Landesliga

SC Drolshagen in Not: So viele Verletzte wie ewig nicht

Ahmet Suna (links) verletzt sich beim Spiel in Dröschede an der Schulter.

Ahmet Suna (links) verletzt sich beim Spiel in Dröschede an der Schulter.

Foto: meinolf Wagner

Drolshagen.  „Wir haben die Seuche,“ sagt Tobias Stahlhacke, Sportlicher Leiter des Fußball-Landesligisten SC Drolshagen.

Alarm am Buscheid. „Wir hören zumindest das Martinshorn,“ sagt Stahlhacke. Doch zum Lachen ist ihm nicht zumute. Als Aufsteiger hat man es ohnehin nicht leicht in der ungewohnten Umgebung. Wenn dann auch noch mehr als die halbe Mannschaft ausfällt, trifft Tobias Stahlhackes Formulierung von der „Seuche“ durchaus zu.

Das ist umso übler, da das Verletzungspech absolute Fixpunkte in der Mannschaft von Trainer Holger Burgmann getroffen hat. Stahlhacke: „Leute, die eigentlich nicht zu ersetzen sind.“ Um nur die beiden letzten zu nennen: Jan Gummersbachs riss vor zehn Tagen im Spiel gegen den SC Obersprockhövel das vordere Kreuzband. Er wird bis Saisonende fehlen.

Zwei Spiele, zwei neue Verletzte

Dann, am vergangenen Sonntag, folgte der nächste Rückschlag. Mittelfeldspieler Ahmet Suna verletzte sich in Dröschede an der Schulter. Die Liste wird immer länger. Sebastian Wasem und Theo Maiworm fallen mit Kreuzbandrissen ohnehin langfristig aus. Gleiches gilt für Eike Pfeiffer mit einem Riss der Patellasehne. „Ich hoffe, Eike Pfeiffer ist zur Rückrunde wieder eine Option,“ sagt der Sportliche Leiter. Dazu liegen Arber Krasniqi und Christian Beekhuis schon seit langer Zeit auf Eis.

Torwart Jannis Rothstein fehlt seit einem Dreivierteljahr mit Rückenproblemen. Der SC Drolshagen schätzt sich glücklich, mit Tom Gummersbach einen guten Mann zwischen den Pfosten zu haben. „Im April hatte uns Jannis Rothstein schon signalisiert, dass es in der Hinrunde schwierig werden könnte,“ erinnerte sich Stahlhacke, „er hat uns empfohlen, eine Alternative zu suchen.“ Mit Eduard Redel vom SV Dahl/Friedrichsthal stieß im Sommer die Alternative dazu.

Eine Lazarett-Mannschaft

Da könnte man allein schon eine Lazarett-Mannschaft aufstellen. „Eine gute Siebener mal mit Sicherheit,“ ergänzt Stahlhacke. Sieben Verletzte. „Wären es Zerrungen, oder mal eine Grippe oder eine Schulter-Sache - okay. Aber diese vielen krassen Knieverletzungen.“

Aber anderseits wolle man auch nicht jammern. Stahlhacke: „Andere Vereine haben auch viele Verletzte, wenn ich an Serkenrode/Fretter denke, wo mein Jahrgangskollege und Spielertrainer Christian Günther sich das Bein gebrochen hat. Oder Ottfingen, denen mit Julian Scheppe ein Mann fehlt, der für sie so wichtig ist wie für uns Sebastian Wasem.“

Wenn Stahlhacke aber die eigene Situation hernimmt, kann er nur zu dem Fazit kommen: „Ich habe in den zwölf Jahren, die ich beim SC Drolshagen bin, schon viel erlebt, aber eine solche Reihe von schweren Verletzungen noch nicht.“ Er schätzt: „Hätten wir alle Mann dabei, dann hätten wir jetzt 20 Punkte. Damit wären wir jetzt Siebter.“ So sind es aktuell elf Punkte und der viertletzte Platz.

Mit Sebastian Wasem, dem hochklassig erfahrenen, spielenden Co-Trainer, fällt sicherlich die Schlüsselfigur im SCD-Spiel aus. Wann ist er wieder so weit? Stahlhacke: „Er ist im Moment in der Reha-Phase.“ Aber einer vom Kaliber Wasems, der am Sonntag 30 Jahre wurde, sei selbst im Krankenstand wichtig für die Mannschaft. „Er kann der Truppe immer Input geben,“ weiß Tobias Stahlhacke, „auf dem Spielfeld wäre er uns natürlich noch lieber.“

Wie kann die zweite Mannschaft helfen? Stahlhacke: „Holger hat ja einige Leute nach unten gegeben, die in der Ersten wohl 17., 18. oder 19. gewesen wären, um ihnen Spielpraxis zu geben. Die sind beim Training der Ersten dabei oder sonntags im Kader.“

Unkompliziertes Wechseln

Was die Sache erleichtert, ist die „Durchlässigkeit zwischen erster und zweiter Mannschaft. Es ist schon so, dass der Austausch zwischen den Mannschaften in Drolshagen unproblematisch ist,“ weiß Stahlhacke.

Der Zusammenhalt innerhalb des Vereins ist zurzeit besonders wichtig. Stahlhacke: „Wir müssen noch enger zusammenrücken, als wir es so oder so schon getan haben: Zuschauer, Mannschaft, Trainer, Vorstand.“ Übrigens: Am kommenden Wochenende spielt die Zweite bereits samstags.

Viel darf nicht mehr passieren. An die Hallensaison mag man noch gar nicht denken. Was Stahlhacke imponiert, ist, wie die Mannschaft das wegsteckt. „Sie gibt immer 93, 94 Minuten Vollgas.“ Dennoch: Man muss sich wohl jetzt durchwurschteln bis zur Winterpause, wie es häufig heißt in solchen Situationen. Stahlhacke: „Da kann ich nur zustimmen.“

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