Westfalenliga

SG Finnentrop/Bamenohl holt drei fette Punkte

Mit allem, was er hat, versucht der Hohenlimburger Antonio Porrello, den Finnentrop/Bamenohler Tim Schrage zu stoppen.

Mit allem, was er hat, versucht der Hohenlimburger Antonio Porrello, den Finnentrop/Bamenohler Tim Schrage zu stoppen.

Foto: Lothar Linke

Hohenlimburg.  Dicke Punkte erntete die SG Finnentrop/Bamenohl vom regendurchnässten Rasen des SV Hohenlimburg 10.

Dick, weil sie sie dem ärgsten Verfolger wegschnappten.

Der 2:1 (0:1)-Sieg hat zur Folge, dass die Finnentrop/Bamenohler nunmehr mit sieben Punkten Vorsprung die Fußball-Westfalenliga anführen. Das Resultat entstand in einer lebhaften Schlussphase, die mit dem Foulelfmeter für die SG in der 89. Minute ihren Höhepunkt erreichte. Christopher Hennes blieb eiskalt und versenkte den Ball zum 2:1-Siegtreffer.

Weniger kühl blieben die Gastgeber. Sie beschworen, dass Tim Schrage nicht berührt worden sei und damit der Elfer unberechtigt. Gästetrainer Ralf Behle sah das nicht so: „Tim geht nach innen, ist im Tempo, bleibt stehen, legt sich den Ball auf den rechten Fuß, geht dann in die entgegengesetzte Richtung. Der eine kommt mit Schwung, haut ihn voll mit der Hüfte drüber, streckt dass das Bein aus und spielt nicht den Ball.“ Nachdem Schiedsrichter Julian Engelmann aus Iserlohn das Rudel neben dem Tor aufgelöst hatte, konnte Christopher Hennes zur Tat schreiten.

Aus dem Gerlingen-Spiel gelernt

Klar, dass sich Ralf Behle über die drei Punkte freute und diese auch als wichtig ansah. Was er aber gleichwohl hervorhob, war der Prozess. Dazu gehörte, aus dem 2:2 gegen den FSV Gerlingen die richtigen Schlüsse gezogen zu haben. „Wir sind nach dem 0:1, das zu einem ungünstigen Zeitpunkt fiel, ruhig geblieben.“ lobte er seine Mannschaft.

Die Nachspielzeit der ersten Halbzeit lief bereits, da wuchtete Torwart Ingmar Klose eine Flanke per Faust aus dem Strafraum, dort stand der Hohenlimburger Marcel Weiß und drosch den Ball aus 20 Metern mit der Wucht, die das Regenwasser aus dem Tornetz schleuderte, zum 1:0 in die Maschen. Schönheitsfehler: Klose war, als Weiß abzog, von einem Gegenspieler am Herauslaufen gehindert, sprich, gesperrt worden.

Ärgerlich aus Behles Sicht: „In der ersten Halbzeit habe ich von Hohenlimburg fast gar nichts gesehen. Ich glaube, die hatten einen Torschuss und wir fangen uns nach dem Standard ein Gegentor, was mal passieren kann.“ Die Hohenlimburger Möglichkeit ging auf das Konto von Vicenzo Porrello, der SG-Torwart Ingmar Klose zu einer spektakulären Parade zwang.

Phillip Hennes: Klasse-Freistoß

Nicht in Hektik verfallen, hieß die Losung der Finnentrop/Bamenohler für den zweiten Durchgang. Was auch gelang, denn nach etwa 20 Minuten erarbeiteten sie sich eine Überlegenheit in einem ansonsten sehr engen Spiel. Auch der Ausgleich entsprang einem Standard, und was für einen! Phillip Hennes hob einen Freistoß butterweich, aber mit Präzision über die Zehner-Mauer. Auch hier schien nicht alles astrein, so soll der zuvor gefoulte Tim Schrage den Ball mit der Hand mitgenommen haben. „Wie ein Volleyballspieler,“ zürnte Hohenlimburgs Keeper Alexander Klur nachher im Kabinengang und hob die Hände, um die Szene zu demonstrieren.

Ralf Behle widersprach nicht grundsätzlich, aber: „Das hat der Schiedsrichter auch so bestätigt. Nur: Tim ist mit der Hand dran gekommen, weil er von hinten komplett gerempelt worden ist. Er holt den Ball mit der Brust runter und dann wird er von hinten attackiert. Das ist ein Foulspiel, Tim macht diese Bewegung, die Arme gehen nach oben, der Ball springt dran, er kommt in ein klares Hohlkreuz.“

Der Schiedsrichter habe das laufen lassen, als Vorteil. „Von daher war das völlig in Ordnung. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich das nicht sagen würde, wenn es nicht so wäre. Ich suche nicht nach Ausreden,“ sagt Ralf Behle.

Schwieriges Geläuf

Insgesamt aber bewertete Ralf Behle den Dreier als in Ordnung, hatte aber auch ein aufgrund der Wetter- und Bodenverhältnisse strapaziöses Spiel gesehen. „Damit mussten beide Mannschaften klar kommen, von daher wäre das keine Ausrede gewesen, wenn es in die Hose gegangen wäre.“

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