Fussball - Turniere

Sodingen schafft Comeback im Finale gegen Westfalia Herne

Der Moment des Triumphs: Sebastian Freyni verwandelt seinen Neunmeterschuss. Die Sodinger jubeln, hier unter anderem Trainer Timo Erkenberg (vorn 2.v.l.) und Naim Ajeti (rechts davor), der als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde.

Der Moment des Triumphs: Sebastian Freyni verwandelt seinen Neunmeterschuss. Die Sodinger jubeln, hier unter anderem Trainer Timo Erkenberg (vorn 2.v.l.) und Naim Ajeti (rechts davor), der als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde.

Foto: Klaus Pollkläsener

Erstmals seit 1997 gewinnt der SV Sodingen wieder das eigene Hallenturnier. Danach sah es zunächst nicht aus im Finale gegen Westfalia Herne.

Zwei Mannschaften aus Traditionsvereinen standen im Endspiel des zweiten Turniers um den Alfred-Schmidt-Cup. SV Sodingen gegen Westfalia Herne lautete die Paarung. Und am Ende, als nach dem Neunmeterschießen ein Jubelknäuel in Grün vor dem Tor tanzte, da waren zwei Serien vorbei. Eine war um einiges länger gewesen: die Sodinger holten zum ersten Mal seit 1997 wieder den Titel des Inoffiziellen Stadtmeisters in der Halle.

Sebastian Freyni war’s, der nach dem entscheidenden Neunmeterschuss abdrehte und von seinen Teamkollegen umzingelt wurde. 3:1 im Neunmeterschießen, 3:3 zuvor nach regulärer Spielzeit: mit 6:4 ging dieses Finale an den Landesligisten SV Sodingen, der dieses Hallenturnier damit zum ersten Mal nach 1997 wieder gewann. Die Westfalia hingegen verlor nach drei Turniersiegen in Folge das Finale in der Sporthalle am Westring.

Sodingens Trainer Timo Erkenberg löste sich später, nach der Siegerehrung, aus der Reihe der Strahlemänner in Grün und erklärte: „Klar tut so ein Erfolg gut. Wenn man wie wir im Endspiel nach einem 0:3 noch das Comeback schafft, dann ist der Turniersieg auch verdient.“

Sebastian Freyni trifft zur Entscheidung

Denn die Westfalia hatte sich schon nach vorne geschossen durch Tore von Philipp Rößler, Niclas Grzelka und Nazzareno Ciccarelli, und der SVS glich aus durch Treffer von Nico Brehm, Westfalia-Spieler Rößler (Eigentor zum 2:3 aus Sodinger Sicht) und Sebastian Freyni. Im Neunmeterschießen dann hielt SVS-Torhüter Tim Ortmann den Schuss von Ciccarelli. Für die Westfalia traf Neuzugang Steven Kodra zum 1:2, nachdem Kai Patalla und Tugrul Aydin Sodingen mit zwei Treffern in Führung gebracht hatten. Freyni besorgte dann die Entscheidung.

„Läuft“, war an diesem Turnierwochenende das Motto für den SV Sodingen, der nicht nur den Wanderpokal und 750 Euro Preisgeld als Auszeichnung entgegen nahm. Zudem wurde SVS-Offensivmann Naim Ajeti als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Bester Torhüter des Turniers wurde Daniel Kassen vom SV Wanne 11, der sich im Neunmeterschießen gegen Horsthausen Platz drei sicherte.

Ärger über Platzverweise

Für den SC Westfalia Herne kündigte Kapitän Philipp Rößler bei der Siegerehrung an, dass der Verein die Prämie von 400 Euro für Platz zwei an das Herner Lukashospiz spendet. Trainer Christian Knappmann blickte nach dem Finale nicht auf das Ergebnis, sondern sorgte sich vielmehr um Maurice Haar, der umgeknickt war. Außerdem ärgerte sich die Westfalia wie die SpVgg Horsthausen über einen Platzverweis während der K.o.-Spiele. Die Westfalia wechselte immer wieder Bilal Abdallah als weiteren Feldspieler für Torhüter Ricardo Seifried ein. Bei einer Aktion allerdings im Halbfinale gegen Wanne 11 war Abdallah nicht in der erlaubten Zone, wehrte einen Schuss der Elfer mit beiden Händen ab – und sah darauf hin die Rote Karte, so wie im Spiel zuvor Marvin Rathmann (SpVgg Horsthausen) bei der 1:4-Halbfinalniederlage gegen Sodingen. SpVgg-Trainer Marc Gerresheim sprach sich nach dem Spiel mit den Schiedsrichtern aus und stellte anschließend nur noch seine Sichtweise klar: „Das war kein Rot.“

