Fußball Westfalenliga

SV Sodingen hinterlässt nach neuer Klatsche Sprachlosigkeit

Einen kurzen Arbeitstag verlebte Sodingens Julian Kaminski. Schon nach 24 Minuten sah er zum zweiten Mal Gelb.

Einen kurzen Arbeitstag verlebte Sodingens Julian Kaminski. Schon nach 24 Minuten sah er zum zweiten Mal Gelb.

Foto: Manfred Sander / FUNKE Foto Services

Der SV Sodingen geht zu Hause gegen Westfalia Wickede zum zweiten Mal in Folge mit 1:6 unter. Für diese Woche sind ernste Gespräche angekündigt.

Der Operation „Goldener Herbst“ des SV Sodingen wurde der Start gründlich verhagelt. Denn dem Hordel-Debakel ließ der Aufsteiger ein weiteres auf eigenem Platz gegen den zuvor punktgleichen Keller-Kontrahenten BV Westfalia Wickede folgen. Erneut hieß es für die Erkenberg-Elf am Ende 1:6. Sodingen bleibt damit auf Abstiegsplatz 16.

War das 1:6 in Hordel noch durch Qualitätsunterschied im Wesentlichen erklärbar, so fehlten Trainer Timo Erkenberg nach den zum Ende hin beängstigenden 90 Minuten gegen die Dortmunder jegliche Worte. Klar, schon eine Woche zuvor sah er die Westfalenliga-Qualität seiner Mannschaft in Frage gestellt. Als hätten seine Spieler ihm dies bestätigen wollen, präsentierten sie sich gerade zum Ende des Spiels gegen Wickede von der Rolle. Der Herbst in Sodingen gestaltet sich nach nunmehr 15 Gegentoren in den letzten drei Spielen maximal frostig.

Kaminski sieht früh Gelb-Rot

Dennis Konarski rückte gegen Wickede wie angekündigt in die Startelf zurück, auch Naim Ajeti war nach abgelaufener Sperre wieder dabei. Dennoch stand die Partie von Beginn an unter keinem guten Stern. Zunächst handelte sich Julian Kaminski binnen 24 Minuten zweimal Gelb ein und bescherte den ohnehin verunsicherten Sodingern eine frühe Unterzahlsituation. Nach einer guten halben Stunde lenkte Moritz Felber die Kugel zum Dortmunder Führungstor ins eigene Netz. Mit einem Mann weniger jedoch zeigten sich die Hausherren plötzlich aufgerüttelt, wacher. Den Rest der ersten Hälfte konnten die zehn verbliebenen Hausherren dann unbeschadet über die Bühne bringen.

Es blieb bei einer guten Sodinger Phase

Nach dem Wiederanpfiff zeigte sich der SVS durchaus gewillt, die drohende Niederlage abzuwenden, erspielte sich eigene Möglichkeiten. Doch wie in so vielen Spielen zuvor, blieb es lediglich bei einer guten Phase. Mit dem zweiten und dritten Gegentor (60./64.) ließ die Körperspannung sichtlich nach. Am Ende ergab sich der SV Sodingen wie schon in Hordel seinem Schicksal.

„Die machen doch mit euch was sie wollen“, brüllte Schlussmann Robin Siebert seine Vorderleute zwischenzeitlich lauthals an und malträtierte wütend den Torpfosten. In zunehmender Regelmäßigkeit lieferte man im Mittelfeld den Ball ab und guckte erstaunt dem x-ten Wickeder Konter hinterher. Immer wieder stand Robin Siebert von seinen Kameraden allein gelassen seinem jeweiligen Gegenüber im Weg. Die Gäste aus Wickede wiederum spielten inzwischen Hacke, Spitze. Und sie erzielten so insgesamt fünf weitere Treffer nach der Pause.

Tugrul Aydin trifft per Elfmeter

Dass Tugrul Aydin einen Elfmeter zum 1:3-Zwischenstand (73.) versenken und Robin Siebert in der 87. Minute auf der anderen Seite einen Gäste-Elfer flach aus dem Eck kratzen konnte, blieben da lediglich zwei nette Randnotizen. Mit dem halben Dutzend Gegentore jedenfalls war Sodingen am Ende gut bedient. Nicht zu vergessen: Zu Hause, gegen Westfalia Wickede. Sodingens sportlicher Leiter Stefan Gosing kündigt Gespräche für diese Woche an.

Tore: 0:1 (32., Eigentor) Felber, 0:2 (60.), 0:3 (64.), 1:3 (73./FE) Aydin, 1:4 (79.), 1:5 (81.), 1:6 (89.).

Sodingen: Siebert; Meißner, Konarski (75. Fanenstich), Felber, Bertram (56. Yigit) - Keysberg, Aydin - Kaminski, Kniza (65. Drepper), El-Mansoury - Ajeti (76. Abdallah).

Bes. Vork.: Gelb-Rot für Kaminski (24., Sodingen)

Schiedsrichter: Cengiz Kabalakli

Zuschauer: 80

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