Eishockey

Gordon Schukies aus Herne: auch als Referee ein Sportler

Gordon Schukies (li.) vor dem „Blaulichtduell“ in der Hannibal-Arena: hier mit Peter Skortarzik (Ruhrtalengel Witten).

Gordon Schukies (li.) vor dem „Blaulichtduell“ in der Hannibal-Arena: hier mit Peter Skortarzik (Ruhrtalengel Witten).

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  Der Herner Gordon Schukies ist Profischiedsrichter in der DEL und hat bereits bei Weltmeisterschaften gepfiffen. Ein Ziel ist noch offen.

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Es war wie ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für Gordon Schukies. Zwei Tage nach seinem 41. Geburtstag konnte er endlich mal wieder das Eis in der Hannibal Arena betreten. Das Spiel zwischen der Polizeieishockey-Nationalmannschaft und der Feuerwehr-Landesauswahl war ein seltenes Vergnügen.

Denn allzu oft steht ihm ironischerweise Eishockey im Weg, um sich ein HEV-Spiel anzuschauen.

Seit elf Jahren ist der gebürtige Herner Schukies Eishockey-Schiedsrichter und muss an Frei- und Sonntagen selber auf dem Eis stehen.

Einer von sieben Profischiedsrichtern in der DEL

Vor fünf Jahren folgte die Ernennung zu einem der mittlerweile sieben Profischiedsrichter der DEL. Angefangen hat seine Karriere auf der anderen Seite der Pfeife.

Schukies: „Als ich jung war gab es im Gysenberg einen Ferientreff, bei dem man alles Mögliche ausprobieren konnte, unter anderem auch Schlittschuhfahren. Das hat mir ziemlich viel Spaß gemacht, so dass ich damit auch im Verein angefangen habe.“ Was folgte, war eine klassische Eishockey-Laufbahn.

Die erstreckte sich über die Laufschule und die Jugendmannschaften der HEV-Vorläufer, über Ratingen und Solingen bis zum Königsborner JEC. Doch bereits zum Ende seiner Karriere als Abwehrspieler hin, nahm er an einem Schulungsprogramm zum Schiedsrichter teil.

„Lieber auf dem Eis“

Wo einige nach ihrer aktiven Zeit, egal auf welchem Niveau, möglichst viel Abstand zwischen sich und den Sport bringen wollen, wollte Schukies seinem Sport treu bleiben. „Eishockey ist ein brutal geiler Sport“, sagt er sichtlich begeistert, „rein gar nichts mehr damit zu tun zu haben, hätte mir nicht gefallen.“

Ein Trainerposten habe ihn zu diesem Zeitpunkt nicht gereizt: „Ich bin dann doch lieber auf dem Eis.“ Und dabei ist es bis heute geblieben. Nach dem Start seiner Schiedsrichterlaufbahn 2008, feierte er nur ein Jahr später sein DEL-Debüt als Linesman. Wiederum nur zwei Jahre darauf leitete er sein erstes DEL-Spiel als Hauptschiedsrichter.

Das Ziel eines jeden Sportlers im Blick

Seitdem sind viele Spiele unter der Leitung von Schukies über die Bühne gegangen. Gibt es da überhaupt noch Begegnungen, die herausstechen? „Ein besonderes Highlight war das Bronzemedaillenmatch der U20-WM 2018 in Buffalo. Die Stimmung bei solchen Spielen lässt einen natürlich nicht ganz unberührt. Aber auch die Playoffs und Finalspiele sind etwas ganz besonderes."

Auch bei der Senioren-WM stand er im vergangenen Jahr auf dem Eis. Doch „das Ziel eines jeden Sportlers kommt halt nur alle vier Jahre“. Einmal bei Olympischen Spielen dabei zu sein ist auch für den Schiedsrichter ein Traum. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, grinst Schukies. Die nächste Chance gibt es in drei Jahren.

Sportler, nicht Schiedsrichter. So spricht Schukies von sich, das fällt auf. „Wir sind Teil des Spiels. Das ist ja auch das Motto der Schiedsrichter, das wir auf unseren Trikots tragen“, begründet Schukies seine Wortwahl. „Wir sind das 15. Team der DEL. Wir sind Sportler, so wie die Spieler auch.“

Ritual nicht nur vor Spielen

Sportler sind häufig abergläubisch. Geht es Schukies da genauso? „Ein festes Ritual vor dem Spiel habe ich nicht“, sagt er und muss sich dann berichtigen. „Eine Sache gibt es da doch. Wenn ich von etwas zwei Sachen habe, ziehe ich immer erst das linke Teil an. Das mache ich aber immer so, nicht nur vor den Spielen“, lacht er, „das ist ja auch ziemlich leicht umzusetzen. Wenn ein Ritual nicht funktioniert, ist sonst sofort der ganze Tag im Eimer.“

Bis er 50 ist, will Schukies weitermachen. Danach möchte er in seinen alten Beruf als Informatiker zurückkehren. Dem Eishockey ganz den Rücken zuwenden wird er dennoch nicht, das gehe auch gar nicht. „Vielleicht pfeife ich dann mal bei den ganz Kleinen. Da werden ja immer Leute gesucht.“

Dann wäre auch sicher mehr Zeit, um mal wieder beim HEV vorbeizuschauen. Bis dahin liegen aber noch einige Spiele für Schukies an, in der DEL, bei Weltmeisterschaften, vielleicht bei Olympischen Spielen. Aber wo auch immer: zuerst wird der linke Schuh angezogen.

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