Fussball - Oberliga Westfalen

Auch Westfalia Herne legt in Gütersloh eine Schüppe drauf

In Gütersloh spielt der SC Westfalia Herne, beim Kopfball Maurice Temme, am Donnerstag in der „englischen Woche“ vor dem Osterwochenende.

In Gütersloh spielt der SC Westfalia Herne, beim Kopfball Maurice Temme, am Donnerstag in der „englischen Woche“ vor dem Osterwochenende.

Foto: Rainer Raffalski

Beim FC Gütersloh tritt der SC Westfalia Herne am Donnerstagabend an. Der Oberligist hat zwei mögliche Neuzugänge im Blick.

Das Heidewaldstadion, ja, wenn das Flutlicht da angeht: Christian Knappmann hat selbst dort gespielt, und er freut sich drauf, auf das Abendspiel des SC Westfalia Herne beim FC Gütersloh am Donnerstag (19.30 Uhr). „Heidewald, dann unter Flutlicht, das ist immer so ein ganz besonderes Ding. Das kennen wir ja auch von unseren Heimspielen abends, dann legst du als Heimmannschaft immer ‘ne Schüppe drauf.“

Dieses ihnen vertraute Arbeitsgerät werden auch die Herner aus ihrem Werkzeugkasten kramen für dieses Auswärtsspiel. Die Instrumente für die fußballerische Feinarbeit sind aber noch nicht zur Gänze ausgewählt.

Denn in den vier Tagen seit dem Sonntag, dem 2:0 über den Holzwickeder SC, hätten die Herner die Formel des Gütersloher Spiels nicht nur noch nicht geknackt, sondern auch noch nicht bis ins Letzte erkannt, sagt Knappmann – und Julian Berges, Datensammler und Videoanalyst der Westfalia, nickt da zustimmend.

Auch der FCG macht sich auf den Weg aus dem Keller

So viel war für den Trainer des SC Westfalia aber schon vor der Saison klar gewesen: Knappmann hatte seinerzeit dem FC Gütersloh die Rolle als Überraschungsteam dieser Spielzeit zugetraut. Es kam bekanntlich anders, Herne und Gütersloh verblüfften gemeinsam dadurch, dass sie erst einmal lange Zeit am Tabellenende standen. Aber wie die Herner zum Ende vergangenen Jahres haben sich nun auch die Gütersloher auf den Weg aus dem Tabellenkeller heraus gemacht.

Die Ostwestfalen sind zwar noch Vorletzter, aber Platz zwölf ist für sie in dieser engen Liga auch nur drei Punkte weg. Knappmann aber hatte Hans-Hermann Kirschner und Heiner Kollmeyer, beide aus dem Geschäftsführenden Vorstand des FC Gütersloh, beim Spiel der Ostwestfalen bei der Hammer SpVg getroffen, und, so erzählt er: „Ich habe ihnen gesagt: Ihr steigt im Leben nicht ab.“ Im Februar war das.

Lob für Nachwuchsspieler Niklas Grzelka

Und auch jetzt legt sich Knappmann fest: „Westfalia Herne und der FC Gütersloh werden nicht zu den Absteigern gehören.“ Da ist sich der Westfalia-Trainer sicher. Auch für die Gütersloher, wenn sie gegen Herne nichts holen sollten. Darauf werden die Gäste am Gründonnerstag hinarbeiten. Ein einstelliger Platz mit der Qualifikation für den Westfalenpokalwettbewerb der nächsten Saison ist schließlich das Ziel der Herner.

Ein Lob im Rückblick bekommt nach dem Holzwickede-Spiel Niklas Grzelka, der anstelle von Nico Pulver auf der linken Abwehrseite der Westfalia spielte – so, als würde er Woche für Woche dort auflaufen. Knappmann: „Ich glaube, dass man daran erkennt, dass wir mit Weitsicht arbeiten. Wir holen nicht nur blind überall weg, sondern wenn Jungs bei uns gut sind, dann haben die auch eine Chance. Niklas, der eigentlich noch A-Jugend-Spieler ist, hatte jetzt seinen zweiten Einsatz von Anfang an. Ich weiß nicht, ob es noch einen anderen Oberligisten gibt, der einem Spieler in dem Alter so viel Vertrauen schenkt – der das Vertrauen aber auch rechtfertigt. Der könnte blind auch jede Woche spielen, wenn Pulver nicht so gut wäre.“

Eine komfortable Situation für einen Trainer, aber dass „Konkurrenz das Geschäft belebt“, davon will Christian Knappmann nichts wissen: „Altes Denkmuster. Wir sind wie eine Familie, in der gibt es keine Konkurrenten. Ein Ziel muss es doch für jeden sein, immer hundert Prozent zu bringen.“ So wie man nun mal an die Schüppe geht.

>> Interesse an David Loheider und Jeff Gyasi

Westfalia Herne hat bereits mit einigen Akteuren für die nächste Spielzeit verlängert. Auch mit möglichen Neuzugängen ist der Klub im Gespräch.

Mit David Loheider und Jeff Gyasi sind wir schon sehr weit“, sagt Trainer Christian Knappmann. Stürmer Loheider (28) war zu dieser Saison von der Hammer SpVg aus der Oberliga zum Regionalligisten SC Wiedenbrück gewechselt. Außerdem sind die Herner am defensiven Mittelfeldspieler Jeff Gyasi (30) interessiert, der in der 3. Liga für den SV Wehen-Wiesbaden und die SV Elversberg spielte. Seit 2017 kickt er in der Oberliga Niederrhein für den SC Düsseldorf-West.

„Dass wir mit solchen Spielern verhandeln können, ist möglich, weil wir ihnen durch unsere Sponsoren eine Arbeitsstelle anbieten können“, erklärt Knappmann.