Sportpolitik

Nachspiel des Kirmes-Cups um den Rasen im Glück-Auf-Stadion

Premiere: das Turnier um den Cranger-Kirmes-Cup, in diesem Jahr war es die 20. Auflage, wurde erstmals im Stadion am Schloss Strünkede ausgetragen. Hier eine Szene des Vorrundenspiels zwischen Ausrichter SV Sodingen (vorn) und dem SC Westfalia Herne.

Premiere: das Turnier um den Cranger-Kirmes-Cup, in diesem Jahr war es die 20. Auflage, wurde erstmals im Stadion am Schloss Strünkede ausgetragen. Hier eine Szene des Vorrundenspiels zwischen Ausrichter SV Sodingen (vorn) und dem SC Westfalia Herne.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Der Zustand des Rasenplatzes im Glück-Auf-Stadion war schlecht, der Kirmes-Cup fand am Schloss statt. Das hatte ein Nachspiel im Sportausschuss.

Verlängerung im Cranger Kirmes-Cup 2019! Allerdings nicht auf dem grünen Rasen, sondern auf dem politischen Parkett. Denn der Herner Sportausschuss wollte am Mittwochabend in einer gemeinsamen Anfrage die SPD- und CDU-Fraktion Hintergründe erfahren, warum das Fußballturnier Ende Juli vom Sodinger Glückauf-Stadion ins Stadion am Schloss Strünkede verlegt werden musste – zum ersten Mal überhaupt in der 20-jährigen Geschichte des traditionsreichen Wettbewerbs im Vorfeld der Cranger Kirmes.

Thilo Sengupta vom städtischen Fachbereich Stadtgrün stand vor der nicht leichten Aufgabe, die verbalen Angriffe, formuliert in einem Fragenkatalog, der Sportpolitiker abzuwehren. Er tat dies aber offensiv mit einer Steilvorlage, denn er gab zu: „Das ist nicht so gelaufen wie von uns geplant.“ So haben die Ausbesserungsarbeiten am Rasen im SVS-Stadion zwar am 11. Juni begonnen, aber: „Es gab erhebliche Probleme mit der von uns beauftragten Fachfirma“, musste der stellvertretende Leiter von Stadtgrün zugeben.

Unnötiger Mehraufwand für ehrenamtliche Helfer

So habe der Garten- und Landschaftsbauer, mit dem „wir seit Jahren einwandfrei zusammenarbeiten“, einen wenig kompetenten Vorarbeiter geschickt, zu wenig gewässert und auch die Rasenflicken zum Ausbessern seien falsch gewesen. Trotzdem nahmen er selbst und ein Vertreter des Sportamtes die Arbeiten am 8. Juli ab – unter der Prämisse, dass Mitarbeiter von Stadtgrün nachbessern („Löcher zutreten“) und die Rasenfläche von SVS-Mitgliedern regelmäßig gewässert werde.

Was folgte, ist bekannt. Der Rasen, auf dem um den Kirmes-Cup gekickt werden sollte, wies faustgroße Löcher auf und war uneben. „Gesundheitsgefährdend“, urteilte CDU-Sprecher Horst Severin, „darauf zu spielen wäre unverantwortlich gewesen. Dieser ganze Vorgang ist nicht schlecht, sondern saudumm gelaufen“. Und Hendrik Bollmann (SPD) ergänzte: „Die Vereine dürfen erwarten, dass die Verwaltung vernünftig arbeitet. Das ist hier nicht geschehen, was den SV Sodingen und seine vielen ehrenamtlichen Helfer schwer traf. Denn der Umzug zum Schloss Strünkede sorgte für einen organisatorischen Mehraufwand für die Freiwilligen, der überflüssig war. Vom Imageschaden für den Verein möchte ich hier gar nicht reden.“

„Der Platz war einfach nicht bespielbar“

Auch der Stadtsportbund (SSB) ließ kein gutes Haar an den Ausbesserungsarbeiten: „Das war eine ganz, ganz schlechte Leistung“, so der SSB-Vorsitzende Hans-Peter Karpinski, „der Platz war einfach nicht bespielbar“.

Fazit: „Wir haben unsere Lektion gelernt“, versprach Thilo Sengupta und kündigte an, bei den nächsten Aufgaben im Glückauf-Stadion die Fachfirma zu beauftragen, die in der Mondpalast-Arena im Wanne-Süd gearbeitet hat. „Denn dort liegt ein wahrer Rasenteppich“, lobte Horst Severin.

Volkshaus Röhlinghausen soll ein Ort für alle bleiben

Die Stadt Herne wird auch in Zukunft die Betriebsführung im Volkshaus Röhlinghausen jährlich mit 185.000 Euro fördern. Diesen einstimmigen Beschluss fasste der Sportausschuss, das letzte Wort dazu hat der Stadtrat. Das Gebäude bleibt Eigentum der Stadt Herne, die Führung der öffentlichen Begegnungsstätte liegt in den Händen des ehrenamtlich arbeitenden Fördervereins.

Sportdezernent Johannes Chudziak wies am Mittwochabend noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass durch diesen Zuschuss kein Sportverein und keine andere Sportstätte benachteiligt werde: „Für diese Summe müssen wir an keiner anderen Stelle im Sportetat einsparen.“

Erforderliche Investitionen im Volkshaus, seit 1994 eine Begegnungsstätte für Sport und Kultur, in Höhe von ca. 80.000 Euro stehen im Budget der GMH bereit, zum Beispiel für die Erneuerung der Sicherheitsbeleuchtung oder der sanitären Anlagen. Hendrik Bollmann (SPD) freute sich: „Das Volkshaus bleibt günstig für Sport und Kultur und damit ein Ort für alle!“

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