Vereine/Verbände

Kreis Herne stellt die Weichen für die nächsten drei Jahre

Der neu gewählte Vorstand des FLVW-Kreises Herne: (v.l.) Andreas Pelzing, Bernd Götte, Jürgen Gmerek, Reinhold Spohn, Klaus Alhorn, Boris Bejmowicz und Gregor Werkle.

Der neu gewählte Vorstand des FLVW-Kreises Herne: (v.l.) Andreas Pelzing, Bernd Götte, Jürgen Gmerek, Reinhold Spohn, Klaus Alhorn, Boris Bejmowicz und Gregor Werkle.

Foto: Klaus Pollkläsener

Der Fußball- und Leichtathletikkreis bestätigt Reinhold Spohn als Vorsitzenden im Amt. Sportstätten und das Ehrenamt sind weitere Themen.

Während der DFB zurzeit von einer Peinlichkeit in die nächste schliddert und sich im Dachverband die Probleme türmen, herrscht auf den unteren Kreisebenen pure Harmonie. Zumindest in Herne! Denn nur etwas mehr als eine Halbzeit eines Fußballspiels benötigte der Fußball- und Leichtathletikkreis Herne, um auf seinem ordentlichen Kreistag personelle Weichen für die kommenden drei Jahre zu stellen.

Das Stühlerücken im Kreisvorstand ging geräuschlos über die Bühne. Erwin Bathke, seit 33 (!) Jahren Vorsitzender des Leichtathletik-Ausschusses, wurde mit einem großen Blumenstrauß und viel Applaus verabschiedet.

Boris Bejmowicz, bislang Vorsitzender im Schiedsrichter-Ausschuss, wechselte in eine andere Funktion. Bei allen Neuwahlen gab’s keine einzige Gegenstimme der 55 – von 77 möglichen – anwesenden Vereinsvertreter: Der Kreisvorsitzende Reinhold Spohn wurde ebenso für weitere drei Jahre gewählt wie Fußballobmann Andreas Pelzing, Schatzmeister Jürgen Gmerek und Boris Bejmowicz, der die Funktion des Obmannes für Vereins- und Kreisentwicklung übernimmt.

Weitere Aschen- in Kunstrasenplätze umwandeln

Neu im Vorstand sitzen Klaus Alhorn für die Leichtathleten sowie Gregor Werkle für die Schiedsrichter, Bernd Götte komplettiert als Vorsitzender des Kreisjugendausschusses (er musste am Montag nicht gewählt werden) das siebenköpfige Vorstandsgremium.

Die Grußworte der zahlreichen Gäste widmeten sich den Problemfeldern des Vereinssports. So dankte der Sportausschuss-Vorsitzende Kai Gera (SPD) den Vereinen für ihr „großes Verständnis“ in den vergangenen drei Jahren bei der Aufgabe von fünf Sportanlagen in Herne und Wanne-Eickel: „Das ging ziemlich reibungslos über die Bühne.“

Jetzt aber, so Kai Gera weiter, habe der Sport seine Pflicht und Schuldigkeit für die Entlastung des städtischen Haushaltes getan und versprach: „In den nächsten Jahren wird es keine Schließungen von Sportplätzen geben. Vielmehr wollen wir auch bei knappen Kassen dafür sorgen, dass weitere Aschen- in Kunstrasenplätze umgewandelt werden.“

Hilfe durch DFB-Modelle

Manfred Schnieders, Vizepräsident des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FuLW), sprach die Delegierten emotional an: „Danke für Ihr ehrenamtliches Engagement, dass heute nicht mehr alltäglich ist.“ Zielsetzung in den kommenden Jahren müsse es sein, so Schnieders, „unseren Sport in den Vereinen wieder attraktiver zu machen. Dazu zählt auch das Ehrenamt, dessen Wertschätzung sichtbarer werden muss“.

Der DFB, Ex-Präsident Reinhard Grindel wurde in Herne übrigens nur ganz kurz in einem Nebensatz erwähnt, habe dazu mehrere Modelle entwickelt, „die uns helfen. Dazu zählt unter anderem das Mitarbeiter-Management, mehrere Plattformen im Netz wie das DFBnet oder der Vereinsdialog, wie zuletzt hier in Herne beim VfB Börnig“.

>> Drei Fragen an Reinhold Spohn

1 Was steht in den kommenden Jahren oben auf Ihrer Agenda?

Spohn: Wir müssen weiter daran arbeiten, dass vor allem in Herne und Wanne-Eickel alle Fußballvereine über einen Kunstrasen verfügen. Nur dann ist auch eine effektive Jugendarbeit möglich.

2 Die Zahl der Vereine wird aber immer kleiner?

Ja, das stimmt leider. Wir haben zurzeit in Herne, Wanne-Eickel und Castrop-Rauxel noch 49 gemeldete Fußballvereine, die immer weniger Mannschaften anmelden. Diesen Negativtrend müssen wir stoppen.

3 Muss dafür die Arbeit neben dem Platz, also das Ehrenamt, nicht weiter gestärkt werden?

Auf jeden Fall. Deswegen habe ich auch den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Vereine für ihre Arbeit gedankt. Diese Arbeit ist nur möglich durch ein hohes Maß an persönlichem Idealismus – einer Eigenschaft, die in unserer Zeit immer mehr verloren zu gehen droht. Aber nur dem vom Idealismus getragenen Ehrenamt in den Vereinen ist es zu verdanken, dass der Sport in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert hat.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben