Fußball

Westfalia Herne bleibt hungrig auf Punkte

Auch in Rheine werden Ilias Anan (Mitte), Michael Smykacz (r.) und ihre Herner Teamkollegen keinen Ball verloren geben, um erneut drei Punkte einzufahren.

Auch in Rheine werden Ilias Anan (Mitte), Michael Smykacz (r.) und ihre Herner Teamkollegen keinen Ball verloren geben, um erneut drei Punkte einzufahren.

Foto: Rainer Raffalski

Nach dem gesicherten Klassenerhalt will Westfalia Herne jetzt unter die ersten Sechs. Am Sonntag in Rheine fehlt Abwehrchef Maurice Haar.

Der Klassenerhalt ist seit Mittwoch endgültig eingetütet, und ganz sicher haben sie beim SC Westfalia Herne einmal erleichtert durchgeatmet. Der ganz große Druck, der den Oberligisten nach einem verkorksten Saisonstart monatelang belastet hat, ist abgefallen. Doch niemand am Schloss erwägt nun, in den Verwaltungsmodus umzuschalten und die Saison entspannt ausklingen zu lassen. Auch beim akut abstiegsgefährdeten FC Eintracht Rheine sollte man sich nicht der Illusion hingeben, am Sonntag einen punktesatten Gast in der OBI Arena zu empfangen (15 Uhr, Bentlager Weg 40).

Im Gegenteil. „Im November hat doch in der ganzen Liga niemand mehr einen Pfifferling auf Westfalia Herne gesetzt“, erinnert Christian Knappmann. „Um all’ jene Lügen zu strafen, würde ich am liebsten nochmal sechs Punkte obendrauf knallen.“ Mit 48 Zählern, so der Herner Trainer, sei vielleicht sogar das Ursprungsziel, ein Platz unter den ersten Sechs, noch erreichbar. „Es wäre eine innere Genugtuung, allen den Mund gestopft zu haben, die das Team und mich in Frage gestellt haben.“

Verantwortung liegt bei den Klubs

Die Eintracht darf im Abstiegskampf also nicht mit weiterer Hilfe aus Herne rechnen. Eine gewisse Unterstützung gab es ja schon mit dem Einspruch gegen die Wertung des Spiels Hammer SpVg – SV Schermbeck (3:0), dem das Verbandsportgericht am Freitag stattgab. Die Partie wird mit 2:0 für Schermbeck gewertet. Christian Knappmann war aufgefallen, dass Hamm mit Damir Kurtovic einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatte. Das angezeigt zu haben, war für den Herner Trainer nicht nur im eigenen Interesse richtig. „Für mich wäre es unmoralisch, dieses Wissen nicht publik zu machen, weil man dadurch auch anderen Vereinen schadet.“ Regeln seien nun einmal für alle verbindlich, und für die Einhaltung seien die Vereine verantwortlich. Das DFB-Net sei allenfalls eine Hilfe, auf die man sich nicht blind verlassen dürfe. „Laut DFB-Net ist Morre Haar gegen Rheine spielberechtigt. Aber wir wissen, dass er die zehnte Gelbe gesehen hat und deshalb gesperrt ist.“

Also bleibt Westfalias Abwehrchef draußen, und Knappmann muss sich erneut einen Innenverteidiger schnitzen. Erhan Duyar, von Haus aus Stürmer, hat sich als Vertreter des bis zum 6. Juni gesperrten Felix Fuchs bislang in dieser ungewohnten Rolle prächtig geschlagen. Wer neben ihm verteidigt, ließ der Coach noch offen. Die Option, Nico Pulver nach innen zu ziehen und Niclas Grzelka links in die Viererkette zu stellen, scheidet aus, weil Grzelka verletzt ist. Ohne Haar und Grzelka, aber wieder mit Maurice Temme und ansonsten ähnlich wie in Brünninghausen geht Knappmann die Partie in Rheine an. „Wir werden wieder versuchen, über ein altmodisches Konterspiel das Ding nach Herne zu holen.“

Dass Rheine mit seinem überragenden Kapitän und Torjäger Timo Scherping (19 Saisontore) als Tabellenvorletzter ganz unten drin steckt, wundert auch den Herner Trainer. „Fußballerisch ist die Mannschaft top. Aber es ist ja oft so: Wenn eine Mannschaft, die sich über das Fußball-Spielen definiert, da unten reinrutscht, tut sie sich oft schwer, den Schalter umzulegen.“

Heißt schließlich Abstiegskampf.

SCW entschuldigt sich bei Schiedsrichterin

Den Klassenerhalt hat der SC Westfalia Herne durch den 2:1-Sieg beim FC Brünninghausen endgültig geschafft, aber es danach gab noch ein Vorkommnis vom Rande des Spiels aufzuarbeiten. So wurde aus einer Gruppe von vier bis fünf Zuschauern heraus, anscheinend Anhänger der Westfalia, die Linienrichterin des Unparteiischen-Gespanns übel beleidigt. Direkt nach dem Abpfiff entschuldigte sich Tim Eibold, der Sportliche Leiter der Westfalia, bei der Linienrichterin und tat dies auch noch mal am Tag danach telefonisch. Via Facebook nahm die Westfalia Stellung und distanzierte sich „zu 100% von frauenabwertenden Beleidigungen, die Fans – egal welcher Gruppierung – äußern.“ Außerdem, so Eibold auf Nachfrage: „Wir werden als Verein knallhart dagegen vorgehen.“