Leichtathletik

Worauf ein junger Leistungssportler aus Hattingen verzichtet

Der Sprinter Maximilian Heinrichs vom TV Wattenscheid muss durch den Sport auf einige Dinge im Leben verzichten.

Der Sprinter Maximilian Heinrichs vom TV Wattenscheid muss durch den Sport auf einige Dinge im Leben verzichten.

Foto: Lisa Kurschilgen / TV Wattenscheid

Hattingen.  Der Hattinger Maximilian Heinrichs ist Sprinter und startet für den TV Wattenscheid. Sein Lebensstil unterscheidet sich von dem seiner Freunde.

Eine Geburtstagsparty bis in die Morgenstunden, grillen in den Ruhrwiesen. Klingt verlockend, passt aber nicht mit Hochleistungssport zusammen. Auch junge Talente haben schon einen eigenen Lebensstil. Mit Pflichten gegenüber ihrem Sport und vielen Verzichten. So wie Maximilian Heinrichs, Sprinter beim TV Wattenscheid. Der 17-Jährige erzählt, wie sein Leben aussieht.

Training

In der Regel trainiert Heinrichs sechsmal in der Woche, von Montag bis Samstag. Einmal täglich gibt es eine Einheit. Sollte es die Schule zulassen, dann wären zwei möglich. Der Sonntag gilt dann als Ruhetag. Aktuell ist Saisonpause, Ende September steigt der Sprinter in die Vorbereitung auf die Hallensaison ein.

Im Training geht es um Sprintausdauer, Technikläufe, Kraft und Sprünge. „Es ist ein Stück weit individuell. Aber es passt sehr gut zusammen, wie unser Training in Wattenscheid aufgebaut ist”, sagt Heinrichs.

Terminkalender

„Es geht ganz klar der Sport vor“, betont der Bredenscheider mit Blick auf Termine, die er neben dem Sport hat. Wenn Geburtstage von Freunden anstehen, versucht er, vorher zu trainieren oder doch zwei Einheiten an einem Tag zu machen, um den sozialen Kontakt nicht zu verlieren. Während der Hauptsaison (März bis Juli) ist dies schwierig. „Oft sind Feiern Freitagsabends. Ich brauche dann aber viel Regeneration und Schlaf vor dem nächsten Training am Samstagvormittag”, erklärt er. Andere Termine, etwa bei der Bank, legt er sich um seinen Trainingsplan herum.

Ernährung

Grundsätzlich ist der Nachwuchssportler flexibel, achtet aber streng auf Nahrungsmittel, die kontraproduktiv zu seiner Leistung sind. Dazu zählt Alkohol oder auch eine Tafel Schokolade am Tag. „Das geht gar nicht, zumindest nicht in übermäßigen Mengen”, betont er, um beim Sprinten nicht langsamer oder schwerfälliger zu werden. Statt Süßigkeiten wählt er einen Apfel oder eine Banane. Säfte trinkt er schon mal, auf Geburtstagen auch mal Cola. Als Sprinter isst er viel Fisch, Reis und generell proteinhaltige Speisen. Viele Kohlenhydrate seien dagegen nicht so gut, da er sie nicht abtrainieren kann.

Körperliche Gesundheit

„Ich bin eigentlich nie krank”, stellt der Sportler fest. Nach der Hallensaison im Frühjahr war er lediglich platt und fühlte sich müde. Aber erkältet sei er in der Regel nicht. Durch das ständige Training hält er sich fit.

Sponsoren

Es kommt darauf an, wie erfolgreich ein Sportler ist. Zum Teil stehen junge Leistungssportler auch schon bei großen Sportunternehmen unter Vertrag. „Wenn man zum Beispiel bei einer Weltmeisterschaft gewonnen hat. Ich selbst habe aber keine Sponsoren”, sagt Heinrichs. Je nach Wettkampf kann es bei einem Erfolg ein kleines Preisgeld geben.

Freizeit

Wenn die Freunde nach der Schule bei schönem Wetter an die Ruhr gehen oder sich zum Grillen verabreden, muss Heinrichs absagen. Das Training wartet. Auch abends in einer Bar ist er selten dabei. „Man muss hin- und zurückkommen, was neben einem adäquaten Training nicht die Erholung begünstigt”, erklärt der 17-Jährige.

Schule

Der Sprinter erfüllt wie jeder andere Schüler seine Schulpflicht, er besucht die Gesamtschule Welper. Es kann in Ausnahmefällen sein, dass er Unterricht verpasst, wenn ein Wettkampf ansteht. Klausuren musste er deswegen noch nie nachholen. „Meine Schule ist großzügig, wenn ich eine Freistellung brauche. Die Lehrer sind flexibel und schicken mir Material zu”, freut sich Heinrichs. Der Verein respektiert andersherum die Verpflichtungen und Termine in der Schule – dann rückt der Sport in den Hintergrund.

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