asterlagen gegen den Büdericher SV geht in eine dritte Runde. Drohungen und Bestechungsvorwürfe stehen im Raum.

TuS Asterlagen gegen den Büdericher SV – das skandalöse Kreisliga-A-Relegationsspiel zum Abschluss der Saison im Fußball-Kreis Moers wird auch noch in eine dritte Runde gehen. Nach dem Spielabbruch wegen der tätlichen Angriffe auf die Schiedsrichter und der Spruchkammer-Verhandlung vom Mittwochabend, bei der mehrjährige Sperren gegen einen Asterlager Spieler und den Mannschaftsbetreuer ausgesprochen worden waren, stehen nun auch noch die Vorwürfe der massiven Bedrohung und der Bestechung im Raum.

„Uns ist Geld geboten worden, um absichtlich hoch zu verlieren. Wir sind darauf aber nicht eingegangen. Wir sind nicht bestechlich“, erklärte Büderichs Trainer Stefan Tebbe als Zeuge vor der Spruchkammer. „Der Trainer ist ein Ehrenmann. Wenn er das sagt, wird es seine Richtigkeit haben“, sagte Büderichs Vorsitzender Simon Schwirtz gegenüber dieser Redaktion.

Kein „richtiger Fußball“ von Büderich

Das Asterlager Dementi, das am Mittwochabend noch ausgeblieben war, kam mit Verspätung. „So etwas hat es nicht gegeben“, betont TuS-Obmann Engin Altun entschieden, „aber man muss sich auch die Frage stellen, ob Büderich im zweiten Spiel beim 1:8 in Xanten richtig gespielt hat. Ich war vor Ort und habe keinen richtigen Fußball von Büderich gesehen.“

Gegen TuS-Trainer Tugay Yilmazer wird wegen verbaler Bedrohung der Büdericher ermittelt. „Ihr kommt hier nicht mehr lebend raus“ und „Wir stechen Euch ab“, sollen gefallen sein, wie diverse Büdericher Zeugen in der Spruchkammer-Sitzung erklärten. Trainer Yilmazer gegenüber dieser Redaktion: „Ich streite entschieden ab, dass diese Sätze gefallen sind. Warum steht davon nichts im Spielbericht? Büderich hätte das doch den Schiedsrichtern melden müssen, wenn es so gewesen wäre.“

Der Spruchkammer-Vorsitzende Heinz Kremer (SV Viktoria Birten) hatte am Ende der fast vierstündigen Spruchkammer-Sitzung gegen die Asterlager Übeltäter, die gegen die Schiedsrichter gewalttätig geworden waren, nicht „lebenslänglich“ verhängt. Das wären auf Amateurfußball-Ebene acht Jahre gewesen. Aber sieben Jahre Sportverbot gegen Teambetreuer Oguzhan Aknur sowie fünfeinhalb Jahre Sperre gegen Spieler Kerim Kücük, der als Verursacher des Spielabbruchs auch noch mit 150 Euro zur Kasse gebeten wurde, waren durchaus ein Brett.

Beide dürfen sich zudem 18 und zwölf Monate bei Spielen des TuS Asterlagen nicht mehr auf dem entsprechenden Sportplatz blicken lassen. Dazu müssen beide einen Kurs in Gewalt-Prävention beim Fußballverband Niederrhein absolvieren. Der wie Kücük gegen Büderich des Feldes verwiesene TuS-Verteidiger Ömer Camuralioglu wurde wegen Spucken eines Kaugummis gegen einen Gegenspieler zu fünf Monaten Spielsperre verdonnert.

Die Asterlager müssen in der kommenden Hinrunde sämtliche Spiele auf eigene Kosten unter eine Kreis-Aufsicht stellen lassen. Wegen unsportlichem Verhalten zahlt Asterlagen 750 Euro in die Verbandskasse.

„Ich finde, das Urteil ist gerecht. Natürlich haben die Asterlager Reue gezeigt. Aber die Wucht mancher Schlagzeile, die deutschlandweit über den Verein verbreitet wurde, hat niemand verdient“, erklärte FVN-Vizepräsident Jürgen Kreyer, „trotzdem sind hier zwei Schiedsrichter massiv tätlich angegriffen worden. Es musste auch mal ein Zeichen für unsere Schiedsrichter her.“

In der Verhandlung stellte sich heraus, dass Referee Samet Alpaydin (SC Rheinkamp) an den Hals geschlagen und gegen den Oberschenkel getreten worden war. Sein Assistent Tobias Koch (Rot-Weiß Moers) wurde vom Asterlager Mannschaftsbetreuer mit einem Tritt in den Rücken zu Boden gestreckt und war dann mindestens noch zweimal getreten worden.

„Das ist eine brutale Sache, die wir hier so noch nicht erlebt haben“, hob Spruchkammer-Chef Kremers hervor. Die Schiedsrichter mussten fliehen. Alpaydin schloss sich nach einer Hetzjagd über das Spielfeld im Heizungsraum des Klubhauses ein, seine beiden Assistenten flüchteten kurz darauf auf die Damentoilette. „Danach haben wir uns dann vorsichtshalber zu dritt in einem Raum eingeschlossen, bis die Polizei kam“, so Alpaydin.

Beide Übeltäter zeigten Reue. „Ich habe einen schweren Fehler gemacht und kann mich nur bei allen entschuldigen. Vor der Strafe kann ich allerdings nicht davonlaufen“, erklärte Kücük, dem die Verhandlung sichtbar nahe ging. Ob der Spieler noch einmal auf den Platz zurückkehren wird? Bis zum 14. Dezember 2024 fließt noch eine Menge Wasser den Rhein hinunter.

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