Oberliga-Aufstieg

Matthias Kremer: „16 Jahre Rot-Weiß Lennestadt, das prägt“

Mit Spiry Vormweg bildet Matthias Kremer (rechts) nach seiner Zeit als Spieler ein Trainerduo bei RW Lennestadt.

Mit Spiry Vormweg bildet Matthias Kremer (rechts) nach seiner Zeit als Spieler ein Trainerduo bei RW Lennestadt.

Foto: Michael Meckel / WP

Grevenbrück.  Matthias Kremer aus Fretter ist einer der Oberliga-Aufstiegshelden 1994 von Rot-Weiß Lennestadt.

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Wenn die Oberliga-Aufsteiger von Rot-Weiß Lennestadt am Samstag ihre Wiedersehensfeier zum 25-jährigen Jubiläum haben, wird Matthias Kremer sein Aufstiegstrikot von 1994 mitbringen. „Das liegt seit dem Tag gebügelt und gefaltet im Schrank, ich denke schon, dass es noch passt,“ sagt Kremer, und fügt schmunzelnd hinzu: „Es ist recht weit geschnitten.“

Anfangs-Probleme

Auch ein enger Schnitt hätte ihm gepasst. Denn Kremer war stets ein Inbegriff für Dynamik, Fitness und großem Ehrgeiz. Ein Antreiber. Was 1991, als ihn der Vorsitzende Manfred Kurzenacker und Trainer Dieter Richard von einem Wechsel vom A-Ligisten SV Fretter zum Verbandsligisten RW Lennestadt überzeugten, nicht absehbar war. „Ich hatte anfangs Probleme. Körperlich und von der Schnelligkeit,“ berichtet er. Aber der Ehrgeiz war groß beim 23-Jährigen. „Ich bin drei- bis viermal die Woche zu Olli Schumacher gefahren, und musste mich erstmal fit machen, damit ich mithalten konnte.“

Schon ganz zu Anfang hatte Matthias Kremer das Gefühl, dort in Grevenbrück in eine „richtig gute Truppe“ himatthias kremer- „das wird sicher ein komisches gefühl sein“nein geraten zu sein. Was sich bewahrheitete. 16 Jahre lang blieb er bei RWL. „Das prägt.“ Zuhause hat er 20 Ordner, zusammen gestellt von seiner Mutter. An seine Spielerkarriere schlossen sich, gemeinsam mit Spiry Vormweg, Trainerjahre bei RWL an. „Und der größte Teil der Spieler ist heute noch miteinander befreundet,“ ergänzt er. Stammtischtouren, gemeinsame Urlaube sind gang und gäbe.

Zurück ins Jahr 1994. Mathes Kremer erinnert sich, dass ein Aufstiegsdruck nie bestand. „Wir wollten einfach nur kicken und uns gut verkaufen.“ Auch als sich abzeichnete, dass der Aufstieg möglich war, wurden die Erwartungen nicht überzogen. Kremer: „Wir merkten, dass Euphorie da war, und positive Stimmung.“ Als dann die Aufstiegsspiele kamen, die K.o.-Spiele, „da merkte ich zum ersten Mal, was man für einen Druck auf dem Kessel hat, vor diesen großen Zuschauerzahlen. Und wenn man schon so dicht dran ist.“

Extrem fokussiert

Entsprechend groß war die Enttäuschung nach dem 2:3 im ersten Entscheidungsspiel gegen Haspe. Das bedeutete: Nachsitzen. In einer Dreierrunde. „Das Spiel war donnerstags. Danach war eine unheimliche Niedergeschlagenheit.“ Am Tag drauf traf sich die Mannschaft in Attendorn, um das Spiel sacken zu lassen - um es so auszudrücken. Kremer: „Dass wir am Sonntag wieder ran mussten, war uns da egal.“

Ganz anders, als diese Dreierrunde dann kam. „Da interessierte mich gar nichts anderes, da haben wir alles rein gelegt. Alle haben sich extrem fokussiert.“ Gern erinnert er sich an die Unterstützung aus seinem Heimatort Fretter in jenen wichtigen Spielen. „Meine ganzen Freunde waren mit in Herne und auch in Lüdenscheid.“

Das Frettertal ist Kremers Lebensmittelpunkt. Heute ist er stolz darauf, dass er nur drei Vereine hatte: Den SV Fretter beziehungsweise die SG Serkenrode/Fretter, die er als Trainer in die Bezirksliga führte, die SG Finnentrop/Bamenohl und RW Lennestadt. „Ich war und bin heimatverbunden und keiner, der 20 Vereine in 30 Jahren haben musste.“

Apropos Finnentrop/Bamenohl: Packen sie die Oberliga? Mathias Kremer wünscht es ihnen. „Die Mannschaft hat tolle Typen. Genau so begeisterte Fußballer wie wir es waren.“ Wenn man die Chance hat, „dann muss man das mitnehmen, über so was reden die Leute noch in zwanzig, dreißig Jahren.“

Man sieht es ja an RW Lennestadt.

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