Fußball

Eine Aufgabe für Tüftler

Ob bei der Auslosung der Spielpaarungen im  Kreispokal (Bild) oder bei der Spielplanerstellung: Wenn es um die Organisation des Spielbetriebs im Fußballkreis Herne geht, sitzt  Bernhard Götte (3.v.l.) immer mit am Tisch.

Ob bei der Auslosung der Spielpaarungen im Kreispokal (Bild) oder bei der Spielplanerstellung: Wenn es um die Organisation des Spielbetriebs im Fußballkreis Herne geht, sitzt Bernhard Götte (3.v.l.) immer mit am Tisch.

Foto: WAZ FotoPool

Die Erstellung von Spielplänen ist sicher keine Hexerei --wohl aber eine anspruchsvolle Tüftelei, ein bisschen vergleichbar mit Sudoku. Geplant wird von oben nach unten, von der Bundesliga bis hinab in die Kreisligen C und D. Dabei sind viele unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen. Wer es genauer wissen möchte, findet hier einen ausführlichen Bericht von Bernhard Götte, einem der Herner Spielplangestalter.

Sobald die alte Saison zuende gegangen ist, heißt es für die Spielplaner die neue Saison in Angriff zu nehmen. Dies beginnt mit den Spielplänen des DFB bzw. der DFL für die erste und zweite Bundesliga und der dritten Liga. Sind diese Spielpläne erstellt geht es weiter in die Landesverbände. Hier wird dann zunächst auf Ebene des Westeutsche Fußball-Verbandes (WFLV) der Spielplan der Regionalliga West erstellt. Hierfür ist ab dieser Saison unser Kreisvorsitzender und Vorsitzender des Verbandsfußballausschusses Reinhold Spohn zuständig. Ist der Spielplan der Regionalliga erstellt, folgen die Spielpläne der überkreislichen Ligen unseres Landesverbandes, des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen. Dies beginnt mit den Plänen der Oberliga Westfalen, den Verbands-, Landes- und Bezirksligen. Erst wenn diese Spielpläne erstellt sind, kann die Arbeit im Kreis Herne beginnen.

Der DFB gibt für alle Ligen einen sogenannten Schlüsselspielplan vor. Bei diesem Spielplan muss dann jedem Verein eine Schlüsselzahl zugeordnet werden. Die Schlüsselspielpläne sind so aufgebaut, dass Vereine, die gemeinsam eine Sportanlage nutzen, nicht gleichzeitig ein Heimspiel haben. Dafür ist es aber erforderlich, dass für die Mannschaften dieser Vereine ein Schlüsselpaar (1+2, 3+4, 5+6, usw.) vergeben wird. So wurde zum Beispiel dem SV Fortuna Herne die Schlüsselzahl 9 und der Spvg. Horsthausen die Schlüsselzahl 10 bereits durch den Staffelleiter dr Bezirksliga zugeordnet. Für die Im Kreis Herne spielenden Mannschaften dieser Vereine, aber auch der anderen überkreislichen Mannschaften, wurden diese Schlüsselzahlen ebenfalls übernommen. Dies stellt sicher, dass sowohl die 1. Mnnschaft, als auch die 2. Mannschaft jeweils ihre Heimspiele gemeinsam austragen. Nachdem nun die Schlüsselzahlen der 2. und gegebenenfalls auch 3. Mannschaften vergeben wurden, werden dagegen, die Mannschaften der Vereine gesetzt, die ebenfalls auf der Sportanlage Spielen. So erhielt die 1. Mannschaft des SV Wanne 1911 vom Landesligastaffelleiter die Schlüsselzahl 16. Diese Schlüsselzahl erhielt dann auch die 2. Mannschaft in der Kreisliga b2. Die 3. Mannschaft erhielt dagegen die Schlüsselzahl 15, da sie immer entgegengesetzt zu den anderen beiden Mannschaften ihre Heimspiele austrägt. Da der SC Emscher Crange ebenfalls auf der Sportanlage an der Hauptstraße spielt, erhielt diese Mannschaft ebenfalls die Schlüsselzahl 15. Nachdem nun die Schlüsselzahlen für alle Mannschaften der überkreislich spielenden Vereine und auch die der Mitnutzer der Sportanlage vergeben wurden, werden zunächst die Schlüsselzahlen der Vereine vergeben, die sich eine Sportanlage teilen. So erhielt Firtinaspor Herne die Schlüsselzahl 1 in der Kreisliga A, der Kreisliga B2 und der Kreisliga C1. Da bedeutete dann, dass der ASC Leone die Schlüsselzahl 2 rhalten musste. Genauso wurden die Schlüsselzahlen für die Vereine Rasensport Wanne und SFT Bickern Wanne bzw. SC Röhlinghausen und FC Wanne vergeben. Als Letztes werden dann die Schlüsselzahlen an die Mannschaften der Vereine vergeben, welche die Sportanlage alleine nutzen.

