Fußball

3:3 in Velbert zeigt: So bekommt Westfalia Herne Probleme

Das Velberter 3:2 gegen Westfalia Herne im Bild: Stawski und Terzi kommen zu spät. Auch Fauseweh kommt nicht dran.

Das Velberter 3:2 gegen Westfalia Herne im Bild: Stawski und Terzi kommen zu spät. Auch Fauseweh kommt nicht dran.

Foto: Alexandra Roth

Velbert.  Westfalia zeigt bei der SSVg Velbert Moral und erzwingt ein Unentschieden. Dafür war allerdings eine laute Knappmann-Ansage in der Pause nötig.

„Yes!“, ruft Christian Knappmann laut über den Sportplatz, als der Schiedsrichter abpfeift: Zweimal hatte Westfalia Herne bei der SSVg Velbert einen Rückstand wettgemacht, spät durch Eric Gweth noch das 3:3 erzielt. „Mit der zweiten Hälfte war ich zufrieden“, meinte Knappmann nachher – dafür war aber eine lautstarke Ansage in der Pause nötig.

Der Test beim Aufstiegskandidaten der Oberliga Niederrhein SSVg Velbert sollte eine echte Bewährungsprobe auf hohem Level sein – der SC Westfalia hat diese Zwischenprüfung nicht komplett bestanden.

Westfalia Herne: Schwache erste Hälfte in Velbert

Fünf Wochen vor dem Saisonstart gegen Clarholz (der Spielplan wurde am Sonntag veröffentlicht) legten die Velberter einige Schwächen der Herner offen. Schon nach zwei Minuten stand es 1:0 für die SSVg, weil Herne in der Rückwärtsbewegung nicht in die Zweikämpfe kam, Cellou Diallo frei vor Fauseweh leichtes Spiel hatte – so ging es auch weiter. Bis zur 15. Minute trafen die Velberter noch zweimal beide Tore zählten wegen Abseits nicht. Das Problem zeigte sich aber mehrfach, dass Herne nicht richtig zupacken konnte.

Velbert spielte den Ball gut hinten heraus und Herne war immer einen Schritt zu langsam. Suat Bas und Kaan Terzi waren im Pressing nicht konsequent genug, Jamal El Mansoury und Robert Mainka hatten vielleicht noch von ihren Einsätzen am Samstag schwere Beine.

Knappmann enttäuscht von Hälfte eins: „Dann sind wir einfach nicht gut genug“

Das Pressing funktionierte nicht. Und wenn diese erste Linie der Herner erst einmal überspielt war, kam der Rest der Mannschaft nicht mehr in die Situation, die Velberter aufzuhalten – es fehlte genau die Überzeugung, die Giftigkeit, mit der Christian Knappmann seine Spieler sonst aufs Feld schickt.

„Das war einfach zu wenig“, war auch der Trainer nachher enttäuscht, „uns hat jede Intensität gefehlt – und dann sind wir einfach nicht gut genug.“

Zumal die Velberter mit den langen Bällen des SCW wenig Probleme hatten und den Kampf um die zweiten Bälle meist gewannen – mit dem gleichen Schritt Vorsprung, mit dem sie das Herner Pressing umspielten, siehe oben. Per Strafstoß machte Diallo das verdiente 2:0 für die SSVg Velbert.

Chancen für Westfalia hatten nur Gweth und Bas jeweils nach Standards – Knappmanns Halbzeitansprache fiel entsprechend aus. Aber nicht nur in der Kabine wurde es laut.

Doppelschlag und später Gweth-Trefffer: Herne erzwingt zweimal den Ausgleich

In Hälfte zwei machten die Herner auch auf dem Platz viel mehr Alarm: Nachdem Knappmann und sein Trainerteam in Hälfte eins meist ruhig dagesessen hatten, war jetzt ständig die ganze Bank auf den Beinen, gut hörbar über den ganzen Platz. Und immer wieder das Kommando: „Speed!“ — mit vollem Tempo attackieren. Und so ging es dann auch für die Herner.

Jan Fauseweh musste zwar noch eine Eins-gegen-Eins-Situation entschärfen, dann erzwangen die Herner ihre Tore: Jamal El Mansoury staubte nach einem Pfostenschuss des eingewechselten Stawski ab, vorher hatte sich Robert Mainka gut durchgesetzt (49.). Mit kompromisslosem Pressing bei einem Velberter Abstoß kam Terzi im Velberter Strafraum an den Ball und wurde gefoult – Sengün verwandelte den Strafstoß zum 2:2 (52.).

Dass die Balance der Herner im Rückzugsverhalten immer noch nicht ganz passte, führte dann Kai Schwertfeger vor, der Ex-Profi traf nach einem einfachen Doppelpass ganz leicht zum 3:2. Herne steckte aber den Ausgleich gut weg.

Auch Robert Mainka zeigte spätestens in der Schlussphase seine Klasse, wurde zum Dreh- und Angelpunkt und auch in der Spitze zur Anspielstation für hohe Bälle – in der 88. Minute verlängerte er eine Flanke mit dem Kopf, am langen Pfosten rauschte Eric Gweth heran und traf zum umjubelten und verdienten Ausgleich.

SSVg Velbert gegen Westfalia Herne: So haben sie gespielt

So spielte Westfalia in Velbert: Fauseweh - Gweth, Baraza, Sengün, Aydin (88. Koc) - Klass (46. Stawski), Jünemann - El Mansoury, Terzi (75. Karaman), Mainka - Bas (70. Lampka).

Tore: 1:0 Diallo (2.), 2:0 Diallo (33./FE), 2:1 El Mansoury (49.), 2:2 Sengün (52./FE),
3:2 Schwertfeger (59.), 3:3 Gweth (88.).

Der Bericht zum Spiel aus Sicht der SSVg Velbert.

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