Corona

Corona: Kein Tennis bis Juni – das sagen Vereine aus Menden

Die Tennisanlage des TC Menden – unbetreten. Die Tür bleibt auch erstmal verschlossen – wie lang, das ist noch unklar.

Die Tennisanlage des TC Menden – unbetreten. Die Tür bleibt auch erstmal verschlossen – wie lang, das ist noch unklar.

Foto: Livia Krimpelbein / WP

Menden.  Corona verschiebt die Tennissaison in den Juni. Wie wirkt sich das auf die Vereine in Menden aus – Thema Finanzen? Und wie halten sie zusammen?

Die Sonne scheint heller, die Temperaturen steigen, der März neigt sich dem Ende zu. Der Startschuss für die Tennissaison? In greifbarer Nähe. Eigentlich. Gäbe es da nicht das Coronavirus.

Aufgrund dessen hat der WTV jetzt entschieden: Die Saison 2020 startet erst am 8. Juni. Bis dahin sind alle Turniere, Mannschaftsspiele und Co. abgesagt.

Und das stellt die Mendener Tennisvereine vor große Fragezeichen – zumal ja gar nicht klar sein kann, ob es dann Anfang Juni nun losgeht oder nicht. Eine Herausforderung, an der einige Vereine zu knabbern haben.

Die Mitglieder

Solidarität – eine menschliche Eigenschaft, die im Moment ganz groß geschrieben wird. Und die zeigen auch die Mitglieder der Mendener Tennisvereine. Für die Klubs ist es eine Erleichterung – denn die Beiträge brauchen sie genau wie die Unterstützung.

„Auf die Mitgliedsbeiträge gibt es ja keinen Rückanspruch“, erklärt Karsten Hilburg, 1. Vorsitzender des TC Rodenberg. Aber selbst wenn es den gäbe: „Bei uns gibt es große Akzeptanz seitens der Mitglieder.“

Davon berichtet auch der TC Menden: „Unsere Mitglieder stehen toll zusammen“, erklärt Thorsten Barthel, 1. Vorsitzender des Vereins. Bisher habe es weder Austritte noch Forderungen auf Rückzahlungen gegeben.

Die Plätze

Was die Platzpflege betrifft, heißt es jetzt bei den Vereinen, geduldig zu sein.

Ärgerlich ist die Situation gerade vor allem für den VfL Platte Heide: Die Plätze sind fertig, sogar neue Linien gibt’s. „Eigentlich könnte man sagen: Netz dran und spielen!“, erklärt Jugendwart Sascha Lanfermann, der die Asche selbst bei der Vorbereitung noch getestet hat. Jetzt gehe eben die Platzpflege weiter – sodass bei einer Erlaubnis des Landes direkt wieder gespielt werden kann.

Und auch die anderen Mendener Vereine, die ihre Plätze noch nicht komplett fertig haben, wollen diese jetzt nicht so zurücklassen. So erklärt Dirk Bonsemeier, 1. Vorsitzender vom TC Lendringsen: „Unser Platzbauer kommt wohl nächste Woche – und bessert die Plätze in Eigenregie auf.“ Normalerweise schicke der Verein zehn Mann zur Hilfe; das ist jetzt nicht möglich. „Wir werden dann weiter wässern und walzen. Damit wir – sobald die Regierung sagt ,Ihr dürft wieder’ – nur noch die Netze aufstellen müssen.“

Die finanzielle Lage

Die Lage ist schwierig, aber stemmbar – so der Grundgedanke der Tennisvereine. So gibt es beispielsweise beim TC Rodenberg keine Sponsorengelder, die fehlen könnten.

Auch Carsten Mense, 1. Vorsitzender der Tennisabteilung des SV Menden, sieht im Thema Sponsoring kein großes Risiko für Tennisvereine: „Bei den Tennisklubs sind die Sponsorengelder – denke ich – nicht das Entscheidende“, erklärt er. Gerade in dieser Sportart handle es sich ja um keine hohen Summen.

Beim TCM lebt die Hoffnung auch noch. „Die LK-Turniere, die wir ausrichten, starten erst ab Juli. Bisher sind die also noch nicht abgesagt“, erklärt Barthel. Und die könnten ja noch einige Gelder reinbringen.

Der VfL Platte Heide sieht sich vor einem großen Fragezeichen. „Ich bin mir sicher, dass das in 40 Jahren VfL die schwierigste Saison überhaupt wird“, erklärt Lanfermann. Aber der Haushaltsplan 2020 stehe, und könne erstmal gedeckt werden. „Wir wollen auch versuchen, die Mitgliederbeiträge nicht zu erhöhen“, erklärt Lanfermann.

Dem TC Lendringsen fehlt eine ganz andere Einnahmequelle: Die Gastronomie. „Ich habe keine Zweifel, dass wir diese Situation finanziell stemmen können. Aber gerade aus der Gastro wird uns einiges an Umsatz fehlen“, unterstreicht Bonsemeier.

Der Zusammenhalt

„Wir müssen diese Krise gemeinsam durchstehen – und zwar ohne, dass ein Verein auf der Strecke bleibt“, lautet Hilburgs Appell an alle Sportvereine in Menden.

Eine Forderung, die die Tennisvereine schon recht gut umsetzen. So erzählt Bonsemeier von einem regen Kontakt zwischen den Vereinen: „Unsere Sportwarte beraten sich auch mit anderen Vereinen darüber, wie es weitergehen kann“, erklärt er.

So zeigt sich auch eine Trainingsgruppe des TCM dem TC Rodenberg gegenüber sehr solidarisch: „Der Verein hat uns angeschrieben, ob wir die Hallenmiete zurückerstattet haben wollen“, berichtet Barthel. Die Gruppe habe das Angebot aber abgelehnt. Der Grund dafür? „Wir wollen ja, dass alles so bleibt, wie’s ist.“

Und auch beim VfL versucht man, den Optimismus zu bewahren. Lanfermann: „Vielleicht sagen wir auch nächstes Jahr, dass doch nicht alles schlecht war. Vielleicht fördert das alles auch das Vereinsleben.“

Die Hoffnung

Sie stirbt sowieso zuletzt. Das zeigt auch Mense: „Ich hoffe, dass es vielleicht bald zumindest mit dem freien Spiel weitergehen kann.“ Schließlich wäre es ja prinzipiell bloß ein Treffen zu zweit – und Kontakt habe man auch nicht. „Eigentlich ist das Ansteckungsrisiko auf dem Tennisplatz sogar geringer als zuhause“, findet Mense.

Ähnliche Ansichten hat Barthel: „Uns fehlt der Sport! Gerade für die Jugendlichen, die weiterkommen wollen, ist es ärgerlich.“ Daher hoffe er auf den freien Spielmodus. Denn Tennis sei ja immer noch etwas anderes als Kontaktsport.

Das Warten

Jetzt heißt es erstmal: Abwarten. Viele andere Möglichkeiten haben die Vereine nicht. Denn es bleiben ja zahlreiche Fragen offen. Gerade was die Mannschaftsspiele betrifft: Denn wie sollen die nachgeholt werden, wenn nicht in den Ferien?

Und das Fazit? Das ist bei allen Vereinen ähnlich: Niemand weiß, wie’s weitergeht.

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