Fussball - Oberliga Westfalen

Westfalia Hernes Turbo zündet nicht: 2:3 beim FC Gütersloh

Ilias Anan (r.) traf für den SC Westfalia Herne per Strafstoß zum 2:3 und scheiterte in der Nachspielzeit mit einem Schuss am stark reagierenden Gütersloher Keeper.

Ilias Anan (r.) traf für den SC Westfalia Herne per Strafstoß zum 2:3 und scheiterte in der Nachspielzeit mit einem Schuss am stark reagierenden Gütersloher Keeper.

Foto: Rainer Raffalski

Der FC Gütersloh fügt dem SC Westfalia Herne die erste Punktspielniederlage in 2019 zu. Am Ostermontag ist RW Ahlen in der real-Arena zu Gast.

Da gingen sie vom Platz, hängende Köpfe, Blicke auf den Rasen. Das kannten die Oberliga-Fußballer des SC Westfalia Herne aus diesem Jahr noch gar nicht, sie hatten acht Oberliga-Spiele in Folge nicht verloren. Diese Serie ist durch die 2:3 (1:2)-Niederlage beim FC Gütersloh beendet. Aber schon am Freitagmorgen danach kündigte Trainer Christian Knappmann an: die Herner arbeiten daran, am Ostermontag (15.15 Uhr, real-Arena) gegen RW Ahlen eine neue zu beginnen.

Es ist das eingetroffen, wovor Hernes Trainer schon vor dem Spiel gegen Holzwickede gewarnt hatte: „Wir haben jetzt nicht katastrophal schlecht trainiert, aber wir haben in den vergangenen Wochen unsere Form immer so gerade in die Spiele gerettet.“

Diesmal nicht, und in Gütersloh sind die Herner an einer Spielweise der Ostwestfalen gescheitert, die sonst das Spiel der Westfalia prägt – es sei eine „hochverdiente Niederlage“ gewesen, so Knappmann. Während Gütersloh wie erwartet die Schüppe draufpackte, um sich vom Abstiegsrang zu spielen (ist dank der besseren Torbilanz gegenüber dem FC Eintracht Rheine gelungen), bekamen die Gäste ihren 2019er-Turbo nicht gezündet.

„Brauchen Emotion und Mentalität für unser Spiel“

„Wir brauchen Emotion und Mentalität für unser Spiel, sonst haben wir keine Chance“, so Christian Knappmann. Von beidem hatte Gütersloh an diesem Donnerstagabend mehr zu bieten, aber wie das so ist: „Du hast acht Spiele lang nicht verloren, dann stellt sich Zufriedenheit ein und du denkst, du bist richtig gut“, so Knappmann aus der Spielerperspektive – als Trainer sagt er: „Aber die richtig Guten, die sind nie satt“.

Die Gütersloher waren bissiger, und das noch ein Stück mehr die lange Zeit in Unterzahl, nachdem Lars Beuckmann bei einem Freistoßsituation im Herner Strafraum Maurice Haar umgecheckt und dafür die Rote Karte gesehen hatte (54.).

Rote Karte gegen Felix Fuchs

Nicht der einzige Platzverweis des Abends, denn nach Schlusspfiff gingen noch Felix Fuchs und ein Gütersloher Stirn gegen Stirn aufeinander los. Der Gütersloher landete auf dem Rasen und Fuchs sah die Rote Karte, fehlt am Montag gegen Ahlen ebenso wie Erhan Duyar (fünfte Gelbe Karte).

Die Gastgeber zeigten von Anfang an, dass sie sich den Sprung vom Abstiegsrang vorgenommen hatten, und nach 26 Minuten spielten sie sich erfolgreich über ihre linke Angriffsseite nach vorne, Lars Beuckmann schloss ab zum 1:0 für die Ostwestfalen.

Güterslohs Torhüter Yilmaz rettet bei Anans Schuss

Herne arbeitete sich ins Spiel und schien darin nach 38 Minuten endgültig angekommen, als Felix Fuchs eine Ecke von Nico Pulver in den Winkel köpfte, wo der Ball nach Latten- und Pfostenberührung zum 1:1 über die Linie tropfte. Doch schon zwei Minuten später der lange Ball von Gütersloh wieder über Links, Westfalia-Keeper Ricardo Seifried bekam den Ball weit vor dem eigenen Strafraum nicht geklärt, und Eric Yakhem brachte die Gütersloher erneut in Führung, 2:1 (40.).

50 Minuten waren gespielt, da flankten die Gastgeber wieder über Links, und Yakhem erzielte seinen zweiten Treffer für die Gastgeber: 3:1. Die Führung geriet auch nach dem Platzverweis gegen Beuckmann erst einmal nicht in Gefahr, fing aber eine gute Viertelstunde vor Schluss an zu wackeln. Marcel Lückes Einsteigen im Gütersloher Strafraum gegen Erhan Duyar wertete Schiedsrichter Philip Dräger als elfmeterreif, Ilias Anan verwandelte für Herne zum 2:3 von der Marke (74.).

Die Gäste machten sich zu einer Schlussoffensive auf, und fast wäre Ilias Anan in der ersten Minute der Nachspielzeit ein Treffer aus ähnlicher Position gelungen wie bei seinem 1:0-Treffer gegen Holzwickede in der Vorwoche. Da hatte er von der Strafraumgrenze in den Winkel getroffen, ein geschmeidiges Kunststück war das gewesen – aber Güterslohs Torhüter Berkay Yilmaz hielt Anans Schuss mit einem starken Reflex. In diesem Fall gelang dem Torhüter das Kunststück, auf das es am Ende ankam.

Tore: 1:0 (27.) Beuckmann, 1:1 (38.) Fuchs, 2:1 (40.) Yakhem, 3:1 (50.) Yakhem, 3:2 (75./FE) Anan.

Gütersloh: Yilmaz; Beuckmann, Erdogmus, Bartling (56. Menmbarek), Lücke, Manstein, Aygün (67. Schröder), Yakhem, Kaptan, Flock (80. Rump), Widdecke.

Herne: Seifried; Rößler, Fuchs, Haar, Pulver - Schick (72. Tasaka), Temme (41. Duyar) - Hatano, Anan, Ciccarelli (46. Legat) - Smykacz.

Schiedsrichter: Dräger (Bielefeld).

Zuschauer: 913.

Bes. Vork.: Rote Karten gegen Breuckmann (Gütersloh/54.) und Fuchs (Herne/nach Abpfiff)