Triathlon

In Attendorn geht der Triathlon-Bazillus um

Die Triathleten des TV Attendorn.

Die Triathleten des TV Attendorn.

Foto: Privat

Attendorn.  Der TV Attendorn hat 2020 einiges zu feiern. Die Abteilungen Radsport, Ski und Judo haben 50. Geburtstag. 25 Jahre wird die Triathlon-Abteilung.

Die Triathleten von Tri-Time blicken auf eine 25-jährige Geschichte zurück. Geplant ist im Jahr der vielen Jubiläen ein gemeinsamer Festabend des Großvereins. Die Dreikämpfer vom TVA wollen im November 2020 an einem Wochenende in Bad Fredeburg mit einigen Aktionen feiern, sportlich und gesellig. „Dort sind wir schon öfter gewesen, man kann auch mit dem Fahrrad hinfahren“, sagt Uli Selter, einer der Väter der offiziell 1995 gegründeten Triathlonabteilung des Turnvereins Attendorn.

Uli und seine Frau Sabine Selter waren und sind begeisterte Skilangläufer. Triathlon-Abteilungsleiter Klaus Schneider spielte bis zur A-Jugend Handball, wechselte zum Laufsport und wurde dann vom Bazillus Triathlon angesteckt. Seinen ersten Jedermann-Wettkampf beendete Schneider 1993 in der Zeit von 1:54:31 Stunden. „Und die Sucht Triathlon begann“, heißt es über ihn auf der Internetseite von Tri-Time. Ausgelöst wurde die neue sportliche Leidenschaft auch von einem TV-Bericht über den legendären Ironman-Wettbewerb in Roth.

Aus 19 werden 70

Weitere Mitstreiter waren damals Rüdiger Horn und Lothar Speich, ehemaliger Fußballer des SV 04 Attendorn. Allesamt waren sie Ausdauersportler und Quereinsteiger, die für sich die Leidenschaft für den Triathlon entdeckt hatten. Aus anfänglich 19 Triathleten sind inzwischen über 70 geworden, davon nehmen rund 40 Sportler regelmäßig an Wettkämpfen teil. „Wir hätten damals nie damit gerechnet, dass das so ein großer Erfolg wird“, erinnert sich Uli Selter an die Anfangsjahre.

Seinen ersten Triathlon bestritt der Hansestädter 1986 „so zum Spaß in Siegen“. Es folgte der hauptsächlich von Winfried Schmidt-Schürmann organisierte Biggesee-Triathlon. Im Jahr 1990 richtete der Stadtsportverband Attendorn mit seinen Vereinen einen eigenen Dreikampf aus. Das sollte aber eine einmalige Sache bleiben.

Seine Premiere bei der Challenge Roth, das deutsche Mekka der Triathleten, wird Uli Selter nie vergessen. „Mir standen die Nackenhaare hoch, als ich nach meinem ersten Ironman das Ziel erreichte“, blickt er auf 2002 zurück. Getoppt wurde dieses Gefühl 2015 ebenfalls in Roth, als die Familien-Staffel mit Vater Uli, Ehefrau Sabine und Sohn Benjamin gemeinsam die Ziellinie überquerte. Sabine hatte mit dem Schwimmen vorgelegt, Uli folgte auf dem Rad und Filius Benjamin ging über die abschließende Laufstrecke.

Liga-Teams sind Aushängeschilder

Weniger erfolgreich war das erste Ligateam von Tri-Time Attendorn. Das hatte aber weniger sportliche Gründe. Die Mannschaft mit Klaus Schneider, Uli Selter sowie Rüdiger und Tom Horn hielt 1995 nur ein Jahr durch. Danach war das Experiment aus privaten Gründen, wie Hausbau und Familiengründung, erst einmal beendet.

Heute sind die beiden Liga-Mannschaften das Aushängeschild der Triathlon-Abteilung des TV Attendorn. Vor allem die Entwicklung bei den Männern ist laut Uli Selter „unter die Decke gegangen“. Seit dem Neustart 2016 gab es nur eine Richtung: steil nach oben. Von der Landesliga marschierten die Herren in einem Zug über die Verbandsliga bis in die Oberliga durch. Den Aufstieg in die fünfthöchste Klasse in Deutschland schafften Max Zbocna, Daniel Kaufmann, Benjamin Selter, Stefan Wortmann, Klaus Schneider und Christoph Klein. Den Klassenerhalt verpassten die Attendorner nur knapp. Die aktuelle Verbandsligasaison beendeten Marvin Griese, Julian Hesener, Benjamin Selter, Lukas Scholl und Lothar Fischer auf dem 3. Platz.

