Schach

Großmeister Daniel Hausrath setzt Siegesserie in Herne fort

Mit 3,5 Punkten aus sieben Partien belegte Andreas Prang (l.) vom ausrichtenden SV Unser-Fritz einen guten Mittelfeldplatz.

Mit 3,5 Punkten aus sieben Partien belegte Andreas Prang (l.) vom ausrichtenden SV Unser-Fritz einen guten Mittelfeldplatz.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Der Mülheimer Daniel Hausrath ist erneut Ruhrgebietsmeister im Schach geworden. 127 Denksportler lassen bei 28 Grad in Herne die Köpfe rauchen.

Als sich ein Großteil der Spieler bereits Richtung Siegerehrung verzogen hatte, mussten die Denksportler des SV Unser Fritz Wanne-Eickel noch mal richtig anpacken. Die über ein Dutzend Tische und Bretter, die sie in der Turnhalle neben dem Stadtteilzentrum Pluto aufgebaut hatten, räumten sich schließlich nicht von allein weg. Die 28 Grad Hallentemperatur machten die Arbeit nicht unbedingt angenehmer. Knapp 120 Schachfreunde aus dem Ruhrgebiet, Deutschland und der Welt hatten sich aufgemacht, um sich über vier Tage im Spiel der Könige zu messen.

In diesem Jahr hatten die Ausrichter des SV Unser Fritz aber nicht nur das traditionsreiche Unser Fritz Open im Angebot, das in seine zehnte Auflage ging, sondern auch ein Basic Turnier für Spieler mit einer Deutschen Wertungszahl (DWZ) von unter 1700. „Das lief alles sehr gut. Wir haben die Feuertaufe bestanden“, erklärte der 1. Vorsitzende des SV Unser Fritz, Julian Tober, auf dem Weg zur Siegerehrung.

Neuer Teilnehmerrekord

Durch die zwei parallel zueinander laufenden Turniere habe man auch einen neuen Teilnehmerrekord aufstellen können, so Tober weiter. Die Zufriedenheit, aber auch der Stress der letzten Tage waren ihm durchaus anzumerken. Bei den Teilnehmern schien das neue Konzept gut anzukommen. Durch die Aufsplittung des Turniers ergaben sich fairere, weil ausgeglichenere und so schlussendlich spannendere Begegnungen.

Besonders gut kam das Turnier natürlich bei denen an, die nachher etwas Zählbares und nicht nur Erfahrung mit nach Hause nehmen konnten. Marc Kähnert (SV Neukirchen-Vluyn) konnte bei seinem dritten Anlauf den 1. Platz beim Basic-Turnier erringen. „Ich war das erste Mal circa 2012 hier“, erinnerte er sich, „damals war das aber mein erstes Turnier, da hatte ich noch keine Chance.“ Im kommenden Jahr will Kähnert wieder dabei sein. Als Titelverteidiger ist das Ehrensache.

Hausrath holt dritten Titel in Folge

Einer, der auf jeden Fall wieder vorbeischauen wird, ist Großmeister (GM) Daniel Hausrath (SV Mühlheim-Nord). Er konnte dabei nicht nur das Open für sich entscheiden, sondern auch erneut die Einzelmeisterschaft des Schachverbands Ruhrgebiet, die zum sechsten Mal im Rahmen des Unser Fritz Open ausgespielt wurde.

Hausrath ist Abonnement-Sieger, bei den letzten drei Turnieren war am Großmeister kein Vorbeikommen. „Es ist in der Geschichte der SVR-Meister noch nie vorgekommen, dass ein Spieler drei Mal in Folge die Meisterschaft gewinnt. Er ist heute der erste“, lobte SVR-Schiedsrichter Klaus Löffelbein den Sieger. „Es wäre natürlich schön, wenn ich diese Serie weiter ausbauen könnte“, erklärte der doppelte Triplesieger Hausrath im Nachhinein mit einem Grinsen.

Während im Pluto die Gewinner und Platzierten im Open und Basic geehrt wurden, zu denen auch Profi-Schachspielerin Phiona Mutesi aus Uganda zählte (die WAZ berichtete), nutzten die Übrigen die Zeit, um auf der sonnenüberfluteten Terrasse noch einige Partien zu blitzen. Selbst nach vier Tagen, sieben Partien und unzähligen Stunden am Brett schienen einige immer noch nicht genug zu bekommen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben