Fussball - Landesliga

SV Sodingen ist „nah dran wie nie“ am Aufstieg

Der SV Sodingen hat einen Lauf. Hier starten Naim Ajeti (l.) und Stephan Hornberger (2.v.r.) nach einem Treffer beim 5:1 gegen die DJK Wattenscheid durch.

Der SV Sodingen hat einen Lauf. Hier starten Naim Ajeti (l.) und Stephan Hornberger (2.v.r.) nach einem Treffer beim 5:1 gegen die DJK Wattenscheid durch.

Foto: Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.   Die Relegation zum Westfalenliga-Aufstieg hat der SV Sodingen sicher, hat auch noch die Chance auf den Titel. Das Finale eines langen Spurts.

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Kai Patalla hat kürzlich einen Satz gesagt, der die vergangenen Spielzeiten und die aktuelle Perspektive des SV Sodingen in der Fußball-Landesliga 3 kurz und knackig zusammenfasst. Dieser Satz, so Timo Erkenberg, Trainer des SV Sodingen, lautet: So nah dran waren wir noch nie. Soll heißen: so nah dran am Aufstieg in die Westfalenliga. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da schienen die Sodinger ziemlich weit entfernt vom Sprung in die nächst höhere Spielklasse.

Es war noch ein Spiel, das Trainer Erkenberg mit in die Winter-Vorbereitungszeit einpreiste, und zwei folgende Punktspiele. Zunächst das Kreispokalviertelfinale beim Bezirksliga-Tabellenführer (und mittlerweile -Meister) SV Wanne 11. 0:6 verloren.

In der Liga dann zwei Niederlagen gegen Obercastrop und im Derby gegen Firtinaspor Herne – damit habe man nicht gerechnet, aber so überraschend sei es nun auch nicht gewesen, sagt Timo Erkenberg.

Denn zu schwierig waren die Wochen der Vorbereitung wegen der Platzprobleme auf dem Naturrasen des Glück-Auf-Stadions gewesen.

Die Sodinger versuchten es mal auf der kleinen Kunstrasenspielfläche im Stadion, „aber das ist vom Naturrasen aus ein Wechsel wie auf Beton“, so Sodingens Trainer.

Die Sodinger trainierten einige Male in der real-Arena beim SC Westfalia Herne, auch mal in Bövinghausen – und so wechselhaft die Vorbereitung gewesen war, so unterschiedlich waren auch die ersten Ergebnisse nach dem Ende der Punktspielpause, und in einigen Spielen kam vieles zusammen. Späte Gegentore, oder ein vom Wind ins SV-Tor gewehter Ball nach einem Eckball von Viktoria Resse am stürmischen März-Sonntag.

Aber ein Startschuss sollte noch fallen. Abgefeuert hat ihn der SV Brackel, der den Sodingern nach der Klatsche in Wanne die zweite 0:6-Niederlage innerhalb weniger Wochen beibrachte.

Danach passierte etwas, und es passierte schnell: für die Sodinger stand ein englische Woche an, mit einem Nachholspiel am Donnerstag gehe den Hombrucher SV. Das gewannen die Sodinger mit 3:0, und es folgte eine Reihe von weiteren sechs Spielen ohne Niederlage – ein langer Spurt. Zwischen dem 0:6 am Sonntag und dem Sieg gegen Hombruch habe es nur eine Trainingseinheit gegeben, sagt Erkenberg: „Für uns war nach dem Brackel-Spiel klar, dass wir die Defensive stabilisieren. Und dann hat die Mannschaft die Antwort auf dem Platz gegeben.“

In dieser ausgeglichenen Liga haben sich die Sodinger nun auf Platz zwei vorgespielt, mit einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer SC Obersprockhövel. Wer auch immer nach dem kommenden Spieltag Zweiter sein wird, spielt in einem Entscheidungsspiel gegen den Zweitplatzierten der Staffel 1 (TuS Tengern oder VfB Fichte Bielefeld) um den Aufstieg in die Westfalenliga. Die Chancen, am kommenden Sonntag (alle Spiele werden um 15.15 Uhr angepfiffen) Obersprockhövel noch zu überholen, die sind für Timo Erkenberg nur schwer zu beziffern. Sodingen spielt zu Hause im Glück-Auf-Stadion gegen den SSV Mühlhausen-Uelzen, Obersprockhövel in Kemminghausen: diese Gegner der beiden Spitzenteams der Liga brauchen noch Punkte für den Klassenerhalt.

Tabellenzweiter waren die Sodinger vor zwei Jahren schon mal, mit Trainer Frank Wagener nach der Saison 2016/2017. Aber das war ausgerechnet die Spielzeit, nach der es seit langer Zeit keine Aufstiegsrelegation zur Westfalenliga gab. Kai Patalla hat recht: diesmal sind die Sodinger schon ein ganzes Stück weiter.

Entscheidungsspiele um den Aufstieg stehen nach dem Ende der Ligaspiele an

Nur zwei westfälische Vereine, der 1. FC Kaan-Marienborn und der SC Wiedenbrück, sind nach der abgelaufenen Saison aus der Fußball-Oberliga Westfalen abgestiegen, nachdem der SV Lippstadt 08 und die SG Wattenscheid 09 den Klassenerhalt geschafft haben. Dadurch kommt es in den Ligen darunter zu Entscheidungspartien nach Abschluss der Ligaspiele.

So kämpft der Drittletzte der Westfalenliga 1 (zurzeit SpVg Beckum) in einem Entscheidungsspiel gegen den Viertletzten der Staffel 2 (zurzeit SV Horst-Emscher 08) um den Klassenerhalt. Als Aufsteiger zur Oberliga stehen hier SC Preußen Münster II (Westfalenliga 1) und RSV Meinerzhagen (Westfalenliga 2) fest.

In der Landesliga steht erst ein Meister und Aufsteiger zur Westfalenliga fest, GW Nottuln. Die vier Zweitplatzierten spielen jeweils auf neutralem Platz zwei weitere Aufsteiger aus. Aus der Landesliga 3 trifft entweder Tabellenführer SC Obersprockhövel oder der zurzeit Zweite SV Sodingen entweder auf den TuS Tengern oder den VfB Fichte Bielefeld, die punktgleich die Staffel 1 anführen. Mit den Aufstiegsspielen der Bezirksliga-Tabellenzweiten hat der SV Wanne 11 nichts mehr zu tun: die Schwarzen Raben stehen in der Bezirksliga 10 als Meister und Aufsteiger fest.

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