Fussball - Oberliga Westfalen

Westfalia Herne: Die Kugel soll endlich mal auf „Rot“ landen

Was soll man da machen?, scheint Enes Bilgin (hier beim Spiel in Wattenscheid) zu fragen – der Westfalia fehlen  Tore und damit auch Punkte.

Was soll man da machen?, scheint Enes Bilgin (hier beim Spiel in Wattenscheid) zu fragen – der Westfalia fehlen Tore und damit auch Punkte.

Foto: Thorsten Tillmann / FUNKE Foto Services

Herne.  Westfalia Herne empfängt am Donnerstag die TSG Sprockhövel, nimmt zum neunten Mal den Kampf um das erste Sieger-Gefühl der Saison auf.

Zum gängigen Fußball-Vokabular gehört der Satz: Wir wissen, an welchen Stellschrauben wir drehen müssen. Christian Knappmann, der Trainer des SC Westfalia Herne, muss nur an einer drehen.

Die allerdings sitzt ziemlich fest seit Beginn dieser Saison, und an diesem Donnerstag (19 Uhr, Edi-Arena) suchen die Herner im Spiel gegen die TSG Sprockhövel ein weiteres Mal nach dem passenden Schlüssel.

Westfalia Herne hat die bisher wenigsten Treffer der Liga erzielt

Einen Zähler hat die Westfalia aus acht Spielen geholt, lässt damit nur das punktlose Schlusslicht aus Hamm hinter sich. Aber das andere große Problem der Westfalia findet sich in der Torbilanz. Fünf Treffer haben die Herner bisher erzielt, das sind die wenigsten der Liga.

Um das interne Torjäger-Ranking der Westfalia anzuführen, reichen schon zwei Tore. Dacain Baraza hat sie erzielt – als Innenverteidiger.

„Und das, obwohl er dabei beide Male nicht von Beginn an im Sturm gespielt hat“, so Christian Knappmann.

Deshalb soll Baraza, wie schon einmal angedacht, gegen Sprockhövel auch ganz vorne beginnen.

An den Stellschrauben kurz vor dem gegnerischen Tor drehen

Ansonsten, so Knappmann, müsse seine Mannschaft nicht vieles tun, was sich von den Auftritten aus den meisten der bisherigen Spiele unterscheidet: „Wir müssen an den Stellschrauben kurz vor dem gegnerischen Tor drehen.“

In der Formation fürs Sprockhövel-Spiel wird sich auch einiges ändern. Denn Christian Eggert fällt nach dem 1:3 in Aplerbeck Rot-gesperrt aus, ebenso Kerem Sengün (sah Gelb-Rot in Aplerbeck).

Und auch Suat Bas wird fehlen, er hat sich in in Aplerbeck möglicherweise einen Mittelfußbruch zugezogen. Eric Gweth ist wegen einer Weisheitszahn-OP nicht dabei, Cheick Doumbouya wird angeschlagen zunächst auf der Bank sitzen.

Bisher nur ein Punkt – Ausfälle aber „als Grund zu einfach“

Aber: Die Tatsache, dass auch in den vorherigen Spielen immer wieder Akteure ausgefallen sind, will Knappmann nicht zu stark herausstellen angesichts der bisher äußerst mageren Punktausbeute.

„Das wäre als Grund zu einfach. Es fallen ja bei jeder Mannschaft immer wieder ein paar Spieler aus. Das ist bei uns nicht mit der Situation zu vergleichen, als uns vor zwei Jahren zeitweise zwischen zehn und 15 Spieler gefehlt haben“, so der Trainer.

Achtmal ist die Kugel auf „Schwarz“ gelandet

Gegen den Vierten (7 Spiele/18 Punkte) nehmen die Herner nun zum neunten Mal den Kampf um das erste Sieger-Gefühl dieser Saison auf. „Es ist vielleicht wie im Casino. Wir setzen immer auf Rot, und achtmal ist die Kugel bis jetzt auf Schwarz gelandet“, so Knappmann.

Die TSG um Andrius Balaika schätzt der Herner Trainer allerdings als starken Gegner: „Auch durch ihren Trainer spielen sie mit vielen technischen Elementen, und das machen sie Jahr für Jahr gut.“

Damit haben die Sprockhöveler bisher nicht nur sechs Siege eingefahren, sondern in der Torjägerliste sind mit Ibrahim Bulut (6 Tore) und dem früheren Herner Nazzareno Ciccarelli (5 Tore) zwei TSG-Akteure vorne dabei.

Corona-Szenario weitergedreht

Auf die Frage, ob sich die Westfalia mit einem Erfolgserlebnis in die anstehende mehrwöchige Pause wegen Corona verabschieden möchte, dreht Knappmann das Szenario noch ein Stück weiter.

Der Westfalia-Trainer ist skeptisch, ob es danach überhaupt noch Meisterschaftspartien in der Spielzeit 2020/21 geben wird: „Ich sag es mal sarkastisch: Diese Saison wollen wir am Donnerstag mit einem Sieg beenden.“

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