Fussball - Oberliga Westfalen

Westfalia Herne siegt sich vor bis auf Rang zehn

Westfalia Herne hat den Holzwickeder SC mit 2:0 bezwungen. Den zweiten Treffer und ein Interview mit Torschütze Michael Smykacz gibt’s im Video.

Es dauerte eine ganze Weile, bis Michael Smykacz nach dem Schlusspfiff die Tribüne verlassen hatte. Da hatte er noch lange geplaudert, aber es gab ja auch viel zu erzählen nach dem 2:0 (0:0)-Sieg des SC Westfalia Herne gegen den Holzwickeder SC.

Über den Führungstreffer von Ilias Anan zum Beispiel.

Über den sagte Holzwickedes Trainer Axel Schmeing nach dem Spiel etwas brummig, aber voller Anerkennung: „Anans Tor war schwieriger als die 25 Versuche, die wir vorher hatten.“

Westfalia Herne

Westfalia Herne
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In der 90. Minute hatte Michael Smykacz dann selbst zum Endstand getroffen, und ein Treffer kurz vorher war ihm aberkannt worden. Die Herner haben nun aber mit diesem 2:0 ihre Serie fortgeführt. Ein Grund für den Erfolg, so Smykacz sei der große Zusammenhalt im Team. Wohin das in dieser Saison noch führen kann? Schwer zu sagen, sagte der Herner Stürmer nach dem Spiel, vor allem auch, weil es in der Tabelle eng zugehe. Aber Smykacz sagt: „So kann es für uns gerne weitergehen. Wir wollen in der Rückrunde kein Spiel mehr verlieren.“ Mit diesem Sieg über Holzwickede drückten die Herner ihre Punktzahl auf 33 hoch, sind nun Zehnter.

Umbesetzung: Haar und Abdallah fielen aus

Nicht nur in der Abwehr mussten die Herner wegen der Gelb-Rot-Sperre von Maurice Haar umbauen – Nico Pulver rückte in die Innenverteidigung, Niklas Grzelka fing links in der Viererkette an. Außerdem fiel Bilal Abdallah aus, er konnte wegen seiner Schambeinentzündung nicht spielen. Nazzareno Ciccarelli, Michael Smykacz und Kai Hatano bildeten das Offensivtrio.

In der ersten Hälfte mörtelten sich die Holzwickeder effektiv ein, und ihre Kontertaktik ging auf. Nur die Tore fehlten. Wenn sie nach vorne kamen, dann zeigten die Gäste, warum Trainer Christian Knappmann vor der Begegnung vor dem Umschaltspiel des HSC gewarnt hatte.

Viermal musste Westfalia-Keeper Ricardo Seifried eingreifen, und dabei teilweise Kopf und Kragen riskieren. Für Herne verpasste Michael Smykacz erst einmal in der elften Minute per Kopf knapp, die nächsten und besten Chancen dieses Durchgangs aber hatte Holzwickede.

In der 28. Minute wehrte Seifried nacheinander gegen Enis Delija und Sebastian Hahne ab, später dann noch zweimal mit vollem Einsatz gegen die von den Gästen jeweils zügig freigespielten Justin Pfaff (35.) und Kaniwar Uzun (40.).

Aufgrund dieser ersten Halbzeit, sagte Hernes Trainer Christian Knappmann nach der Begegnung, wäre ein Unentschieden das gerechtere Ergebnis gewesen. Aber es waren die Herner, die sich treffsicher die volle Punktzahl herausspielten und -kämpften. In der 57. Minute verpasste Michael Smykacz mit seinem Schuss nur knapp.

Ilias Anan ist die entscheidende Fußspitze schneller

Eine Minute später machte der gerade auch für diese Szenen eingewechselte Maurice Kühn seinen Job und legte an der Strafraumgrenze mit dem Kopf ab auf Ilias Anan, der sich mit der entscheidenden Fußspitze schneller durchsetzte und den Ball zum 1:0 (58.) in den Winkel setzte.

Holzwickede spielte auf den Ausgleich, aber ohne die ganz klaren Chancen wie im ersten Abschnitt, in diesem zweiten Durchgang waren die Herner das offensiv gefährlichere Team.

Späte endgültige Entscheidung

Nach 80 Minuten jubelten die Gastgeber schon über die Entscheidung – voreilig. Michael Smykacz setzte einen Elfmeter an die Latte, traf per Kopf – das Tor zählte aber nicht, weil kein anderer Spieler außer Smykacz den Ball berührt hatte.

So konterte sich die Westfalia zur späten endgültigen Entscheidung. Kai Hatano steppte durch Holzwickedes linke Abwehrseite, legte von der Grundlinie zurück auf Michael Smykacz, der schließlich und in diesem Fall unwiderruflich zum 2:0-Endstand (90.) traf.

Tore: 1:0 (58.) Anan, 2:0 (90.) Smykacz.

Herne: Seifried; Rößler, Fuchs, Pulver, Grzelka - Anan, Temme, Tasaka (46. Kühn) - Ciccarelli (54. Duyar), Smykacz, Hatano.

Holzwickede: Beinsen; Müller, Pfaff, Delia, Rosowski, Uzun (59. Berghorst), Michailovic, Hahne, Heinrichs (46. Kusakci), Gohr (74. Sacher), Kaluza.

Schiedsrichter: Stor (Aerzen).

Zuschauer: 576.