Basketball Bundesliga

Der Herner TC ist als Tabellenführer nur Außenseiter

Laura Westerik und den Herner TC erwarten in Wasserburg eine schwere Aufgabe.

Laura Westerik und den Herner TC erwarten in Wasserburg eine schwere Aufgabe.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  Beim elffachen deutschen Meister TSV Wasserburg droht der Verlust der Tabellenspitze. Trainer Marek Piotrowski beklagt Verletzungsprobleme.

Sieben von 18 Spielen in der Toyota DBBL sind bislang coronabedingt ausgefallen, auch für dieses Wochenende wurden bereits drei Partien abgesagt. Doch erneut sind Hernes Basketballerinnen von den Absetzungen nicht betroffen. Ihnen steht am vierten Spieltag die weiteste Reise der Saison ins Haus. Sie führt in den äußersten Südosten Deutschlands in den Landkreis Rosenheim, wo der TSV 1880 Wasserburg zuhause ist, jener Club, der den deutschen Damenbasketball lange Zeit dominierte und zwischen 2004 und 2107 elf DM-Titel einsammelte. Am Sonntag um 16 Uhr formieren sich die Teams zum Sprungball in der legendären „Badria“.

Der gewohnte Hexenkessel erwartet den Herner TC diesmal aber nicht, finden doch derzeit alle Begegnungen vor leeren Rängen statt. Wohl aber ein maximal ambitionierter Gegner. Der TSV möchte in dieser Spielzeit nämlich das Dutzend voll machen, nachdem zuletzt Keltern (2018) und Herne (2019) den Titel holten. „Bei Abbruch der letzten Saison stand Wasserburg auf Platz zwei. Diesmal ist das Team noch stärker und hat ein sehr ehrgeiziges, klar formuliertes Ziel: Sie wollen Deutscher Meister werden“, weiß Marek Piotrowski.

Ein durchaus realistisches Vorhaben, wie der HTC-Trainer beim Blick auf den Wasserburger Kader einräumt. „Sie haben drei starke deutsche Nationalspielerinnen, die jetzt gerade eine sehr gute EM-Quali gespielt und viel Selbstvertrauen haben. Dazu kommen die Amerikanerinnen und mehrere richtig gute Nachwuchsspielerinnen.“ Auch TSV-Trainerin Sidney Parsons war in Riga als Assistentin von Bundestrainer Walt Hopkins dabei, und das, so Piotrowski, könne sich ebenfalls positiv auswirken.

TSV Wasserburg läuft mit drei US-Amerikanerinnen auf

Dass die erfahrene Svenja Brunckhorst das Spiel der DBB-Auswahl lenkte, dass auch die erst 20-jährige, von den Los Angeles Sparks für die kommende WNBL-Saison gedraftete Leonie Fiebich eine herausragende Rolle spielen würde, damit durfte man im Vorfeld schon rechnen. Etwas überraschend aber war, dass sich die dritte Wasserburgerin vor allem beim 74:59 gegen Nordmazedonien ins Rampenlicht spielte: Laura Hebecker lief heiß, traf sieben von acht Dreiern und war beste deutsche Werferin (21 Punkte).

Neben diesen formstarken Nationalspielerinnen muss der HTC vor allem die drei US-Girls Kelly Moten, Margaret Mulligan und Alexandra Rose Wittinger auf dem Zettel haben. „Das ist schon eine anspruchsvolle Aufgabe, eine große Herausforderung für uns“, betont Piotrowski und bittet darum, sich vom aktuellen, schiefen Tabellenbild nicht blenden zu lassen. „Wir sind zwar Tabellenführer, aber in Wasserburg ganz bestimmt kein Favorit, sondern klarer Außenseiter.“

Marek Piotrowski plagen Verletzungssorgen

Völlig sorgenfrei macht sich der kleine Herner Tross am Sonntagfrüh nicht auf den Weg. „Wir haben mit Verletzungen zu tun und werden kurzfristig entscheiden, wer auflaufen kann“, hält sich der 61-Jährige doch etwas bedeckt. Immerhin sind die Niederländerin Laura Westerik und die Finnin Sofia Pelander nach guten Leistungen in ihren Nationalteams gesund nach Herne zurückgekehrt und werden gemeinsam mit ihren Kolleginnen alles tun, sich die 700 Kilometer Rückfahrt mit einem Überraschungssieg zu versüßen.

Klappt es nicht, ist auch das zu verschmerzen. „Wir haben sechs Punkte, und die nimmt uns keiner mehr“, stellt Piotrowski nüchtern fest. „Entschieden wird an diesem Wochenende nichts.“

Bully, Westerik & Co.: Der Kader des Herner TC für die Saison 2020/21:

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