Fußball

Oesbern: Wenn aus der Spielermama eine Betreuerin wird

Nicht nur eine Familie, sondern auch eine Mannschaft: Amirah Alakmeh, Mutter Jutta Alakmeh und Kamlah Alakmeh (von links).

Nicht nur eine Familie, sondern auch eine Mannschaft: Amirah Alakmeh, Mutter Jutta Alakmeh und Kamlah Alakmeh (von links).

Foto: Dietmar Reker

Menden.  Amirah und Kamlah spielen Fußball. Von der Vorliebe war Mutter Jutta Alakmeh zunächst nicht begeistert. Jetzt hat sie das Fußballfieber gepackt.

Vor dem Start einer neuen Fußballsaison gibt es viel zu tun: Der Kader wird auf Vordermann gebracht, die Trainingseinheiten geplant und alte Trikotsätze gegebenenfalls durch Neue ersetzt. Aber es werden auch eifrig die Mannschaftsfotos geschossen. Und auf diesen Bildern bekommt man dann auch schon mal den Betreuer des jeweiligen Teams zu Gesicht. Ansonsten arbeitet dieser meistens aber im Hintergrund. Bei den Fußballfrauen des SV Oesbern ist das aber nicht der Fall, denn da ist Jutta Alakmeh ein wichtiger Bestandteil des heimischen Branchenführers in Sachen Frauenfußball.

Anfänge ohne Begeisterung

Alakmeh ist einfach nicht wegzudenken. Zumal die 57-jährige Lendringserin nicht nur Betreuerin beim Landesligisten ist, sondern gleichzeitig auch die Mutter der beiden SVÖ-Kickerinnen Kamlah und Amirah Alakmeh.

Bei der Frau Mama sorgte die Begeisterung ihrer beiden Töchter für den Fußball nicht gerade für Jubelstürme. „Die beiden wollten schon immer Fußball spielen. Anfangs konnte ich das ja noch hinausschieben. Doch nach der WM 2006 gab es dann kein Halten mehr“, erinnert sich Jutta Alakmeh an die Anfänge ihrer „Beziehung“ mit dem Fußball. „Ich hatte halt Sorgen, dass sie sich weh tun könnten“, will Jutta Alakmeh auch nicht verschweigen, dass sie Ängste um die körperliche Unversehrtheit ihres Nachwuchses hatte. Doch nach dem „Sommermärchen 2006“ ging es für die Alakmeh-Schwestern doch in einen Verein. „Und weil der BSV Lendringsen damals eine U11-Mächenmannschaft hatte, haben die beiden dort angefangen“, erzählt die Fußball-Mama von den Anfängen ihrer beiden Schützlinge.

Doch der anschließende Wechsel zum Herzensverein SV Oesbern ließ dann nicht mehr lange auf sich warten. Auch bei Mutter Jutta Alakmeh wurden daraufhin die Bande zum Fußball immer enger. Vor allem, als aus der Spieler-Mutti die Mannschaftsbetreuerin wurde. das mag vor allem daran liegen, dass der Zusammenhalt bei den Fußball-Frauen unglaublich groß ist. „Das ist eine richtige Mannschaft“, lobt Jutta Alakmeh das Auftreten des Teams vom Habicht. „Ich habe noch nie erlebt, dass sich die Mädchen gestritten haben. Da gibt es sicherlich mal Differenzen, doch dann wird darüber geredet, und alles ist wieder in Ordnung“, sagt die SVÖ-Betreuerin. Als Beispiel führt sie die letzten Mannschaftsfahrten des Teams an. „Da hat es nie Ärger gegeben.

Mehr als nur zwei Töchter

Für Jutta Alakmeh liegt der Mannschaftsgeist auch in der Zusammensetzung des Teams. „Wir haben Spielerinnen, die über 30 sind, aber auch junge Frauen mit gerade mal 20- oder 21 Jahren. „Das passt einfach“, so Jutta Alakmeh, die einen Einblick ins Mannschaftsinnere hat. Ihre Tochter Kamlah ist 21 Jahre, Amirah ist 20 Jahre jung. „Die Beiden wissen, dass ich beim Fußball zunächst die Betreuerin bin und dann erst die Mama“, sagt Jutta Alakmehr, die aber lachend zugibt, dass die Zahl ihrer Töchter mittlerweile um ein Vielfaches größer geworden ist. „Ich ärgere mich nicht nur, wenn meine Töchter sich weh tun. Ich werde sauer, wenn sich auch andere unserer Spielerinnen verletzen.“ Das Tochter Kamlah aufgrund ihres Studiums nicht mehr regelmäßig dabei ist, schmälert den Spaß am Fußball kaum. Trainer Marcus Potthoff ist für Jutta Alakmeh sicherlich einer der Gründe für das disziplinierte Auftreten der Oesberner Fußballfrauen.

Auch der Coach schätzt den Wert der Arbeit der Betreuerin für seine Spielerinnen als sehr hoch ein. „Jutta Alakmeh ist für unser Mannschaft sehr wichtig. Sie erledigt viele Dinge, die dem Team die Arbeit erleichtern“, sagt SVÖ-Coach Potthoff. „Jeder Verein kann sich glücklich schätzen, solche Mitarbeiter zu haben“, fügt Matthias Schneider, Frauenobmann des SV Oesbern, hinzu. Dass der Fußball im Hause Alakmeh einen großen Teil des Alltags bestimmt, mag die SVÖ-Betreuerin nicht verschweigen. Schließlich gibt es noch einen weiteren Fußballer in der Familie. Der Sohnemann spielt in der A-Jugend der DJK Bösperde. „Und da muss ich auch dabei sein“, ist das Interesse Jutta Alakmehs an den Spielen des Sohnes genauso groß. Das Herz bei den Alakmehs schlägt halt im Takt „Fuß - Ball“.

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