Bei der Spielplangestaltung muss dann auch noch berücksichtigt werden, dass Sportanlagen an gewissen Tagen nicht zur Verfpgung stehen, z.B. weil die Sportanlage an eine andere Sportart (z.B. Leichtathletik) vergeben wurde. Dazu versuchen die Spielplaner im Kreis auch noch Wünsche der Vereine zu berücksichtigen. Dies ist aber nicht immer möglich. Auch ist es nicht immer möglich, sowohl an die erste als auch zweite Mannschaft eines Vereins in den unterschiedlichen Ligen die gleiche Schlüsselzahl zu vergeben. Dies war bei der Planung der Saison 2014/15 bei zwei Vereinen der Fall. Neben der SG Eintracht Ickern/Yeni Genclikspor betrag dies auch den Verein EtuS Wanne 28. Dieser erhielt mit seiner ersten Mannschaft die Schlüsselzahl 14, während diese Schlüsselzahl für die zweite Mannschaft nicht mehr zur Verfügung stand. Um hier wenigstens zu gewährleisten, dass ein Großteil der Heimspiele gemeinsam ausgetragen wird, sucht man nach einer passenden Schlüsselzahl. Dies war im Fall von EtuS Wanne 28 die Schlüsselzahl 16. Die bedeutet dann, dass der

Verein mit seinen beiden Mannschaften die ersten beiden Spiele jeder Serie getrennt als Heim- bzw. Auswärtsspiel austrägt. Ab dem dritten Spieltag laufen die Heim- und Auswärtsspiele dann aber parallel. Ein weiterer Nachteil der sich darauf ergibt ist die Tatsache, dass beide Mannschaften an einem Spieltag immer unterschiedliche Gegner haben.

Für die Vereine ist dies sicherlich keine Ideallösung, läßt sich aber nicht immer verhindern. Die Spielplaner werden dies aber im Hinterkopf behalten, damit es nicht bei den Spielplanungen für die Saison 2015/16 wieder die gleichen Vereine trifft.

Noch schwieriger gestaltet sich die Spielplanung bei den Junioren. Müssen bei den Senioren nur 6 Ligen mit maßimal 96 Mannschafen geplant werden, sind es im Juniorenbereich über Zweihundert Mannschaften in 18 Ligen. Auch hier geht es nach dem gleichen Schema wie bei den Senioren. Nach Bekanntgabe der Schlüsselzahlen der überkreislich spielenden Mannschaften, erfolgt die vergabe der Schlüsselzahlen für die kreisligen. Auch hier erhalten die Vereine, die sich eine Platzanlage teilen, ein Schlüsselpaar. Was bei der Planung der Juniorenspiele noch erschwerend hinzukommt, ist die unterschiedliche Staffelgröße. So müssen Ligen mit 12 Mannschaften mit Ligen mit 14, 16 oder 18 Mannschaften in Einklang gebracht werden. Dies ist dann nicht immer möglich, so dass unter Umständen Anstosszeiten verlegt werden müssen. Reicht auch das nicht aus, müssen Spiele auch schon einmal auf einen Wochenspieltag verlegt werden.

Besonders schwierig gestaltet sich die Spielplanung bei den Frauen und Juiorinnen. So spielen wir bei den Frauen und den C-Juniorinnen gemeinsame Ligen mit den Kreisen Bochum, Gelsenkirchen und Herne. Bei den Ansetzungen müssen dann die Spiele der Seniorenmannschaften und der Juniorenmannschaften berücksichtigt werden. Zum Glück unterstützt das DFBnet, das Ansetzungsprogramm des DFB den Spielplaner bei den Ansetzungen. Sind die Schlüsselzahlen vergeben, kann der jeweilige Spielplan generiert werden. Wurden alle Spielpläne generiert, zeigt das System Doppelbelegungen an. So kann der Spielplaner die Spielpläne noch einmal überarbeiten und die Überschneidungen durch Spielverlegung, oft reicht hier schon eine Änderung der Anstosszeit, bereinigen. Sind dann alle Überschneidungen bereinigt worden, können die Spielpläne freigegeben werden. Diese können dann für die Vereine im DFBnet und für Jedermann unter Fussball.de eingesehen werden.

Der Spielplaner freut sich an Ende, wenn es seitens der Vereine keine oder nur wenige Beschwerden gibt. Klar sollte aber auch sein, dass sich bei einer so großen Anzahl an Mannschaften Härtefälle nicht immer vermeiden lassen.

Nachdem dann alle Spielpläne fertig sind, sind, können die Spiele der neuen Saison beginnen.

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