Während sich Sodingen am Ende klar gegen Horsthausen durchsetzte, lief die Westfalia zunächst einem 0:3-Rückstand gegen den SV Wanne 11 hinterher und gewann am Ende mit 6:4, drehte das Ergebnis aus der Zwischenrunde um. Die Viertelfinalespiele verpasst hatten als jeweils Letzter der Zwischenrundengruppe der BV Herne-Süd, der VfB Börnig, SV Fortuna Herne und FC Herne 57. Die Runde der besten acht war Endstation für die DJK Falkenhorst (1:3 gegen Horsthausen), DSC Wanne-Eickel (3:5 gegen Sodingen), Firtinaspor Herne (2:4 gegen Westfalia) und SG Herne 70 (3:4 gegen den SV Wanne 11).

Den diesjährigen Turniersieg des SV Sodingen wird Timo Erkenberg mit Sicherheit in guter Erinnerung behalten. Wo war er, als der SVS das letzte Mal gewonnen hatte? Auf jeden Fall nicht in der Halle. Seine spontane Erinnerung an 1997: „Damals war ich noch Viertklässler.“

Favoriten dominieren in der Vorrunde

175 Tore und drei Rote Karten bekamen die Zuschauer am Samstag in den 24 Vorrundenpartien zu sehen. Es gab also einiges, worüber sich Spieler und Publikum aufregen konnten. Spannung kam allerdings selten auf, zu krass waren die Leistungsunterschiede. In allen vier Gruppen gab es jeweils eine Mannschaft, die hoffnungslos überfordert war.

Gruppe A: Im ersten Turnierspiel putzte Landesligist SpVgg Horsthausen Titelverteidiger SC Westfalia 4:0 von der Platte. Schon da zeigte sich, dass der Oberligist auch diesmal fast die ganze Halle gegen sich hatte. Ein wenig schien das die junge SCW-Mannschaft (ein anderer Teil des Teams spielte ein Turnier beim SV Hellern) zu beeindrucken. Jedenfalls hatte sie Mühe, später den SC Pantringshof mit 3:2 niederzuhalten.

Der SCP hielt sehr gut mit, sorgte aber in seinem dritten Spiel für einen Eklat. Gegen Horsthausen klar auf der Verliererstraße, handelte sich der B-Ligist drei Rote Karten ein, davon zwei wegen Meckerns. Da der SCP kein vollzähliges Team mehr stellen konnte, pfiff der Schiedsrichter eine Minute vor Schluss beim Stand von 7:1 ab. Horsthausen stand als Gruppensieger, der SCP als Letzter fest. So ging es zwischen Fortuna und dem SCW nur noch um Platz zwei. Hier setzte sich der Oberligist dann knapp mit 4:3 durch.

Spektakel: Gegen den BV Herne-Süd (mit Leibchen) gewann der DSC Wanne-Eickel(l. Niklas Baf) mit 7:4. Foto: Klaus Pollkläsener Gruppe B: Das von Michele Di Bari betreute Perspektivteam des DSC Wanne-Eickel dominierte die Gruppe nach Belieben. Nach dem 7:4-Spektakel gegen den BV Herne-Süd gelang beim 11:1 gegen Arminia Sodingen der erste zweistellige Sieg des Tages. Besser verkaufte sich später B-Ligist FC Herne 57, der nur mit 1:5 verlor und sich mit guten Leistungen verdient Platz drei hinter dem DSC und Süd sicherte.

Gruppe C: SF Wanne trat mit einer Mischung aus 2. und 3. Mannschaft an und war heillos überfordert. Stark spielte die DJK Falkenhorst, die sich durch das 3:1 im direkten Vergleich vor der SG Herne 70 Rang zwei sicherte. Überlegener Gruppensieger wurde Gastgeber SV Sodingen.

Gruppe D: Nicht ganz unerwartet bewies Bezirksliga-Wintermeister SV Wanne 11 auch in der Halle seine großen Qualitäten und holte sich vor dem klassenhöheren Firtinaspor-Team den Gruppensieg. Das A-Ligaduell um den dritten Platz entschied der VfB Börnig gegen den SC Constantin klar mit 9:3 für sich.