Alpenüberquerung

Eine Tortur als Hochzeitsreise

Christoph und Diana Hussmann überglücklich im Ziel nach der Schlussetappe.

Christoph und Diana Hussmann überglücklich im Ziel nach der Schlussetappe.

Foto: Privat / WP

Fröndenberg.Mühsam kämpfen sich Diana und Christoph Hussmann den Anstieg hoch, die vielen Kilometer und Höhenmeter in den vergangenen Tagen liegen ihnen schwer in den Beinen. Doch auf dem Gipfel angekommen, entschädigt der Ausblick für alles. Der Transalpine Run ist einer der härtesten und zugleich spektakulärsten Trailläufe der Welt – das Ehepaar Hussmann hat diese Herausforderung gemeistert. Und das hat einen außergewöhnlichen Hintergrund.

Ende August, der Hochsommer ist zu Gast in Europa und sorgt mit all seinen Kapriolen für noch mehr Belastung, als die achttägige Route über 16.400 Höhenmeter ohnehin schon bereit halten. Knapp 300 Teams machen sich auf den Weg über die Westroute von Oberstdorf nach Italien zu dem großen Abenteuer der Alpenüberquerung zu Fuß.

Alpenüberquerung als Feuertaufe für die Ehe

Die Route des Team-Etappenlaufes führte in acht Tagen durch Österreich und die Schweiz nach Italien. Das große Finale fand dann am Samstag, 8. September in Sulden am Ortler in Südtirol statt. Bis dahin mussten die Athleten 274 km durchs hochalpine Gelände über Gipfel und Grate bewältigen. Mittendrin das Fröndenberger Ehepaar Christoph und Diana Hussmann.

Die beiden haben sich diese Herausforderung nicht ohne Hintergrund ausgesucht und es ist auch nicht das erste Mal, dass Diana und Christoph Hussmann sich auf den Weg über die Alpen machen. Bereits im Vorjahr machten sich die beiden Fröndenberger auf den Weg und überquerten die Alpen über die östliche Route – damals noch als frisch verheiratetes Paar unter dem Aspekt der letzten Bewährungsprobe für ein gemeinsames Eheleben. In diesem Jahr stellte die diesjährige Alpenüberquerung auf der Westroute nun die lang ersehnte Hochzeitsreise dar.

Umstellung für die Triathleten

„Das ist für uns eine Herausforderung, weil wir ja sonst als Triathleten eigentlich nicht auf eine Sportart beschränkt“, sagt Christoph Hussmann. Doch das Ehepaar bringt Erfahrung aus dem Vorjahr mit. Auch wenn sie alles andere als erfahrene Alpinläufer sind, so waren sie hoch motiviert und optimistisch, dass ihre gute Ausdauer, ihr starker Zusammenhalt und ihr eiserne Wille sie ins Ziel bringen wird.

Gelaufen wurde in Zweierteams mit Laufrucksäcken, die mit einer Pflichtausrüstung, bestehend aus einem Erste Hilfe Set, Wasser und langer, warmer Kleidung bestückt sein mussten. Die Teammitglieder selbst durften sich nicht weiter als zwei Minuten voneinander entfernen. Doch aller Vorbereitung zu trotz – der Wettergott meinte es nicht immer gut: Gewitter, Regen, Hagel und sogar Schnee blieben den Sportlern nicht erspart, wodurch sie mit einer zusätzlichen Belastung zu kämpfen hatten. „Auch wenn die Strecken wunderschön und abwechslungsreich waren, waren sie aber auch in gleichem Maße anspruchsvoll“, sagt Hussmann.

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Es dauerte nicht allzu lange, bis sich die ersten kleinen Blessuren bemerkbar machten. Von Tag zu Tag hatten immer mehr Athleten Probleme mit Verletzungen, oder mit den einzuhaltenden Zeitlimits zu kämpfen. Nach der sechsten Etappe, von Samnaun nach Scuol über 40 km konnten viele Teams das Rennen nicht zu Ende führen. Durch die Kälte und einen Hagelschauer, der anschließend in Dauerregen überging, hatten viele Läufer zu kämpfen und konnten die Zeiten nicht einhalten.

Kampf mit den Blessuren

Auch wenn die Hussmanns weiterhin hoch motiviert waren, machten die Blessuren vor ihnen auch keinen Halt, und die tägliche Belastung verbesserte die Situation nicht. Zudem kam die Müdigkeit dazu, die ihnen von Tag zu Tag sehr zu schaffen machte, und immer mehr Kraft kostete. Durchhalten war angesagt , als die letzte Etappe anstand. Jetzt hatten die Fröndenberger es schon so weit geschafft, dann sollte es auch noch bis nach Sulden klappen.

Nach acht langen, anstrengenden, aber sehr schönen, erlebnisreichen Tagen konnten Diana und Christoph Hussmann dann überglücklich den Zieleinlauf genießen. Sie hatten es tatsächlich geschafft. Ihre Gesamtlaufzeit für die Alpenüberquerung betrug 59:09:13 Std. Die vielen Eindrücke und Erlebnisse müssen erstmal sortiert und verarbeitet werden. Ihre abenteuerliche Hochzeitsreise werden die beiden Fröndenberger ein Leben lang in toller Erinnerung behalten.

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