Menden ist deutscher Meister

Im letzten Drittel krönt Menden eine ganze Saison

Deutscher Meister 2019 im Inline-Skaterhockey: Die Damen der Menden Mambas jubeln nach der Pokalübergabe im goldenen Konfettiregen. Die Freude nach dem Ende der Partie kennt keine Grenzen und es wird ausgelassen gefeiert.

Deutscher Meister 2019 im Inline-Skaterhockey: Die Damen der Menden Mambas jubeln nach der Pokalübergabe im goldenen Konfettiregen. Die Freude nach dem Ende der Partie kennt keine Grenzen und es wird ausgelassen gefeiert.

Foto: Dietmar Reker

Menden.  Was war das für ein Finale – erst im allerletzten Drittel der Saison können sich die Frauen der Menden Mambas zum deutschen Meister küren.

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Um 16.30 Uhr wurden die letzten zehn Sekunden des Spiels von den zahlreichen Fans auf der gut gefüllten Tribüne des Zöpidrom in Sümmern heruntergezählt, dann kannte auch der Jubel bei den Skaterhockey-Damen des Mendener SC Mambas keine Grenzen mehr. Im dritten entscheidenden Spiel gewann der MSC mit 8:5 (3:2, 1:2, 4:1) gegen die Duisburg Ducks und die Spielerinnen lagen alle jubelnd übereinander. Nach 2010 (2:1-Sieg in Duisburg) wurde nun wieder in heimischen Gefilden der Titel gefeiert. Bei der Siegerehrung regnete es gelbes Konfetti, die Buchstaben der Mambas waren an der Zeitnahme aufgestellt und danach durfte die Siegesparty steigen.

„Wir wollten eigentlich auch den ISHD-Pokal sowie den Europapokal-Titel holen, aber der Meistertitel bedeutet mir auch sehr viel. Ich bedanke mich für den Rückhalt im Verein und auch bei meiner Mannschaft. Das war jetzt mein letztes Spiel an der Bande. Der erste Umbruch des Teams wurde jetzt eingeleitet, doch aufgrund meines dualen Studiums könnte ich das so intensiv nicht weiter begleiten. Wenn Not am Mann ist würde ich einspringen und die Damen nicht im Regen stehen lassen“, sagte Mambas-Trainer Till Linke. Ein Nachfolger steht übrigens noch nicht fest.

Auch die Kapitänin Charlotte Schwarz strahlte wie alle um die Wette. Sie meinte nach der Partie: „Das war sehr spannend und knapp. Das Spiel in Duisburg hat gezeigt, dass hier die zwei besten Mannschaften aus Deutschland sich gegenüber stehen. Wir sind die Comeback-Queens, denn auch nach Rückständen haben wir gewonnen.“

Die Krönung einer tollen Karriere

Für eine der erfahrenen Spielerinnen, Meike Zöpnek, war der Meistertitel noch einmal die Krönung auf eine tolle Karriere. „Duisburg gab alles, das Spiel hätte noch einmal eng werden können. Das ist eine super Saison und unser Trainer Till Linke hat eine gute Truppe aus uns gemacht. Ich werde jetzt erst einmal eine Pause machen, doch ich stehe noch bei der zweiten Schülermannschaft an der Bande und trainiere die Bambinis.“

Ob Meike Zöpnek noch einmal selbst spielen wird, hielt sie sich offen. Sie konnte in der entscheidenden dritten Partie mit dabei sein, da sie in der Vorwoche in Duisburg nach einem Foul zum Glück nur eine leichte Gehirnerschütterung und eine Kieferprellung davon getragen hatte.

Linke kuschelt mit dem Pokal

Nun wird der Siegespokal jeden Tag bei einer anderen Spielerin zu Gast sein. Am gestrigen Mittag sagte Trainer Till Linke, er würde gerade mit dem Pokal „kuscheln“. Mit einer Kabinenparty am kommenden Freitag soll dann die Siegesfeier im Zöpidrom Sümmern steigen.

Das Spiel selbst war an Spannung nicht zu überbieten. Schon im ersten Drittel wurde das entscheidende Duell eine wilde Fahrt. Die Duisburgerinnen gingen zwei Mal durch Manuela Kindler (0:1/7.) und Kira Riepe (1:2/14.) in Front, doch die Mambas schlugen durch Michelle Lübbert (1:1/13.) sowie Meike Zöpnek (2:2/15.) zurück. Nach 16 Minuten und 50 Sekunden lag der MSC durch Michelle Lübbert das erste Mal in Führung (3:2). „Im ersten Drittel haben wir das gespielt was wir wollten“, freute sich MSC-Trainer Till Linke.

Im Mittelabschnitt erhöhte Duisburg die Schlagzahl, kam durch Manuela Kindler zum 3:3 (31.), aber die Mambas blieben unbeeindruckt, trafen auf der Gegenseite in die Drangperiode des Gegners durch Michelle Lübbert zum 4:3 (32.). Die Freude währte jedoch nur 126 Sekunden, dann war Sally Klöser mit dem Ausgleich zur Stelle (34.). „Wir wollten hier wie Duisburg spielen, doch das können wir nicht“, machte MSC-Trainer Till Linke seine Schützlinge für das letzte Drittel noch einmal richtig heiß.

In 108 Sekunden das Spiel entschieden

Jetzt kamen die 108 Sekunden, die den Hönnestädterinnen den Titel bescherten. In einer Überzahlsituation setzte Meike Zöpnek mit einem Schlagschuss von der Mittellinie den Ball in die Maschen (46.). Die Mambas setzten weiter nach, da waren gerade 74 Sekunden vergangen, als Michelle Lübbert den Ball zum 6:4 ins Eck setzte (47.). Aber damit noch nicht genug, Aileen Jörgens schob 34 Sekunden später das Spielgerät aus kurzer Distanz zum 7:4 über die Torlinie (48.). Das Zöpidrom in Sümmern glich einem Tollhaus und bei den Gästen sah man schon den einen oder anderen hängenden Kopf.

Die Duisburg Ducks drängten auf den Anschluss und Kira Riepe gab mit dem 7:5 der Hoffnung neue Nahrung (55.). Das Team aus dem Ruhrgebiet drückte weiter, aber Sally Klöser wurde wegen Stockschlags gegen MSC-Torfrau Anahit Gazarian mit einer Zeitstrafe belegt (58:02). In Überzahl (4-3) war nun für die Mambas der Druck aus dem Kessel genommen worden und Meike Zöpnek setzte 40 Sekunden vor dem Ende mit dem 8:5 den vielumjubelten Schlusspunkt.

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