Flucht nach vorne scheitert

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Im Herner Sturm und Drang schießt Gütersloh die Tore. Westfalia versiebt Chancen ohne Ende.Der bullige Knappmann nutzt zwei Unaufmerksamkeiten humorlos aus. Defensivprobleme auf den Außenbahnen SC Westfalia Herne FC Gütersloh 2000 1:3 Tore: 0:1 (25.) Avak

FUSSBALL OBERLIGA WESTFALEN Nur eine kleine Trauergemeinde hatte sich am Schloss versammelt, um dem vorletzten Heimspiel ihrer Westfalia in dieser Saison beizuwohnen. Ganze 226 Fußballfreunde passierten die Kassenhäuschen und bildeten die ungewohnt lautlose Minikulisse für eine flotte, ansehnliche Partie voller Torszenen, welche die Gäste aus Gütersloh dank der besseren Chancenverwertung mit 3:1 für sich entschieden.

"Nach vorne hin haben wir gut gespielt, prima kombiniert und uns auch reichlich Möglichkeiten erarbeitet", resümierte Trainer Frank Schulz. "Die Partie hätte genauso gut andersherum ausgehen können." Ein Fazit, dem auch sein Gegenüber Jörg Retzer nicht widersprechen wollte.

Vor allem die Anfangsphase ließ aus Herner Sicht einiges erwarten. Schulz machte aus der Personalnot eine Tugend und trat, wie angekündigt, mit drei Spitzen und drei weiteren Offensivkräften dahinter die Flucht nach vorne an. Vom Anpfiff an sahen sich die Gütersloher in die Defensive gedrängt. Nur mit Glück konnten sie einen frühen Rückstand bei zwei klaren Chancen von Adrian Cetera (3., 7.) und einer durch den gut aufgelegten Sami El-Nounou (9.) vermeiden. Wenig später kam El-Nounou im Laufduell mit Leenemann im Sechzehner zu Fall. In ähnlichen Szenen haben andere Schiedsrichter schon auf den Punkt gezeigt.

Stattdessen folgte die große Ernüchterung. Gleich der zweite nennenswerte Gästeangriff führte zum Ziel. Gazwan Avakhti hielt nach einem abgewehrten Ball einfach mal drauf und traf unhaltbar für Olli Bautz in den Knick. Ein Sonntagsschuss zur besten Kaffeezeit. Nicht nur in dieser Situation wurde deutlich, dass Herne auf den Außenbahnen erhebliche Probleme in der defensiven Abstimmung hatte. Aber das war bei den "Notpärchen" Behrend/Köse auf der rechten und Makarchuk/Erzen auf der linken Seite auch kaum anders zu erwarten.

Als Schulz aus Angst vor einem möglichen Elfmeter Arben Tahiri vom bulligen Markus Knappmann abzog und ihn die Position mit Norman Seidel tauschen ließ, nahm das Schicksal seinen Lauf. Konnte Mykola Makarchuk Knappmanns ersten Kopfball noch von der Linie putzen, stand der "Schrank" im FCG-Zentrum bei der nachfolgenden Flanke völlig frei und rammte das Leder mit seinem polierten Schädel humorlos ins Netz. "Wenn man dem sieben Meter Platz lässt, macht er so ein Ding. Das ist doch klar", wusste Schulz. Zwei Minuten später durfte er mit den SCW-Fans wieder hoffen, als El-Nounou eine schöne Kombination auf engstem Raum zum 1:2 abschloss.

Kurz nach Wiederbeginn schaltete der sonst so aufmerksame Seidel wieder nicht schnell genug, Knappmann war erneut zur Stelle und hämmerte trocken in die Maschen. Erneut musste der SCW einem Zwei-Tore-Rückstand nachlaufen. Das taten die Herner auch, engagiert und bis zum Abpfiff unverdrossen. Mehrfach lag der Anschlusstreffer in der Luft, doch fehlten Glück und Konsequenz im Abschluss. Ein Knappmann eben.

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