Regionalliga

Sprockhövel freut sich auf Gaetano Manno

Gaetano Manno war einer der außergewöhnlichsten Spieler, die je für die TSG gespielt haben. Jetzt schießt er seine Tore für den  Wuppertaler SV. Foto:Thorsten Tillmann

Gaetano Manno war einer der außergewöhnlichsten Spieler, die je für die TSG gespielt haben. Jetzt schießt er seine Tore für den Wuppertaler SV. Foto:Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Sprockhövel.   Für die TSG Sprockhövel gibt es am Samstag ein Wiedersehen mit einem Spieler, der im Baumhof schon für großes Aufsehen gesorgt hat - mit Gaetano Manno.

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Gute Stimmung in Sprockhövel. Durch den ersten Regionalliga-Sieg der Vereinsgeschichte hat die TSG den letzten Tabellenplatz verlassen und freut sich jetzt auf ein ganz besonderes Spiel. Denn die TSG Sprockhövel erwartet am heutigen Samstag im Hagener Ischeland-Stadion den Wuppertaler SV - und mit dem WSV auch Gaetano Manno.

Manno spielte nur eine Saison lang für die TSG Sprockhövel, ist aber bei denen, die das Geschehen rund um den Baumhof schon etwas länger beobachten, immer noch in bester Erinnerung. Die TSG war gerade aus der Oberliga abgestiegen, als der 18-Jährige nach Sprockhövel kam und eine spektakuläre Saison spielte. Mit seinen 25 Toren hatte er großen Anteil daran, dass es in der Saison 2001/02 sofort wieder hoch ging.

„Er war ein unglaublicher Strafraumspieler, er hat Sachen gemacht, die man gar nicht richtig verstanden hat. Aber plötzlich war der Ball doch irgendwie im Tor“, erinnert sich Sprockhövels Fußball-Abteilungsleiter Ulrich Meister an einen der außergewöhnlichsten Spieler, die je das Trikot der TSG Sprockhövel getragen haben.

Manno war der TSG empfohlen worden, doch den Ausschlag für seine Verpflichtung gab vielleicht ein Pokalspiel, das die TSG noch als Oberligist gegen den Landesligisten SSV Hagen absolvierte und mit 0:2 verlor. Beide Tore schoss A-Jugendspieler Gaetano Manno. „Bei einem Tor habe ich aus 60 Metern getroffen“, erinnert sich der heute 34-Jährige, den damals ganz schnell auch die großen Vereine auf dem Zettel hatten. „Mönchengladbach und Bochum waren interessiert, doch ich wollte auf jeden Fall meine Ausbildung zu Ende bringen und bin deshalb zunächst zur TSG gegangen“, so Manno.

Die großen Clubs beobachteten Manno aber weiter, und so kam es ein Jahr später dann doch zum Wechsel zum VfL Bochum. Doch dann bekam die noch junge Karriere einen Knick. Manno war auf einem guten Weg und hatte bereits zwei Pflichtspiele für die erste Mannschaft des VfL Bochum bestritten, als er sich im Training nach einem Zweikampf mit VfL-Torwart Rein van Duijnhoven schwer verletzte. Manno fehlte danach viele Monate. Auch in Sprockhövel war man geschockt, denn Manno war nicht nur ein toller Fußballer, sondern auch ein angenehmer Zeitgenosse, dem man alles Glück dieser Erde gewünscht hatte.

Schwere Verletzung im Training

Für die TSG hatte diese Verletzung damals übrigens auch finanzielle Auswirkunken, denn bei einem dritten Einsatz bei den Profis hätte es einen Nachschlag zur Ablösesumme gegeben.

In Bochum wurde Manno nicht richtig glücklich. Als er später einmal mit der zweiten Mannschaft gegen die TSG auflief, spielte der Vollblutstürmer linker Verteidiger.

Manno machte sich dann auf die Wanderschaft. Wuppertaler SV, VfL Osnabrück, SC Paderborn, Rot-Weiß Erfurt, Preußen Münster und Viktoria Köln waren weitere Stationen in seiner Karriere. „Ich will mich nicht beschweren“, sagt der Torjäger heute. „Ich bin seit 15 Jahren Profi, ich kann von meinem Hobby leben, und ich kann durch meinen Beruf meine Familie ernähren. Und jetzt freue ich mich riesig auf das Spiel gegen die TSG. Und dass das Spiel in Hagen stattfindet, ist besonders schön. Denn ich wohne in Hagen, ich habe in Hagen gebaut.“

Ein Weggefährte von Gaetano Manno war auch TSG-Trainer Andrius Balaika. Balaika war zuvor für ein Jahr in die zweite schwedische Liga gewechselt und gerade in den Baumhof zurückgekehrt. In der Rückrunde spielte er dann mit Manno in einer Mannschaft. „Er macht natürlich ungewöhnliche Sachen, man muss ihn immer noch beachten“, sagt Balaika, der überhaupt großen Respekt vor dem WSV hat. „Ich schätze die Mannschaft sehr“, sagt der TSG-Trainer. „Sie spielt aggressiv gegen den Ball und hat vorne enorme Geschwindigkeit.“

Verzichten muss Balaika weiterhin auf den verletzten Emre Demir und auf den gesperrten Nazzareno Ciccarelli. Dagegen hat Adrian Wasilewski (Rippenprellung) bereits wieder trainiert, ein Einsatz kommt aber wohl noch nicht in Frage.

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