Eishockey

Nach Debakel vor dem Aus?

Die Iserlohn Roosters (hier im Heimspiel am Sonntag) erlebten in Nürnberg ein Debakel.

Die Iserlohn Roosters (hier im Heimspiel am Sonntag) erlebten in Nürnberg ein Debakel.

Foto: Michael May IKZ

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Nürnberg. Was für eine Pleite! Sie wollten die Viertelfinalserie ausgleichen und sich wieder in die gute Ausgangsposition spielen, doch nun droht den Roosters das ganz bittere frühe Ende einer so starken Saison. Denn in der Form, in der sich beide Mannschaften derzeit präsentieren, spricht wenig für einen Halbfinalisten aus Iserlohn. Nürnberg hat jetzt drei Matchbälle und kann schon am Donnerstag am Seilersee alles klar machen.


Nürnberg Ice Tigers - Iserlohn Roosters 7:1 (2:0, 2:0, 3:1). Rund 200 Fans hatten sich aus dem Sauerland auf den Weg nach Franken gemacht, um ihre Mannschaft beim Projekt Trendwende zu unterstützen. Die lief in fast unveränderten Formationen auf, nur Denis Shevyrin rückte für den verletzten Brad Ross ins Team und spielte im vierten Sturm. Und es ließ sich gar nicht einmal schlecht an für die Roosters, denn die Ice Tigers starteten nicht so aggressiv wie in den beiden letzten Partien. Doch wer daraus ein offenes Spiel im ersten Drittel ableiten wollte, lag komplett falsch. Nürnbergs Druck nahm kontinuierlich zu, die Mannschaft war einfach präsenter, schneller und konsequenter, sie beherrschte die Roosters ganz eindeutig. Nach zahlreichen Großchancen war die Führung durch Reimers sehenswert herausgespielten Treffer nur folgerichtig.

Iserlohn spielt mit, wird aber nicht gefährlich

Von den Roosters kam herzlich wenig, auch in zwei Überzahlsituationen. In der zweiten gab es nicht einen brauchbaren Abschluss. Anders die Nürnberger, die weiter alles im Griff hatten und bis zur Pause nachlegten. Nach Murleys Schuss ließ Mathias Lange die Scheibe abprallen, Buzas war zur Stelle und schob sie in die Maschen. Ein Torwartfehler, aber wo waren die Verteidiger?

Eines lag nach diesem ersten Abschnitt auf der Hand: Von den Gästen musste entschieden mehr kommen, wenn sie die Serie tatsächlich noch ausgleichen wollten. Und sie spielten im zweiten Drittel auch besser mit, kamen zu einigen guten Chancen, scheiterten aber stets am starken Keeper Beskorowany. Der stoppte auch Luigi Caporussos Solo (26.), bis dahin die beste Iserlohner Möglichkeit.

Nürnberg ließ mehr gegnerische Feldanteile zu und verlegte sich phasenweise aufs Kontern. Dabei verhinderte Lange gegen Reimer das 3:0, aber wenig später war er machtlos. Die Roosters verloren die Scheibe im Drittel der Ice Tigers, Möchel überlief Lavallée und tunnelte anschließend Lange . Das war nach 28 Minuten eine ganz bittere Pille. Die Gäste wehrten sich immerhin, kamen durch Nick Petersen, Chris Connolly und Marko Friedrich in der Folgezeit auch zu Schusschancen, doch absolut zwingend war es nicht, was da auf Beskorowanys Kasten kann.

Nun haben die Roosters ja schon einige Mal in dieser Saison klare Rückstande aufgeholt, doch da waren sie entschieden besser drauf und leisteten sich nicht so viel Fehler. Verloren war das Spiel bereits unmittelbar vor der zweiten Pause, als die Ice Tigers mit einem Shorthander Erfolg hatten. Oblinger saß auf der Strafbank, Steckel erkämpfte sich die Scheibe, ließ drei Iserlohner stehen und machte den Sack endgültig zu.

Für Iserlohn (jetzt mit Pickard im Tor) konnte es nur noch darum gehen, die Abfuhr nicht ausufern zu lassen und sich etwas Selbstvertrauen für Spiel fünf zu holen. Doch das blieb Wunschdenken.

Nürnberg durfte es sich erlauben, den Gang heraus zunehmen und selbst eine 5:3-Überzahl ungenutzt zu lassen. Es langte immer noch zum Ausbau der Führung, so dass die Roosters-Pleite immer desaströser wurde. Nowak und Heatley machten das halbe Dutzend voll, und Oblinger durfte auch noch ran. Gewiss gab es Iserlohner Chancen, aber die Ergebniskosmetik ließ lange auf sich warten. Luigi Caporusso setzte nach einem schönen Angriff den Schlusspunkt unter eine erschreckend einseitige Partie, die Nürnberg auch in der Höhe verdient gewannen. War’ s das schon für die Roosters?

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