Fußball Kreisliga A

Hiddinghauser FV lebt Gemeinschaft statt von viel Geld

Roberto Balbo (l.) ist einer der Spieler, die dem Hiddinghauser FV sehr verbunden sind und schon über Jahre im Verein spielen.

Roberto Balbo (l.) ist einer der Spieler, die dem Hiddinghauser FV sehr verbunden sind und schon über Jahre im Verein spielen.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Es gibt die kleineren Vereine, die weniger Mittel als die Konkurrenz haben. Das Budget ist gering, die Bemühungen groß. Ein Beispiel ist der HFV.

Die Fußballvereine haben sich weitestgehend für die neue Saison aufgestellt, was in der Corona-Zeit für viele nicht einfach war. Gerade für die kleineren Klubs ist es ohnehin schwierig, konkurrenzfähig zu bleiben. Der Hiddinghauser FV etwa hat einige Zugänge bekommen, obwohl er nicht die Mittel hat, wie andere erste Mannschaften in der Kreisliga A. Ein Beispiel.

Trainer Frank Dichtiar ist froh, dass er eine Mannschaft zusammen hat, die in der Liga wieder ähnlich gut wie im Vorjahr abschneiden soll. Da war es am Ende Platz sieben. „Wenn wir nächste Mal auf Platz fünf landen, ist das schon ein riesiger Erfolg und noch einen Platz höher könnten wir schon feiern wie eine Meisterschaft“, sagt er. Denn er sieht um sich herum Vereine, die vor allem finanziell mehr Möglichkeiten hat, wenn es um die Kaderplanung und Ambitionen geht.

Keine Amateurverträge möglich

„Da können wir als kleiner Verein einfach nicht mithalten, den Spielern nicht das bieten, was andere machen. Und trotzdem gelingt es uns, ein Team zusammenzubekommen, was seine Arbeit ordentlich macht und Qualität hat“, ist der HFV-Trainer überzeugt. Das Budget sei begrenzt. Hiddinghausen können keine Spieler kaufen oder einen Amateurvertrag anbieten. Der beginnt monatlich bei einer Aufwandsentschädigung von mindestens 250 Euro, diese Summe ist festgelegt, der Spieler dann angestellt.

Der Vereinsvorsitzende, Magnus Braam, bestätigt die begrenzten finanziellen Mittel und betont: „Wir wollen gar nicht so stark finanziell aufgestellt sein, wenn wir die Möglichkeit haben.“ Das mag den einen oder anderen verwundern. Doch in Hiddinghausen legen sie Wert auf Gemeinschaft und enge Bindung zum Verein. „Davon leben wir und auch von der ehemals guten Jugendarbeit, die uns Eigengewächse hinterher wieder zurückgebracht hat“, freut sich Braam. Denn beim HFV gibt es nur jüngere Jugendteams.

Spieler fühlen sich wohl beim Hiddinghauser FV

Zur Albringhauser Straße, wo der Verein auch seinen Kunstrasen zusammengespart hat, kommen diejenigen zurück, die dort groß geworden sind oder in Hiddinghausen wohnen. „Die Jungs fühlen sich bei uns wohl und haben Bock auf Fußball. Wir investieren daher in die Mannschaft und nicht in Einzelspieler“, so Braam. Er ist stolz, dass sich Spieler, die auch höher als in der Kreisliga spielen könnten, trotzdem für den HFV entscheiden. Und es gibt auch noch eine Reservemannschaft mit rund 25 Kickern, dazu das Altherren-Team.

In der ersten Mannschaft spielen Fußballer, die auch aus der Kreisliga B kommen, wo der Verein zwischendurch einige Saisons spielte oder wo Spieler zuletzt noch aktiv waren. Der Trainer musste nämlich bisschen umstellen, da Ex-Kapitän Ferry Hoppe den Verein nach neun Jahren in Richtung Silschede verließ. „Das tat schon weh“, so Dichtiar, der vermutet, dass die Konkurrent eben auch bessere Mittel zur Verfügung hat.

Viele Spieler wollen gar keine Aufwandsentschädigung

In Hiddinghausen gebe es viele Spieler, die gar keine kleine Aufwandsentschädigung haben möchten. Dichtiar nennt etwa den torgefährlichen Angreifer Antonio Exposito. „Die Jungs wollen einfach Fußball spielen, sie haben ja einen Job, in dem sie Geld verdienen. Aber so etwas ist selten, man muss solche Spieler schon rauspicken, je höher man spielt“, weiß der Trainer, der seit rund 30 Jahren in der Szene unterwegs ist und ein Netzwerk hat.

Er selbst erhält, wie es üblich ist, vom Verein eine kleine Aufwandsentschädigung. „Als Trainer zeigt er einerseits, wie Fußball geht und vermittelt unseren Spielern Spaß. Zudem hat Frank unheimlich viel Verstand von der Materie und reist selbst ein Stück weit an. Er weiß, welches Spielerprofi wir suchen und ist hinter den Kulissen sehr bemüht“, begründet Braam.

Netzwerk von Frank Dichtiar hilft dem Verein

Über das Netzwerk des Trainers kam Zugang Fatmir Schala, mit dessen Bruder Dichtiar früher zusammen kickte. „Ich kenne sie gut. Fatmir ist fußballverrückt und möchte spielen. Er bekommt zum Beispiel etwas Fahrgeld, weil er von Hagen aus anreist. Viel mehr lässt unser Budget nicht zu.“ Ein Problem, was viele kleine Vereine kennen und ohne große Mittel dennoch ihre Kader immer wieder aufs Neue zusammenstellen.

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