Billard

DBU hält daran fest, den Bundesliga-Betrieb einzustellen

Thorsten Ide wird künftig in einer Liga um Punkte spielen müssen, die nicht mehr unter dem Namen „Bundesliga“ firmiert.

Thorsten Ide wird künftig in einer Liga um Punkte spielen müssen, die nicht mehr unter dem Namen „Bundesliga“ firmiert.

Foto: Kerstin Buchwieser / FUNKE Foto Services

Mehrkampf-Billard ist auf Bundesebene für das DBU-Präsidium für die nächste Spielzeit kein Thema mehr. GW Wanne muss damit auf NRW-Ebene antreten.

Die Chancen der heimischen Mehrkampf-Mannschaft im BC Grün-Weiss Wanne für den Erhalt des Bundesliga-Spielbetriebs gehen wohl gegen Null. Die Deutsche Billard-Union (DBU) hatte allen Vereinen jüngst schriftlich mitgeteilt, dass der Betrieb auf nationaler Ebene eingestellt wird (wir berichteten). Markus Dömer, neuer Sportwart Karambol in der DBU, erklärt gegenüber der WAZ Hintergründe zu dieser Entscheidung.

„Bestimmt schon fünf Jahre“ alt sei die Problematik rund um die Billard-Mehrkampf-Bundesliga, die nun zu deren vorerst endgültigem Aus geführt hat, so Markus Dömer. „Seitdem gibt es jedes Jahr neue Versuche, die Liga am Leben zu erhalten - aber das gelang immer nur mehr schlecht als recht.“

„Das hat doch mit Leistungssport nichts zu tun“

Formal sei die Liga schon längst am Ende gewesen. Schließlich gebe es eine einheitliche Ordnung für den Spielbetrieb über alle Disziplinen hinweg, wie Pool, Snooker, Kegel oder eben Karambol. Und diese sehe zum Beispiel vor, dass neben dem Deutschen Meister auch Auf- und Abstieg vorgesehen sein muss. „Aber wohin soll im Mehrkampf der Letzte absteigen?“, fragt sich Markus Dömer, selbst lange Karambol-Spieler bei Orts-Nachbar ABC Merklinde. Zuletzt hätte sich theoretisch irgendein Verein deutschlandweit melden können, um Bundesliga zu spielen. „Wo gibt es denn so was? Das hat doch mit Leistungssport nichts zu tun. Außerdem soll eine Bundesliga doch die Besten der Landesverbände vereinen. Aber auch das funktioniert im Mehrkampf nicht.“ Mehrkampf-Billard ist fast ausschließlich eine NRW-Spielart.

Auch der Hoffnung darauf, dass auf der anstehenden Präsidiumssitzung am Samstag noch eine kurzfristige Kurskorrektur erfolgt, erteilt der DBU-Sportwart daher eine deutliche Absage. Am 31. Mai war Meldeschluss. Zwölf Vereine sollten sich melden (sechs für die 1. Liga, sechs für die 2. Liga), nur zehn haben sich gemeldet. Zu wenig. Dömer: „Damit ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, wo diese Sache zu Ende ist.“

Vereine haben das Ziel nicht erreicht

„Es macht so sportlich keinen Sinn mehr“, sagt auch der Herner DBU-Präsident Helmut Biermann. „Wir haben alle Türen aufgemacht und den Vereinen gesagt, sie sollen beweisen, dass das Potenzial da ist. Doch sie haben das gar nicht so hochtrabende Ziel nicht erreicht.“ Die Folge sei eine bittere Entscheidung, die manchmal eben getroffen werden müsse. Mit im Entscheidungsgremium saß übrigens ein weiterer Herner: Manfred Danlowski ist Vizepräsident Finanzen - und Mitglied im BC GW Wanne.

Während Helmut Biermann in der abgeschafften Mehrkampf-Bundesliga ein totes Pferd sieht, von dem man nun absteigt, blickt Markus Dömer nach vorne. „Die Vereine aus dem Billard-Verband Westfalen haben ja noch das Glück, dass es hier auf Landesebene einen Spielbetrieb gibt“, so der Castrop-Rauxeler. Am Niederrhein sehe das schon anders aus. Und in Bayern und Hessen erst recht - Aus diesen Verbänden kommen mit Coburg und Oberursel die einzigen beiden Nicht-NRW-Klubs. Die Zukunft des Mehrkampf-Teams aus Wanne-Eickel scheint damit klar auf NRW-Ebene zu liegen.

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