Fußball Oberliga

Niederwenigern: Kreuzbandriss stoppt Entwicklung von Stürmer

Maximilian Golz (gelbes Trikot) hat eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. Der Stürmer der Sportfreunde Niederwenigern kämpft sich nach einer Knieverletzung durch die Reha.

Maximilian Golz (gelbes Trikot) hat eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. Der Stürmer der Sportfreunde Niederwenigern kämpft sich nach einer Knieverletzung durch die Reha.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Max Golz ist in den vergangenen vier Jahren viermal hintereinander aufgestiegen. Bei den Sportfreunden war er gesetzt und kämpft er für ein Ziel.

Es war eine Direktabnahme, die zu viel für das Knie war. Den Ball traf Maximilian Golz von den Sportfreunden Niederwenigern zwar noch, doch sein Standbein knickte böse nach außen – vorderes Kreuzband sowie Innen- und Außenmeniskus rissen. Seit Dezember kann der Stürmer daher nicht mehr mitwirken. Dabei entwickelte er sich in der Vergangenheit gut, noch vor vier Jahren spielte er in der Kreisliga.

Sein Trainer beobachtet, dass er gut mit seiner Situation umgehen kann. „Er ist ein positiver Typ und lacht immer. Vielleicht hilft ihm diese Art auf dem Weg durch die Reha“, sagt Jürgen Margref. Er rechnet damit, dass ihm der Stürmer noch ein halbes Jahr fehlen wird, bis er ihn wieder einsetzen kann. Er war bis zu seiner Verletzung in der SFN-Offensive gesetzt. Auch, weil mit Simon Bukowski ein leistungsstarker Angreifer lange ausfiel.

Entwicklung erstaunt den jungen Stürmer selbst

Die Entwicklung des 24-Jährigen freute Margref, gleichzeitig erstaunte sie ihn. Denn noch in der Saison 2016/17 war Golz in der Kreisliga A auf Torejagd, schaffte mit TUSEM Essen den Aufstieg in die Bezirksliga. Dann folgte 2018 der Wechsel nach Niederwenigern, die Sportfreunde schafften den Sprung in die Oberliga. Für den jungen Angreifer ging es also innerhalb kurzer Zeit drei Ligen nach oben. Und er zeigte sich bereit für das Niveau. „Er hat einen Riesensprung gemacht, es ist erfrischend, ihn spielen zu sehen“, so Margref.

Laut seines Trainers spiele Golz ohne viel nachzudenken, was ein Vorteil sei. Dabei agiere er mutig. „Er hat ein überragendes Timing beim Kopfball“, lobt Margref, außerdem könne er gut Bälle festmachen. Es gebe aber noch einige Sachen, die er verbessern kann, etwa das Passspiel. Golz selbst sah sich bislang immer als „vernünftigen Bezirksligafußballer“, und hatte selbst nicht damit gerechnet, so gut mithalten zu können. „In den vergangenen vier Jahren bin ich jedes Jahr eine Liga aufgestiegen. Das ist nicht normal.“

Trainer Jürgen Margref bedauert seinen Spieler

„Die Verletzung tut mir unheimlich leid für ihn. Es ist ein harter Schlag und man weiß, dass man lange ausfällt. Man kann nichts erzwingen und braucht Geduld, was gar nicht so einfach ist. Aber ich denke, Max wird damit fertig“, ist Margref zuversichtlich, der selbst früher mal einen Kreuzbandriss hatte. Auch der Sportliche Leiter, Christopher Weusthoff, wünscht sich, ihn in der nächsten Saison wieder spielen zu sehen, sollte die Zusage kommen.

Operiert wurde Golz Anfang Januar und liegt gut im Rehaplan. „Ich arbeite mit meinem Physio an dem Plan meines Arztes und das Schöne ist, dass wir diesem mittlerweile ein paar Wochen voraus sind“, erzählt der Student. Sein großes Ziel ist es, die erste Einheit der Vorbereitung auf die neue Saison mitzumachen, um für den ersten Spieltag wieder eine Alternative zu sein. Möglicherweise kann er schon bald die erste Laufeinheit absolvieren. „Das kläre ich aber mit meinem Arzt noch einmal ab“, möchte der Fußballer sichergehen.

Geregelte Trainingswoche fehlt Golz

Seiner Mannschaft aktuell nicht helfen zu können, sei ein unschönes Gefühl. „Ich habe anfangs aber gedacht, dass es mir noch schwerer fallen wird. Was ich eher vermisse, ist die Trainingswoche und die Zeit mit den Jungs, der geregelte Ablauf“, gibt er zu. Sturmkollege Bukowski kämpft sich derweil wieder zurück, was Golz motiviert. „Ich sehe, wie er sich da vorne in jeden Zweikampf haut. Das macht Mut, dass man nach einer längeren Verletzung wieder zurückkommen kann, wenn der Kopf mitmacht“, sagt der Essener, der über seine Entwicklung auf dem Feld erstaunt ist.

Dabei ist er vom schneller Außenstürmer zum durchsetzungsstarken Mittelstürmer geworden. „Wenn ich mich dran erinnere, dass ich in der Kreisliga fast keinen Zweikampf gewonnen habe, ist das mittlerweile mein Steckenpferd geworden. Ich habe meine Spielweise geändert. Natürlich sind die Tore überall gleich groß. In der Oberliga macht es aber mehr Spaß, zu treffen.“

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