Basketball Bundesliga

Herner TC: Von der Euro-Euphorie zurück zum täglich Brot

Laura Zolper kam in Keltern nicht zum Einsatz – umso wichtiger wird sie in Halle am Sonntag, wenn ihre Teamkolleginnen schwere Beine haben.

Laura Zolper kam in Keltern nicht zum Einsatz – umso wichtiger wird sie in Halle am Sonntag, wenn ihre Teamkolleginnen schwere Beine haben.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  Knapp 2500 Kilometer im Bus macht der HTC in dieser Woche – Sonntag geht es nach zu den Halle Lions. Und da ändern sich die Vorzeichen.

Es war eine anstrengende Woche für Marek Piotrowski und sein Team. Sonntag die Niederlage mit dem Herner TC in Keltern, im Bus zurück, Videoanalyse, Mittwoch wieder nach Keltern, Donnerstag Europapokal, im Bus noch in der Nacht zurück. Und am Freitagmorgen endlich einmal ausschlafen? „So gut hatte ich es leider nicht“, sagt Piotrowski lachend, „ich musste am Freitag arbeiten. Aber immerhin die Spielerinnen konnten sich etwas ausruhen.“ Für die nächste Aufgabe natürlich: Nach der Eurocup-Gala in Keltern geht es schon am Sonntag in der Bundesliga weiter, wieder auswärts, in Halle an der Saale (16 Uhr, Erdgas-Arena). Und da ändern sich die Vorzeichen für den Herner TC.

Das Europapokal-Erlebnis war natürlich großartig. Die Hernerinnen zeigten ihre beste Saisonleistung. Was für Piotrowski die Schlüssel in Keltern waren, seine Mannschaft innerhalb weniger Tage von bieder und ineffektiv zu der roten Dampfwalze zu machen, als die sie in Keltern aufgetreten ist?

Der Schlüssel zum Erfolg: Endlich Konstanz

„Wir haben viel Zeit mit der Analyse verbracht und es geschafft, das Pick-and-Roll besser zu verteidigen“, so Piotrowski, der meint: „Das Ergebnis spricht für sich. Ob es am Ende zwanzig oder fünfzehn Punkte Unterschied sind – wir sind mehr als zufrieden.“

Besonders die Tatsache, dass die Hernerinnen endlich mal „40 Minuten ohne Up and Down“ aufs Parkett brachten, macht den Trainer glücklich – das war zuletzt das große Problem. 40 Minuten konstante Topleistung müssen jetzt auch mal in der Liga her, um die Statistik von 4:4 Punkten aufzubessern. Dass Herne mit einer Leistung wie am Donnerstag am Sonntag kaum Probleme bekommen sollte, ist klar.

Hernerinnen haben Halle schon besiegt

„Wir haben schon im Pokal bewiesen, dass wir Halle schlagen können. Auch wenn sie dort nicht komplett waren“, sagt Piotrowski. Halle hat eins von drei Spielen gewonnen, besonders eine Spielerin beeindruckt. Christin Mercer, die im Pokalspiel in Herne noch kein Faktor war, machte zuletzt beim Haller Sieg gegen Heidelberg 18 Punkte.

„Sie hat die Mannschaft stabilisiert“, sagt Piotrowski, der am Sonntag wohl mehr rotieren wird. Sarah Polleros (nur eine Minute auf dem Parkett) sowie Laura Zolper, Frida Schmidt und Drew Sannes, die Donnerstag gar nicht spielten, werden mehr Anteile bekommen. „Halle hatte eine Woche, sich vorzubereiten – wir haben in fünf Tagen zweimal in Keltern gespielt.“

Den Druck des Deutschen Meisters hat der HTC gerne

Knapp 2500 Kilometer im Bus reißt der HTC in dieser Woche ab – eine Pleite bei den Halle Lions würde der Euro-Euphorie vor dem Heimspiel gegen Szekszard am Donnerstag wieder einen Dämpfer verpassen.

„Der Europapokal war außergewöhnlich“, sagt Piotrowski. „Die Liga ist unser täglich Brot.“ Nach der Niederlage gegen Keltern waren die Hernerinnen in der Außenseiterrolle im Europapokal – und spielten furios auf.

Davon kann in Halle nicht die Rede sein, weiß auch Piotrowski: „Wir konnten Keltern jagen. Aber Sonntag sind wir wieder die Gejagten, wir sind der Deutsche Meister. Gegen uns kann jeder verlieren, aber wenn uns jemand schlägt, dann ist es eine Sensation. Die Gegner schieben uns den Druck immer zu – aber wir nehmen ihn auch gerne an.“

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