Leichtathletik

Südsauerlandlauf: SG Wenden räumt ab

Eine starkes Quartett der SG Wenden beim Hobbylauf, v.l. Frederik Wehner (Platz 2), Alexander Henne (Platz 1), Lukas Steinseifer (Platz 1 U18) und Ruben Niemann (Platz 4).

Eine starkes Quartett der SG Wenden beim Hobbylauf, v.l. Frederik Wehner (Platz 2), Alexander Henne (Platz 1), Lukas Steinseifer (Platz 1 U18) und Ruben Niemann (Platz 4).

Foto: volkher pullmann

Wenden.  Sieben auf einen Streich! Die Athleten der SG Wenden haben bei der 44. Auflage „ihres“ Südsauerlandlaufs wieder einmal voll zugeschlagen.

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Keiner wagte es ihnen zu nahe zu kommen. Und doch wurde nicht nur der Sieger SG Wenden, Neuzugang Jonas Hoffmann, sondern das gesamte „rote Septett“ bezwungen: Von der Schulstaffel der Gesamtschule Wenden. Zum ersten Mal gelang es den Schülerinnen und Schülern, die 25 Mal 400 Meter zurücklegen mussten, schneller zu sein als der schnellste Läufer.

Während die Mädels und Jungs, betreut von ihren Lehrern Noah Wolke, Gerrit Dziuk und Abidin Oguz, vor den Augen der zahlreichen Fans ihre Runden drehten, vollzog sich in den herbstlichen Wäldern rund um das Konrad-Adenauer-Schulzentrum unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Dreikampf der Topathleten, der aber schon frühzeitig entschieden war. Im Schlepptau des Siegertrios lief dann ein weiteres Quartett des Veranstalters.

Heimrennen hat besondere Bedeutung

„Die Entscheidung war eigentlich schon nach dem steilen Anstieg auf den ersten fünfhundert Metern gefallen“, so der spätere Zweite Christian Biele. Ohne den klaren Sieg von Jonas Hofmann schmälern zu wollen, wies der Polizist aus Attendorn auf seine zehnstündige Nachtschicht hin: „Ich kam heute Morgen erst um acht Uhr ins Bett, dann vier Stunden Schlaf, da bin ich mit meiner Zeit von 32:53 Minuten sehr zufrieden“. Er landete damit 19 Sekunden hinter dem Sieger.

Jonas Hoffmann sah den Rennverlauf, sofern er ihn als Führender überhaupt richtig sehen konnte, ähnlich. „Ich bin locker angelaufen, konnte mich dann aber nach etwa einem Kilometer absetzen und schnell rund einhundert Meter herauslaufen. Es war keine Riesenlücke, ich lief mit angezogener Handbremse.“ 32:34 Minuten betrug die Zeit. Andere Ziele hat er im Sommer. „Da will ich unter 30 Minuten bleiben.“

Sowohl für Hoffmann wie auch für Biele hat das Heimrennen schon eine besondere Bedeutung. „Ich wollte unbedingt laufen. Das erste Rennen im SG-Trikot vor heimischer Kulisse hat schon einen besonderen Stellenwert“, so der Triathlet des Bundesligateams Ejot Buschhütten. Und auch für Christian Biele ist es wichtig, sich vor eigenem Publikum zu zeigen.

Auf den Plätzen 3 und 4 kamen Fabian Jenne und Tobias Lautwein ins Ziel, gemeinsam mit dem Siebten Nils Schäfer vor kurzem Deutsche Mannschaftsmeister im Berglauf. Tobias Lautwein (Altenhof): „Ich hab mich auf die Strecke gefreut, da sind wenigstens mal einige Höhenmeter drin.“ Der Altenhofer ist immer wieder offen für interessante Alternativen. Mit Radrennen und Duathlon hat er schon hinreichend Bekanntschaft gemacht, jetzt erschließt sich ihm eine neue, seine Ambitionen ergänzende Sportart: Hyrox (siehe Kasten).

Judith Hacker setzt sich klar durch

185 Teilnehmer, darunter 51 Frauen, stellten sich dem Starter über die traditionelle Zehn-Kilometer-Distanz. Und Judith Hacker setzte sich, zum ersten Mal im roten Dress der SG Wenden, vor den eigenen Fans und 24. im Gesamteinlauf, bei den Frauen sicher durch. Mit 40:12 Minuten verfehlte sie nur knapp die 40er-Grenze, distanzierte aber die zweitschnellste Teilnehmerin Vanessa Günther um über zweieinhalb Minuten. „Ich bin erst seit drei Wochen wieder im Training“, gab die NRW-Meisterin über 10 Kilometer Straße zu Protokoll, „es war mein erster Wettkampf nach längerer Verletzungspause.“ Damit zeigte sie sich auf der „sehr anspruchsvollen und nassen Strecke sehr zufrieden“.