Das neugegründete Damenteam startete im ersten Jahr gleich in der Oberliga. In einem Riesenfeld von 28 (!) Mannschaften freuten sich Yvonne Fischer, Tatjana Weidemann, Christine Cordes, Lara Kamp und Simone Berei am Ende über Rang 6.

Das letzte Wort in Sachen Aufstieg ist für die Attendorner Ligateams aber noch nicht gesprochen. „Vielleicht rutschen beide Mannschaften noch eine Klasse hoch. Das hängt von der Ligeneinteilung ab“, berichtet Stefan Wortmann. Es kann also sein, dass Tri-Time im Jubiläumsjahr 2020 in der Regionalliga (Frauen) und Oberliga (Herren) an den Start geht.

Egal in welcher Klasse die TVA-Triathleten starten. An den Mannschaften für die neue Saison wird schon kräftig gebastelt. Mit Jaqueline Clement aus Finnentrop steht ein Neuzugang für das Frauenteam bereits fest. Christine Cordes aus Kirchhundem macht weiter. Auf Benjamin Selter müssen die Herren nach der Skisaison verzichten. Der starke Läufer nimmt sich eine Auszeit und geht mit seiner Freundin für ein paar Monate nach Südamerika.

Einige Quereinsteiger

Stefan Wortmann ist wie die meisten Attendorner Triathleten ein Quereinsteiger. „Stefan kommt vom Schwimmen. Er ist unser Team-Manager“, sagt Uli Selter über den 39-Jährigen. Im Ligateam startet der dreifache Vater nicht mehr, stattdessen kümmert er sich um viele organisatorischen Dinge. „Wir sind eine große Triathlonfamilie“, sind Uli Selter und Stefan Wortmann stolz auf ihre kleine, aber feine Abteilung. Zu den Aktiven gehören Breitensportler genauso wie leistungsorientierte Frauen und Männer. Zusammen wird viel unternommen. Feste Termine sind die beiden wöchentlichen Schwimmtage im Hallenbad, gemeinsame Radausfahrten und das Training in möglichst leistungshomogenen Gruppen.

Die Vernetzung der TVA-Ausdauersportler – ob Skiabteilung, Leichtathleten oder Radfahrer – ist eng. Selbstverständlich helfen die Triathleten beim Citylauf und dem in diesem Jahr zum letzten Mal ausgetragenen Biggesee-Marathon.

Langstreckenläufer wie Petra Stumpf und Reiner Preuß oder Dominik Hennes aus der Radsportabteilung sind inzwischen auch im Triathlon unterwegs.

Preuß hat sich 2018 einen großen Traum erfüllt und ist über die Ironman-Distanz in Roth gestartet. „Das ist ein Langstreckenschwimmen über 3,8 Kilometer, eine anschließende Tour de France-Etappe mit dem Rad über 180 Kilometer und abschließend ein Marathonlauf“, verdeutlicht Uli Selter die Dimensionen der Langdistanz.

Otto Ernst Weller mit 75 der Älteste

Zwar sind in jedem Jahr ein bis zwei Attendorner Triathleten über die lange Strecke unterwegs. Aber für die allermeisten geht es einige Nummern kleiner: Alternativen sind die Mitteldistanz, die olympische Distanz oder die Volksdistanz. Dabei sind die Einzelstrecken jeweils um die Hälfte kürzer.

Der älteste Aktive in den Reihen von Tri-Time ist der 75-jährige Otto Ernst Weller aus Altfinnentrop. Ein paar Jahre jünger ist Horst Normann, der erste Sieger des Attendorner Citylaufs.

Mit gerade zwei Jahren und der Hilfe ihres Vaters hat die kleine Enna Wortmann den Kindertriathlon absolviert, bei dem der TV Attendorn schon seit vielen Jahren erfolgreiche Nachwuchsarbeit leistet.

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