Damenbasketball

Meister Herner TC fiebert dem Saisonstart entgegen

Trotz ihrer Jugend ist Laura Westerik (l.) bereits sehr robust und durchsetzungsstark. Sie kennt die Liga und den HTC bereits und sollte in diesem Jahr eine noch wichtigere Rolle im Herner Team spielen.

Trotz ihrer Jugend ist Laura Westerik (l.) bereits sehr robust und durchsetzungsstark. Sie kennt die Liga und den HTC bereits und sollte in diesem Jahr eine noch wichtigere Rolle im Herner Team spielen.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Beim Season Opening der Damenbasketball-Bundesliga in Hannover misst sich der Herner TC als Deutscher Meister mit Aufsteiger Osnabrück.

Auf geht’s. Viereinhalb Monate nach Ende der erfolgreichsten Spielzeit der Vereinsgeschichte starten die Basketballerinnen des Herner TC an diesem Samstag in die neue Bundesligasaison. Beim Season Opening in Hannover misst sich der HTC im letzten Spiel des Tages mit den GiroLive Panthers Osnabrück. Sprungball ist um 17.30 Uhr in der 2000 Zuschauer fassenden Swiss-Life-Hall am Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg unweit der HDI-Arena.

Gebannt und voller Vorfreude schaut die Szene nach Hannover, wo sich an einem Tag in zwei Hallen alle zwölf Erstligisten präsentieren. Einige wenige Clubs setzen auf Kontinuität, die meisten gehen mit stark veränderten Kadern ins Rennen. Da es in der Vorbereitung auch kaum öffentliche Testspiele gab, gilt das Season Opening als erste große Standortbestimmung aller Teams. Die letzte Saison ist Geschichte, jetzt sind die Karten neu gemischt und werden in Hannover erstmals aufgedeckt.

Herner TC steckt im Neuaufbau

Was dabei zum Vorschein kommt, wagen auch Eingeweihte kaum zu prognostizieren. „Wir alle freuen uns, dass es endlich losgeht. Aber ich bin selbst gespannt, wie sich unsere Mannschaft präsentiert“, fiebert Hernes Cheftrainer Marek Piotrowski dem Saisonstart entgegen. Der Mann, der die HTC-Damen vor über 15 Jahren in der Oberliga unter seine Fittiche genommen und sie bis zum DM-Titel geführt hat, muss wieder einmal ein neues Team aufbauen.

Geblieben sind aus dem Meisterkader nur Topscorerin Jordan Frericks, Drew Sannes, Laura Westerik, die nach erfolgreicher Kreuzband-OP noch lange fehlende Chloe Bully sowie die Eigengewächse Laura Zolper, Frida Schmidt und Sarah Polleros, die langsam an die DBBL herangeführt werden sollen. Mit den Neuzugängen Kennedy Leonard, Eva Rupnik, Matilda Claesson, Adelina Abaiburova, Ivana Brajkovic und Katharina Fikiel sollen sie zu einem Team zusammenwachsen, das um die oberen Liga-Positionen mitspielen und im EuroCup bestehen kann.

Trainer Piotrowski wirbt um Geduld

„Aber das braucht Zeit. Jedes Training, jedes Spiel bringt uns weiter“, wirbt Piotrowski um Geduld. Die ersten Spiele seien noch wenig aussagekräftig: „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen, nicht von außen und auch nicht von den ersten Ergebnissen.“ Grundsätzlich habe er ein gutes Gefühl und traue jeder einzelnen Spielerin zu, sich in der Bundesliga zu behaupten. „Aber man muss abwarten, ob sie sich sofort durchsetzen. Und das Team braucht Zeit, zusammenzufinden.“

In dieser Hinsicht ist der erste Gegner sicher schon ein Stück weiter. Die GiroLive Panthers aus Osnabrück haben ihren Aufstiegskader fast komplett zusammenhalten können und ihn mit den drei US-Girls Brittany Carter, Katie McWilliams und Cierra Coffin verstärkt. Neben Headcoach Mario Zurkowski, der vor seinem Wechsel nach Osnabrück Hernes WNBL-Mädchen trainiert hat, sind auch zwei frühere HTC-Spielerinnen für die Panthers aktiv: Die athletische Flügelspielerin Kata Takacs sowie die wieselflinke Jenny Strozyk, die sich zu einer der besten deutschen Aufbauspielerinne gemausert hat.

Pokalfinalist hat seine Klasse bereits bewiesen

Was Strozyk und Co. leisten können, das ist in Herne noch aus dem Final Four um den DBBL-Pokal in guter Erinnerung. Ende März fegte der damalige Zweitligist zunächst die Eisvögel Freiburg aus der H2K-Arena und lieferten im Finale auch dem HTC einen großen Kampf. Zur Halbzeit lagen die Panthers sogar sensationell mit 37:34 vorne, erst nach einer Steigerung setzte sich der spätere Doublesieger noch mit 79:63 durch. „Das wird nicht einfach. Osnabrück hat eine starke, gut eingespielte Mannschaft, die in der Vorbereitung auswärts in Marburg gewonnen und auch Hannover geschlagen hat“, warnt Marek Piotrowski. Auch ein Duell „Meister gegen Aufsteiger“ muss kein Selbstläufer sein. Gerade jetzt nicht, wo die Karten erst aufgedeckt werden.

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