Basketball 1. Bundesliga

Herner TC muss sich auf ein enges Spiel einstellen

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Hernes Nicole Ehizele Enabosi trifft mit ihrem Team am Wochenende auf den Tabellenelften Gisa Lions SV Halle.

Hernes Nicole Ehizele Enabosi trifft mit ihrem Team am Wochenende auf den Tabellenelften Gisa Lions SV Halle.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Herne.  Der HTC reist zum Tabellenelften aus Halle, der dringend Punkte braucht. Mit Katarzyna Trzeciak wurde eine weitere Aufbauspielerin verpflichtet.

Zwar hat sich Corona bislang nicht im Kader des Herner TC eingenistet, eine Nebenwirkung aber ist trotzdem zu spüren: Rhythmusstörungen. Statt einer „englischen Woche“ mit Heimspielen gegen Düsseldorf und im Pokal gegen Osnabrück liegt eine 14-tägige Wettkampfpause hinter Hernes Bundesliga-Basketballerinnen. Wie sie die verkraftet haben, ob sie an die zuvor starken Leistungen anknüpfen können oder doch etwas aus dem Tritt geraten sind, das wird sich an diesem Samstag ab 18 Uhr in Sachsen-Anhalt zeigen, wenn der HTC zum Bundesligaspiel bei den Gisa Lions SV Halle antritt. Sofern sich das Virus nicht doch kurzfristig noch einmischt.

Einen Vorteil haben die Lions: Anders als die Schützlinge von Marek Piotrowski und Predrag Stanojcic sind sie im Rhythmus und mussten ihre gewohnten Abläufe nicht ändern. Sie verloren zwar das einzige nicht abgesagte Spiel des vergangenen Wochenendes in Nördlingen mit 69:78, hielten die Partie aber insbesondere durch eine überragende Dreierquote von 52 Prozent (14 von 27) bis in die Schlussphase offen. Ruft man sich in Erinnerung, wie schwer dem HTC kurz vor Silvester der 64:60-Erfolg in Nördlingen fiel, und rechnet man den Heimvorteil der Lions hinzu, so liegt eine Prognose auf der Hand: Es dürfte eine ganz enge Kiste werden, Ausgang ungewiss.

Herner TC: Hinspiel war eine einseitige Angelegenheit

Daran ändert auch der Tabellenstand nichts. Halle steckt mit acht Punkten als Elfter mitten im Abstiegskampf, der Herner TC hat sich mit 16 Zählern und Platz fünf im vorderen Feld etabliert, peilt jetzt die Playoffs und im nächsten Schritt eine möglichst gute Ausgangsposition an. Noch weniger eignet sich das Hinspiel als Maßstab. Das endete mit 74:47 für den HTC und war eine recht einseitige Angelegenheit. Allerdings traten die Löwinnen damals ohne mehrere Leistungsträgerinnen und offenbar auch ohne große Ambitionen an. Und das wird sich nicht wiederholen.

Inzwischen ist das Rudel nämlich wieder vollzählig. Mit der tschechischen Kapitänin Barbora Kasparkova, die im Schnitt zweistellig punktet (10,7), ist die emotionale Anführerin wieder dabei, mit der Britin Eilidh Simpson auch die Taktgeberin und beste Werferin (12,0), die besonders mit einer 44,1-Prozentquote von jenseits der 6,75-Meter-Linie glänzt. Beide Führungsspielerinnen wurden im Hinspiel schmerzlich vermisst.

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Auch die damals noch nicht spielberechtigte Jasmine Gill ist für den HTC eine Unbekannte. Die Statistiken weisen die US-Amerikanerin aber als sehr vielseitige Akteurin aus. Als Innenspielerin pflückt sie nicht nur Rebounds und punktet zuverlässig aus der Nahdistanz, sie ist auch aus der Distanz gefährlich und trifft hochprozentig.

HTC-Trainer Piotrowski: „Das wird ein sehr, sehr hartes Spiel für uns“

Zusammen mit der routinierten Britin Rachael Vanderwal, US-Pointguard Deeshyra Thomas und einigen in der Liga lange etablierten Spielerinnen wie Klaudia Grudzien, Charlotte Kreuter, Meret Kleine-Beek oder Laura Schinkel steht Trainerin Katerina Hatzedaki ein respektabler Kader zur Verfügung, der es jedem Gegner schwer machen kann.

Das weiß auch Marek Piotrowski. „Das wird ein sehr, sehr hartes Spiel für uns“, ahnt der Herner Headcoach. „Halle hat eine richtig starke Mannschaft, und sie muss irgendwann die Punkte holen, wenn sie nicht absteigen will.“ Als Favorit sieht Piotrowski sein Team jedenfalls nicht. „Es wird schwierig, aber wir werden alles versuchen, um trotzdem beide Punkte mitzubringen.“

Neuzugang Katarzyna Trzeciak kommt vom Enea AZS Poznan

Vielleicht kann dabei auch ein weiterer Neuzugang mithelfen. Katarzyna Trzeciak, 29-jährige Nationalspielerin aus dem polnischen Lublin, soll beim HTC die nach Göttingen abgewanderte Dragana Domuzin ersetzen. Bis Jahresende führte die 1,72 Meter große Aufbauspielerin noch Regie beim polnischen Erstligisten Enea AZS Poznan. „Wir haben sehr viele junge Spielerinnen und sind froh, etwas Erfahrung hinzugewonnen zu haben“, begründet Piotrowski diese Verpflichtung.

Zumindest auf den Guard-Positionen ist Herne damit wieder gut aufgestellt. Insgesamt aber ist der Kader noch recht dünn besetzt, zumal er vor großen Belastungen steht. So muss Herne in der nächsten Woche binnen 48 Stunden gleich zweimal zuhause antreten. Das Pokalviertelfinale gegen Osnabrück wurde inzwischen für Freitag (21. Januar) neu angesetzt, das Punktspiel gegen Meister Keltern dafür von Samstag auf Sonntag (23. Januar) verschoben.

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