Rugby

Rugby: Nationaltrainer baut neue Abteilung in Hattingen auf

Willkommen in Blankenstein: Der TuS Blankensteins Vorsitzender Jens Liebetanz, knieend links, bekommt symbolisch einen Rugbyball von Trainer Bob Doughton, Rugby-Nationaltrainer.

Willkommen in Blankenstein: Der TuS Blankensteins Vorsitzender Jens Liebetanz, knieend links, bekommt symbolisch einen Rugbyball von Trainer Bob Doughton, Rugby-Nationaltrainer.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Der TuS Blankenstein und Bob Doughton schaffen mit der Rugby-League-Abteilung ein neues Angebot. Der Verein sieht darin eine besondere Chance.

Ungewohnte Szenen spielen sich auf dem Sportplatz an der Marxstraße in Welper ab. Dort wo sonst der runde Ball mit dem Fuß gespielt wird, laufen plötzlich Menschen allen Alters mit einem ovalen Ball in der Hand, passen ihn weiter oder täuschen Laufwege an.

Bald wird dieses Bild zur Gewohnheit, denn der ansässige Sportverein TuS Blankenstein hat eine neue Abteilung gegründet, eine Rugby-Abteilung. Antreiber, Ideengeber und nun auch Abteilungsleiter der neuen Sportsparte des TuS ist Bob Doughton.

Nationalspieler Liam Doughton ist ebenfalls dabei

Er ist Nationaltrainer der Deutschen Rugby-League-Nationalmannschaft, sein Sohn und Rekord-Nationalspieler Liam Doughton ist ebenfalls eingebunden. Aktuell trainieren bis zu 20 Kinder und Erwachsene freitags von 16.30 Uhr bis 18 Uhr beim TuS Blankenstein, doch das soll erst der Anfang sein.

„Wir wollen allen, die sich in Hattingen von der Sportauswahl nicht abgeholt fühlen, ein neues Angebot machen. Ich denke, wir haben da eine schöne Nische gefunden“, sagt Blankensteins Pressewart Robert Laube.

Vor wenigen Wochen sei Bob Doughton auf den TuS Blankenstein zugekommen und habe die Idee vorgestellt, so Laube. Seine Vorstellungen fanden Anklang, allerdings standen noch ein paar Hürden im Weg. „Mit Rugby hatte ich erst einmal weniger Berührungspunkte“, sagt Jens Liebetanz, Vorsitzender des Gesamtvereins. „Ich wusste überhaupt nicht, ob unser Kunstrasen dafür geeignet ist oder ob Platz darunter leiden könnte.“

Weniger aggressiv und körperbetont

Liebetanz rief den Kunstrasenhersteller an und erfuhr, dass der Kunstrasen extra für den Rugby-Sport konzipiert wurde. „Aber man kann wohl auch Fußball drauf spielen“, sagt Liebetanz mit einem Augenzwinkern. Auch der Rasenplatz eigne sich für Rugby.

In Blankenstein wird Rugby-League gespielt, welche sich zur anderen Variante Rugby-Union auf viele Weise unterscheidet. „Rugby-League ist viel technischer und weniger aggressiv und körperbetont. Alle Eltern, die ihre Kinder zu uns schicken, müssen sich also keine Sorgen machen“, sagt Pressewart Laube. Gerade für ehemalige oder aktuelle Handballer sei der Rugby-League-Sport eine tolle Alternative, so Liebetanz. „Handballspieler finden sich meist sehr schnell zurecht“, sagt der Vorsitzende. „Der Überblick und die technischen Fähigkeiten, die beim Handball erlernt wurden, helfen dabei sich einzufinden.“

Gesprochen wird beim Training meist Englisch, was sich durch den Ursprung und der Fachworte des Sports erklärt. „Wo spricht man im Alltag schon einmal Englisch? Gerade für Schulkinder ist das auch noch eine tolle Möglichkeit, um sich in einer anderen Sprache zu verbessern und sicherer zu werden“, sagt Robert Laube.

Enger Kontakt zur Nationalmannschaft

Durch die Gründung der neuen Abteilung und der nun entstandenen Kontakte zur Nationalmannschaft könnte es an der Marxstraße bald auch Länderspiele der Deutschen Rugby-League-Nationalmannschaft geben. Für das kommende Jahr gebe es schon Planungen für Spiele gegen die Niederlanden oder England, sagt Liebetanz.

Der TuS Blankenstein, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, ist die neue Abteilung auch eine neue Chance junge, enthusiastische Mitglieder zu bekommen, die der Verein in den vergangenen Jahren sukzessive verloren hat, was vor allen am Niedergang der Jugendfußball-Abteilung lag. „Das hat sich natürlich auf finanziell bemerkbar gemacht, auch deshalb finde ich das Experiment mit der Rugby-Abteilung eine wirklich tolle Sache“, so Jens Liebetanz.

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