Während Moderator Kunibert Rademacher die Zuschauer über das Fernduell der Schulstaffel und der Eliteläufer auf dem Laufenden hielt, konnte er zuvor schon über 5 Kilometer auf das Familienduell seines Bruders Bruno (57 Jahre) mit dessen Söhnen Christian (32), Stefan (29) und David (25) hinweisen. Vater Bruno überließ seinen Söhnen altersbedingt den Vortritt. Unbemerkt von den Zuschauern das kommunal-interne Duell zwischen dem Ortsvorsteher von Wenden, Dietmar Häner, und seinem „Chef“, Bürgermeister Bernd Clemens. Dabei hatte der Läufer der SG Wenden keine Scheu, dem ersten Diener seiner Gemeinde die Hacken zu zeigen.

In der Ausdauercup-Gesamtwertung setzte sich erwartungsgemäß Pia Wittstamm (W16) von der SG Wenden mit 120 Punkten vor Emily Renk (DJK Betzdorf) durch. In der Männer-Hauptklasse teilten sich Felix Lange (SG Wenden) und Johannes Diedershagen (SG Westerwald) mit jeweils 115 Punkten den Gesamtsieg.

Egon Bröcher zieht positives Fazit

Abteilungsleiter Egon Bröcher zog ein überaus positives Fazit: „Es passte einfach alles. Unsere große Helferschar sorgte für einen reibungslosen Ablauf, der schon am verregneten Samstagmorgen mit der Präparierung der Strecke begann. Und das gilt auch für die Aufräumarbeiten. da griff ein Rad ins andere. Um eine Fortsetzung des Südsauerlandlaufs ist mir nicht bange.“ Schließlich spielte auch der Wettergott mit: rechtzeitig vor dem Start der Bambinis verzichtete Petrus auf den Segen von oben, bis der Letzte im Ziel war.

Familien-Wettbewerb

Wie sehr der Südsauerlandlauf breitensportlich ausgerichtet ist, zeigt auch die Teilnahme zweier Familien. Familie Rademacher ist so etwas wie die Seele des Vereins. Kunibert Rademacher seit der Stunde Null der Traditionsveranstaltung immer dabei, Tochter Ina in der Organisation tätig. Jetzt starteten Bruder Bruno und seine Söhne Christian, Stefan und David im Hobbylauf über fünf Kilometer – das hat sicher Seltenheitswert. Zum anderen ist die Familie Stemmer vom TV Olpe bei vielen Laufevents am Start. Jetzt gingen die Eheleute Bettina und Andreas gemeinsam mit Sohn Marc auf die Zehn-Kilometer-Distanz. Bemerkenswert.

Die Veranstaltung für Dauerrenner bleibt auch in Zukunft ein Dauerbrenner und ist vorrangig den Freizeitläufern vorbehalten. „Der Breitensportcharakter bleibt erhalten. Viele Hobbyläufer aus dem Kreis Olpe, wie vor allem auch aus dem Siegerland, belegen dies.“ Und so war es fast folgerichtig, dass Dietmar Meeser, der Landrat Frank Beckehoff vertrat, einen M40-Läufer vom TuS Kaan-Marienborn aus der Lostrommel zu einem Wochenende für zwei Personen (zwei Übernachtungen) verhelfen konnte.

Blick in die Ergebnisliste
(jeweils Top-Drei aus dem Kreis Olpe)


Schüler/innen 2008-2011 – 1,5 Kilometer (gesamt 70)
M8

2. Anton Plonke (SC Olpe)
3. Johannes Niklas (SG Wenden)
M9
3. Jorik Beckmann (SGW)
M10
1. Gabriel Niklas (SGW)
W9
1. Lara Hillebrand
2. Lena Heße
3. Lilly Stahl (alle SGW)
W10
3. Lillien Brüser (Gesamtschule Wenden)
Schüler/innen U14 und U16, 2 Kilometer (gesamt 33)
M13
3. Marian Ackerschott (GS Wenden)
W14
1. Pia Wittstamm (SGW)
Hobbylauf (5 Kilometer) – 84 Teilnehmer/innen
Frauen
3. Tanja Charitos (SGW)
MU18
1. Lukas Steinseifer (SGW)
Männer
1. Alexander Henne
2. Frederik Wehner (beide SGW)
Hauptlauf 10 Kilometer – 185 Teilnehmer/innen
MU20
2. Marc Stemmer
Frauen, Hauptklasse
1. Judith Hacker (SGW)
3. Isabell Rickert (TV Grevenbrück)
Männer, Hauptklasse
1. Jonas Hoffmann
2. Fabian Jenne
3. Felix Lange
M30
1. Tobias Lautwein
3. Immanuel Barkholz (beide SGW)
M35
1. Christian Biele (SGW)
W40
2. Boukje Beckmann (SGW)
M40
2. Thomas Schönauer (SGW)
M45
1. Jörg Heiner (SGW)
M55
2. Stefan Lang (SGW)
W60
3. Birgit Brutzer (SC Olpe)
M70
1. Nicolaos Tamis (SCSW Attendorn)
2. Horst Normann (TV Attendorn)
3. Heinz-Werner Köster (SC Olpe)

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