Handball

Kostujs Verletzung trifft Herne hart

Oskar Kostuj (am Ball) fällt etwa vier Wochen aus. Nicht nur die Bundesligamannschaft wird ihren Führungsspieler schmerzlich vermissen

Oskar Kostuj (am Ball) fällt etwa vier Wochen aus. Nicht nur die Bundesligamannschaft wird ihren Führungsspieler schmerzlich vermissen

Foto: Klaus Pollkläsener

Wegen akuter Personalnot müssen Westfalia Hernes Dragons gegen Nettelstedt kräftig improvisieren. Landesligateam ist in Brechten gefordert.

Bundesliga, A-Jugend: HC Westfalia - JSG NSM-Nettelstedt (So., 16 Uhr, Westring-Halle). Der personelle Aderlass bei den Herner Handballern weitet sich in beängstigender Form immer weiter aus. Besonders schwer trifft es die A-Jugend, doch wegen des Doppeleinsatzes einiger Akteure nicht minder das Landesligateam. Wie nach dem Spiel in Burgdorf befürchtet, fällt nunmehr auch Oskar Kostuj mit einer Zerrung im Adduktorenbereich aus. Für die A-Jugend ist das aus Sicht von Trainer Stephan Krebietke eine „Vollkatastrophe“. Aufgrund der fehlenden Lion Döpp, Joshua Dudda, Tom Fiedler und Oskar Kostuj sieht sich das Trainer-Duo Krebietke/Storkebaum gezwungen, den Kader für Sonntag mit den B-Jugendlichen Jürgen Urbach und Max Breil zu ergänzen.

Auf den Schultern der verbliebenen Akteure lastet morgen eine große Aufgabe. Denn mit der JSG NSM-Nettelstedt stellt sich der Tabellendritte als haushoher Favorit vor. Die Ostwestfalen haben sich diesen Rang souverän erarbeitet. Zwar klafft zum Tabellenzweiten TSV Burgdorf eine Lücke von fünf Punkten, doch liegt der nächste Verfolger auch fünf Punkte zurück.

Improvisation im Abwehrblock

Bei den heimischen Dragons ist wieder die Improvisation gefragt. Sowohl im Angriffsspiel wie im Abwehrverbund müssen Spieler auf ungewohnten Positionen zurechtkommen. Als „gelernte“ Rückraumspieler stehen nur Chris Funke und Tom Gusewski zur Verfügung. Da wird sich noch Richard Sibbel dazu gesellen, dessen Rolle am Kreis dann Rasmus Frein weitgehend allein ausfüllen muss. Als Ideengeber und Lenker wird der zudem immer für unkonventionelle Aktionen gute Oskar Kostuj besonders vermisst. Auch im Defensivzentrum wird nun eine neue Alternative erforderlich. „Das wird für uns eine ganz schwere Nummer gegen Nettelstedt. Ich erwarte kein Wunder. Aber ich weiß, dass die auf dem Platz stehenden Akteure alles geben werden“, zeigt Stephan Krebietke trotz der schwierigen Lage keine Anzeichen von Resignation.

In Brechten müssen sich Felix Eigenbrodt und seine Kollegen auf harten Widerstand einrichten. Foto: Klaus Pollkläsener Landesliga: TV Brechten - HC Westfalia (Sa., 19 Uhr, SpH Eving, Preußische Straße). Hernes Landesligasieben wird den Ausfall von Oskar Kostuj sicher besser kompensieren können als die Jugendbundesligamannschaft, eine Lücke hinterlässt er aber auch hier, gibt er doch für das Verständnis im Zusammenspiel und für überraschende Eins-zu-eins-Situationen wichtige Impulse. Angesichts der Ausfälle von Jan-Carl Hildwein (beruflich verhindert) und Kai Schwitalski (verletzt) sowie durch die eingeschränkte Belastbarkeit von Luke Schumann ist jede personelle Reduzierung eine Schwächung.

Unbequemer Gegner

Gleichwohl tritt der HCW an, um die Punkte zu holen. In eigener Halle sind die Brechtener immer ein unbequemer Gegner. Dass sie als Drittletzte akut gefährdet sind, macht sie noch unberechenbarer. In kämpferischer Hinsicht werden sie wie im Hinspiel alles geben. Die Dortmunder haben sich am Westring auch nach dem 13:20-Rückstand nicht geschlagen gegeben und die Strünkeder noch in die Enge getrieben. Am Ende reichte es lediglich zum knappen 26:25-Erfolg.

Diesmal muss Westfalia von Beginn an hoch konzentriert agieren, um beim Gegner möglichst erst keine Hoffnungen aufkommen zu lassen. Die Rückwärtsbewegung dürfen die Herner nicht vernachlässigen, leichte Gegentore müssen tabu sein. Obwohl Krebietke nicht seine Bestbesetzung aufbieten kann, bleibt er optimistisch: „Personal und Substanz haben zwar etwas gelitten, was aber nicht schon im Vorfeld ein Entschuldigungsgrund sein soll. Der Kopf ist nach wie vor bei allen okay. Wir packen es zuversichtlich an.“

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