Fußball

Gegen Sinsen und die Angst

Beim 4:1-Sieg in Sinsen waren Fatmir Ferati (Mitte) und Milko Trisic (r.) Hernes Beste. Vielleicht hilft ihnen die Erinnerung an dieses Spiel, ihr Potenzial wieder auszuschöpfen.

Foto: Thorsten Tillmann

Beim 4:1-Sieg in Sinsen waren Fatmir Ferati (Mitte) und Milko Trisic (r.) Hernes Beste. Vielleicht hilft ihnen die Erinnerung an dieses Spiel, ihr Potenzial wieder auszuschöpfen. Foto: Thorsten Tillmann

Der SC Westfalia Herne kämpft um das Erreichen seines Saisonzieles. Mit gestärktem Selbstvertrauen soll es gegen Sinsen wieder besser laufen.

Geht Westfalia Herne auf der Zielgeraden die Puste aus? Vier Spieltage vor Schluss ist der Vorsprung auf ein Pünktchen geschrumpft, der nächste Ausrutscher kann bereits die Spitze und den Aufstieg kosten. Gegen den TuS 05 Sinsen muss am Sonntag (15 Uhr, Schloss Strünkede) ein Heimsieg her, will der SCW sein Schicksal in eigener Hand behalten.

Von der Souveränität des selbst ernannten Aufstiegsfavoriten, mit der die Knappmann-Elf in die Saison startete, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Seit Jahresbeginn hat der SCW nur selten überzeugt, hat seine Punkte eher erzittert oder erzwungen. „Es kann tausend Gründe geben, warum es nicht richtig läuft“, sagt SCW-Trainer Christian Knappmann. „Es kann am Platz liegen, an den Spielern oder daran, dass zuviel trainiert wird.“

Knappmann: „Es hat früh genug Klick gemacht“

Lange habe er sich sein Hirn zermartert, „warum wir nicht in den Flow kommen“. Jetzt sei er sich mit Co-Trainer Fatlum Zaskoku einig: Es ist die Angst, die das Team lähmt, die „Angst, das zu verspielen, was wir uns bis heute erarbeitet haben.“ Von dieser Angst sei auch das Umfeld infiziert, sie habe auf die Stimmung gedrückt.

Problem erkannt, Problem gebannt? Knappmann glaubt fest daran. „Ich denke, es hat früh genug Klick gemacht. Wir müssen wieder so selbstbewusst, vielleicht auch ein Stück weit arrogant auftreten wie in der Hinrunde“, hat er seinen Spielern eingeimpft – und dabei auf Jürgen Klopp verwiesen. „Ich weiß nicht, ob es im Original von ihm stammt. Aber er hat mal gesagt: Die Lust zu gewinnen muss größer sein, als die Angst zu verlieren. Und das trifft es.“

Trainer erwartet eine kleine Leistungsexplosion

Optimistisch stimmt den Herner Coach die Entwicklung der letzten Tage. Nach dem 1:3 in Holzwickede sei im Verein nicht etwa die große Panik ausgebrochen, vielmehr sei man enger zusammengerückt. Der Vorstand habe der Mannschaft klar gemacht, dass sie sich keine Sorgen machen müsse. „Auch den Platz haben sie mit Hilfe der Stadt ganz gut hinbekommen. Und Herr Stieneke persönlich will ihn noch einmal walzen“, freut sich Knappmann über diese Unterstützung. „Jetzt kann man auf dem Rasen auch wieder Fußball spielen.“

Nun also ist die Mannschaft am Zug. „Einige Spieler sind in der Bringeschuld. Gerade von ihnen erwarte ich eine kleine Leistungsexplosion“, sagt Knappmann, ohne Namen nennen zu wollen. Aber dass ein Fatmir Ferati oder ein Milko Trisic seit Wochen ihr Potenzial nicht abrufen, ist keinem Besucher der Herner Spiele verborgen geblieben. Ganz zu schweigen von Marcel Ramsey, der zuletzt stets auf der Bank schmorte.

Auch Marcel Ramsey ist nicht abgeschrieben

Aber auch das muss nicht so bleiben. „Mein Vertrauen in ihn ist ungebrochen. Dass Ramsey zuletzt draußen blieb, war keine Sanktion. Vielleicht ist gerade das der Brustlöser“, hat er den Torjäger mit Ladehemmung keineswegs abgeschrieben. Schon gegen Sinsen könnte er eine Chance erhalten. Allerdings hat Knappmann viele Optionen, sind doch bis auf Vespermann und Petrovic alle Spieler einsatzfähig.

Den Tabellenfünften aus Marl schätzt der SCW-Trainer hoch ein. „Das ist eine sehr gute Mannschaft mit wendigen, quirligen Spielern wie Salja, Engel oder Sabellek. Aber es ist auch eine Mannschaft, die uns extrem gut liegt“, erinnert der SCW-Coach an den glanzvollen 4:1-Hinspielsieg. „Sinsen bespielt den Gegner, kommt nicht so stark über das Körperliche. Zuletzt haben wir uns zu oft den Schneid abkaufen lassen.“

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