Landesliga 2

Tim Weber baut auf die Unterstützung der Gerlinger Fans

Tim Weber (Mitte) ist vor dem letzten Heimspiel gegen den FC Wetter vom Gerlinger Vorsitzenden Kai Müller (rechts) und vom Sportlichen Leiter Stefan Büdenbender verabschiedet worden.

Tim Weber (Mitte) ist vor dem letzten Heimspiel gegen den FC Wetter vom Gerlinger Vorsitzenden Kai Müller (rechts) und vom Sportlichen Leiter Stefan Büdenbender verabschiedet worden.

Foto: Michael Meckel

Gerlingen.   Zehn Jahre trägt Tim Weber bereits das Trikot des FSV Gerlingen. Am Donnerstag kann sein letzter Auftritt ein echter Feiertag werden.

Am Donnerstag kann der FSV Gerlingen Fußball-Geschichte schreiben. Denn um 15 Uhr wird in Holzen-Sommerberg das Relegationsspiel um den Aufstieg in die Fußball-Westfalenliga gegen Westfalia Kinderhaus angepfiffen. Für einen FSV-Spieler ist es ein ganz besonderes Spiel: Stürmer Tim Weber bestreitet nach mehr als zehn Jahren sein letztes Spiel in der 1. Mannschaft des FSV Gerlingen. Zukünftig will Tim Weber „nur noch“ will in der 2. Mannschaft, die in der Kreisliga B spielt, kicken.

Warum hören Sie nach der Saison als Spieler der 1. Mannschaft des FSV Gerlingen auf? Tim Weber: Es hat berufliche, sowie private Gründe. Aufgrund der vielen Verletzungen und der hohen Belastung im Beruf muss ich etwas kürzertreten.


Ihren Abschied aus der 1. Mannschaft können Sie mit dem Westfalenliga-Aufstieg krönen. Einen schöneren Augenblick zum Aufhören gibt es wohl nicht, oder?
Das stimmt. Das wäre schon etwas Besonderes. Ich bin froh und dankbar, Teil dieser Mannschaft gewesen zu sein. Egal, wie das Spiel ausgeht.


Wie sehr kribbelt es vor dem Relegationsspiel am Donnerstag gegen Kinderhaus?
Es kribbelt noch vor jedem Spiel. Aber für so ein Spiel ist man Fußballer. Der ganze Verein freut sich auf das Spiel.

Wie groß schätzen Sie die Chance gegen Kinderhaus ein?
Grundsätzlich ist alles einem Spiel möglich. Wir werden alle 120 Prozent geben. Dann haben wir, mit unseren Fans im Rücken, sicher auch eine Chance. Wir wissen aber auch, dass Westfalia Kinderhaus enorme Qualität im Kader hat.


Wie groß war die Erleichterung, nachdem Sie gehört haben, dass Erlinghausen das letzte Spiel gegen Bad Berleburg verloren hat und die Teilnahme des FSV Gerlingen am Relegationsspiel perfekt ist?
In erster Linie wollten wir selbst mindestens einen Punkt in Hüsten holen. So fiel der Jubel erst einmal verhalten aus. Die Erleichterung und Freude auf Donnerstag waren dann auf der Rückfahrt zu spüren.

Der FSV Gerlingen war wochenlang ungeschlagen und führte lange die Tabelle an. Was waren die Stärken des FSV Gerlingen in dieser Saison?
Unsere Stärke war sicherlich die mannschaftliche Geschlossenheit und die Breite des Kaders. Das ist sehr viel wert. Wir haben nach Rückschlägen oder Gegentoren immer wieder Moral bewiesen und uns zurück gekämpft.

Welche Rolle spielte Trainer Dirk Hennecke, der vor der Saison als Nachfolger von Paul-Heinz Brüser in große Fußstapfen getreten ist?
Dirk Hennecke hat sich wirklich sehr gut reingefunden und mit den Neuzugängen für einen Aufwind gesorgt. Es war sicherlich keine leichte Aufgabe, in Paulis Fußstapfen zu treten, aber bisher ist es ihm gelungen.

Dennoch muss ich etwas Wasser in den Wein gießen. Es war doch eigentlich mehr drin, als „nur Platz zwei“. In den letzten sieben Spielen gab es fünf Niederlagen. Gerlingen war in dieser Zeit mit nur sechs Punkten drittschlechtester Landesligist. Warum kam der Einbruch in der letzten Saisonphase?
Schwierig zu sagen. In Werdohl haben wir verdient verloren. In den restlichen Spielen hatten wir nicht mehr das Glück, welches wir anfangs in der Saison noch hatten. Die knappen Spiele haben wir dann leider verloren.

Wie sehr ärgert noch die Heimniederlage gegen den SSV Hagen in der Hinrunde und die drei „geschenkten“ Punkte am „Grünen Tisch“ für Meister SV Hohenlimburg von dessen Hinspiel gegen Wetter, das Hohenlimburg eigentlich verloren hatte?
Jede Niederlage ärgert mich. Im Nachhinein muss man sagen, dass man nicht gegen Hagen verlieren durfte. Aber es lag nicht nur an diesem Spiel. Die Punkte am „Grünen Tisch“ für Hohenlimburg haben mich nicht beschäftigt. So ist es nun einmal.

Zu Ihnen persönlich: Seit rund zehn Jahren spielen Sie in der 1. Mannschaft des FSV Gerlingen. Woran erinnern Sie sich am liebsten?

Natürlich an die Aufstiegssaison in die Landesliga 2015/16. Wir haben sehr lange dafür gearbeitet und die wenigsten hatten uns auf der Rechnung. In besonderer Erinnerung bleibt der 2:0-Derbysieg in Ottfingen.


Gibt es auch negative Erfahrungen?
Der zweite Kreuzbandriss beim Auftakttraining unter Jörg Rokitte. Das war relativ schnell nach der ersten Verletzung und ein ziemlicher Rückschlag.


Sie sprechen es an. Sie hatten oft schwere Verletzungen. Haben Sie auch mal ans Aufhören gedacht?
Ich habe mir oft nach einer Verletzung gesagt, bei der nächsten Verletzung höre ich auf. Dabei ist es geblieben. Ich wollte eigentlich letztes Jahr schon kürzertreten, aber „Prof“ Florian Brüser konnte mich dann relativ schnell überzeugen, weiterzumachen.

Gibt es einen Trainer oder eine andere Person, die sie besonderes inspiriert hat?
Paul Heinz Brüser. Er hat uns nicht nur sportlich enorm weiterentwickelt, sondern auch menschlich. Das ist letztendlich das, was wirklich zählt.


Zum Schluss noch einmal zurück zum Relegationsspiel und ein Blick nach vorn: Warum hat der Kreis Olpe am Donnerstag gegen 17 Uhr nach der SG Finnentrop/Bamenohl und dem FC Lennestadt einen dritten Westfalenligisten?
Weil der FSV Gerlingen seine Saison krönt und im Relegationsspiel mit kräftiger Unterstützung der Fans das Glück erzwingt.

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