Fußball

Tumulte begleiten Westfalias 2:3-Niederlage in Rheine

Philipp Rößler (blau), hier in einer Szene aus dem Hinspiel, musste mit dem SC Westfalia in Rheine eine 2:3-Niederlage hinnehmen.

Philipp Rößler (blau), hier in einer Szene aus dem Hinspiel, musste mit dem SC Westfalia in Rheine eine 2:3-Niederlage hinnehmen.

Foto: Klaus Pollkläsener

Westfalia Herne unterliegt in Rheine mit 2:3. Siegtor fällt durch einen zweifelhaften Strafstoß in der Nachspielzeit. Zuschauer auf dem Platz.

Rudelbildung und Tumulte auf dem Rasen, Randale nach dem Abpfiff vor den Kabinen – die Oberligapartie zwischen Eintracht Rheine und Westfalia Herne zeigte einmal mehr, wie sehr Abstiegskampf an den Nerven mancher Fußballer und ihrer Fans zerrt. Übrigens: Das Spiel endete 3:2 (1:0) für den Tabellenvorletzten aus Rheine, das Siegtor fiel durch einen aus Herner Sicht mehr als umstrittenen Handelfmeter in der fünften Minute der Nachspielzeit.

Was genau in dieser Nachspielzeit auf dem Platz und anschließend vor der Kabine passierte, wird noch aufzuklären sein. Die Herner stellten Videosequenzen ins Netz, die belegen sollen, dass es nur Anhänger des FC Eintracht waren, die in der 94. Minute den Platz stürmten und die ohnehin stark angespannte Situation eskalieren ließen. Zuvor hatte Marcel Neuer ein unstreitiges Handspiel von Enes Schick gepfiffen – ob im oder vor dem Strafraum, darüber waren sich der Schiedsrichter und sein Assistent augenscheinlich nicht einig. Während sie berieten, kam es zu ersten Rudelbildungen, und auch Zuschauer mischten bei dem Gerangel kräftig mit. Erst nach einer etwa fünfminütigen Unterbrechung ging es weiter: Mit einer Roten Karte gegen den FCE-Spieler Tejan Fofana und Elfmeter für Rheine, den Kevin Grewe zum 3:2 verwandelte.

Erster Elfer eine „Kann-Entscheidung“

Grewe war es auch, der Rheine in der 30. Minute in Führung gebracht hatte, ebenfalls vom Punkt. Für SCW-Trainer Knappmann, der die Krawalle am Ende nicht mitbekam, weil er schon in der Kabine saß, war das eine „Kann-Entscheidung“. Herne wurde nach eigener Ecke ausgekontert, Nico Pulver wollte klären, produzierte einen Querschläger, Ricardo Seifried kam aus seinem Tor, um den Ball wegzufausten, und rasselte mit dem FCE-Stürmer zusammen. Das 1:0 stellte den Spielverlauf nach Knappmanns Ansicht auf den Kopf: „Wir waren die spielbestimmende Mannschaft und hatten auch etliche Torchancen.“ Zweimal habe FCE-Keeper Hinkerohe „weltklasse gehalten“. Zunächst parierte er gegen den allein auf ihn zulaufenden Michael Smykacz, dann fischte er auch Maurice Kühns Schuss nach einer Freistoßvariante aus dem Eck.

Nach Wiederbeginn erhöhte Herne den Druck, rannte unermüdlich an, musste aber durch Scherping das 0:2 schlucken. „Das war ein Wembley-Tor. Ob der Ball hinter der Linie war oder nicht, kann ich nicht sagen“, so Knappmann. Sofort stellte er auf Dreierkette um, wollte das Spiel noch umbiegen. Angriff auf Angriff rollte auf das Eintracht-Tor, besonders Kai Hatano war kaum zu halten. Rheine wackelte. Als Jugendspieler Simon Freitag im Strafraum umgestoßen wurde, bekam auch der SCW einen Elfmeter. Ilias Anan verwandelte, wenig später erzielte Enes Schick nach Pulver-Flanke den Ausgleich. Freitag, Hatano und Anan hatten sogar das 2:3 auf dem Fuß, brachten den Ball aber nicht unter.

Und dann kam die Nachspielzeit.

FC Eintracht Rheine - SC Westfalia Herne 3:2 (1:0). Tore: 1:0 (30.) Grewe, 2:0 (74.) Scherping, 2:1 (78.) Anan, 2:2 (86.) Schick, 3:2 (90.+5) Grewe. FCE: Hinkerohe, Olthoff, Holtmann, Varelmann, Hönicke (76. Fofana), Frank, Grewe, Scherping, Terziqi (71. Guetat), Mladenovic (57. Garmann), Meyer. SCW: Seifried, Rößler (76. Cakir), Duyar, Temme, Pulver - Schick - Hatano, Kühn (63. Deniz), Anan, Ciccarelli (63. Freitag), Smykacz. SR: Neuer (Gelsenkirchen). Rote Karte: Fofana (Rheine/90.+4). Zuschauer: 462.