Tennis

TC Parkhaus schnuppert an der Sensation

Seine bislang beste Leistung für den TC Parkhaus zeigte Justus Drees, der sein Einzel glatt in zwei Sätzen gewann.

Seine bislang beste Leistung für den TC Parkhaus zeigte Justus Drees, der sein Einzel glatt in zwei Sätzen gewann.

Foto: Klaus Pollkläsener

Westfalenligist TC Parkhaus trennt sich von BW Halle nach 3:0-Führung noch unentschieden. Am 9. Februar geht es in Soest um den Klassenerhalt.

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Wahnsinn, sie hatten die Sensation auf dem Schläger. 3:0 führte Westfalenligist TC Parkhaus Wanne-Eickel gegen den TC Blau-Weiß Halle, einen der renommiertesten Tennisclubs des Landes, hatte bis dahin zwar einiges Glück gehabt, sich dieses Glück mit Können und Kampfgeist aber absolut verdient. Und auch das vierte Einzel stand spitz auf Knopf. Am Ende jedoch drehte Halles Spitzenspieler Lennart Zynga das Hochgeschwindigkeitsmatch gegen Lynn Max Kempen auf seine Seite, und in den Doppeln spielte der vierfache Deutsche Mannschaftsmeister seine Klasse und Erfahrung gnadenlos aus.

So hieß es am Ende eines spektakulären, höchst unterhaltsamen Tennisnachmittags an der Reichsstraße 3:3 – für den TC Parkhaus ein toller Achtungserfolg, der allerdings seine sportlichen Tücken hat. Denn obwohl nach drei Spielen noch ungeschlagen, ist Platz eins für die Eickeler damit außer Reichweite, und bei einer abschließenden Niederlage in Soest am 9. Februar rutscht der TCP sogar noch auf Platz vier und steigt ab. „Das wollen wir natürlich unbedingt vermeiden und auch im nächsten Winter in der höchsten Klasse spielen“, sagt TCP-Vorstand Robert Sibbel. Allerdings weiß auch er, dass Soest in eigener Halle und in Bestbesetzung ein echter Brocken ist.

Mittlerweile aber können es die Youngster aus Eickel auch mit den Schwergewichten des Tennissports aufnehmen. Das bewiesen sie jetzt auch gegen die Ostwestfalen, die in starker Besetzung mit drei Profis anreisten und so ihre Titelambitionen unterstrichen. Doch anfangs lief alles für die Gastgeber. Ausgerechnet die beiden 18-jährigen Jungspunde Justus Drees und Marcel Zielinski setzten die Gäste gehörig unter Druck. Beeindruckend cool spulte Drees sein Programm ab, spielte mit mehr Präzision und weniger Fehlern als Maximilian Friese und gestattete seinem Gegner erst im zweiten Satz den ersten Spielgewinn. Nach seiner besten Leistung im TCP-Dress durfte sich Drees über einen 6:0/6:2-Sieg freuen.

Zielinskis Zähigkeit setzt sich durch

Derweil lieferten sich Zielinski und der 26-jährige niederländische Profi Justin Eleveld ein zähes Ringen. Anfangs war es oft der Holländer, der die Grundlinienduelle mit krachenden, longline geschlagenen Rückhänden beendete. Aber Zielinski kämpfte um jeden Ball, machte wenig Eigenfehler und nutzte jede Gelegenheit, selbst Druck zu machen. Zwei Breaks zum 2:3 und 3:4 konnte Eickels Eigengewächs postwendend wieder wettmachen, dann verlor er nach 30:15 erneut seinen Aufschlag und kurz darauf den ersten Satz.

Im zweiten änderte sich das Bild fundamental. Zielinski spielte seinen Stiefel weiter fast fehlerfrei herunter, Eleveld aber bewegte sich schlechter und hatte deshalb eine größere Streuung. Spätestens nach dem 0:4 schaltete er zurück, um Kräfte für den Matchtiebreak zu sparen. Den eröffnete er gleich mit einem Rückhandwinner, führte schnell mit 4:1, später dann mit 8:5. Doch das heißt gar nichts, wenn auf der anderen Netzseite ein Zielinski steht. Der blieb dran, rannte, kämpfte – und spielte bei den big points sein bestes Tennis.

Sibbel schlägt Altmeister Koderisch

Aus dem 5:8 machte er ein 9:8, sah den nächsten Ball seines Gegners knapp neben der Linie und fühlte sich schon als Sieger. Doch Eleveld sah es anders, rief seinen Kapitän Koderisch, laut Reglement Oberschiedsrichter der Partie. Der gab den Ball gut, es hieß 9:9, die Spannung war auf dem Siedepunkt. Aber auch davon ließ sich Zielinski nicht irritieren. Nervenstark hielt er bei der nächsten Rallye den Ball im Spiel, bis Eleveld eine Vorhand ins Netz knallte. Ein Returnfehler noch, dann durfte sich Zielinski feiern lassen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Philipp Sibbel gegen Christopher Koderisch den ersten Satz schon fast gewonnen. Ohne Angst vor großen Namen machte Sibbel Druck, hetzte den mehrfachen Westfalenmeister in die Ecken und kam mit seiner wuchtigen Vorhand oft zu direkten Punkten. Mit 6:1 holte sich Sibbel Satz eins, doch Koderisch, der alte Fuchs, gab sich noch nicht geschlagen. Obwohl er zeitweise lustlos wirkte, blieb er mit seinem unorthodoxen Stil immer gefährlich. Sibbel verlor nach 3:2-Führung drei Spiele in Folge, konterte aber und hatte bei 6:5 den Sieg vor Augen. Aber der frühere ATP-Profi rettete sich in den Tiebreak und schaffte den Satzausgleich. Im Matchtiebreak aber war Sibbel wieder der dominierende Mann. Zwar vergab er eine 9:5-Führung, nach Abwehr eines Matchballes aber verwandelte er seinen eigenen fünften Matchball zum 12:10.

Kempen verpasst Matchtiebreak

„Ich glaube es nicht. Halle kommt mit einer starken Truppe, und wir führen 3:0“, konnte es Robert Sibbel kaum fassen. Und selbst ein 4:0 schien möglich. Lynn Kempen und Lennart Zynga lieferten sich rasante Ballwechsel voller Power und Präzision. Bis 4:1 dominierte der Eickeler, dann holte Zynga (DTB 65) sieben Spiele in Folge. Kempen aber biss sich wieder ins Match, machte aus dem 0:2 im zweiten Satz ein 3:2, blieb bis 5:5 dran, konnte sich aber nicht in den Matchtiebreak retten.

Und dann kam, was die TCP-Anhänger schon befürchtet hatten. Beide Doppel gingen recht deutlich an die Gäste. „Da hat sich die Erfahrung einfach durchgesetzt“, so Robert Sibbel. „Aber ein 4:2 wäre des Guten auch zu viel gewesen. In den Einzeln haben wir unser Glück schon aufgebraucht.“

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