Handball-Interview

Dirk Hille: „Jeder Spieler bekommt eine neue Chance“

Zuletzt trainierte Dirk Hille die Frauen des TuS Bommern in der Landesliga. Jetzt ist er der neue Linienchef beim Bezirksligisten DJK Westfalia Welper

Zuletzt trainierte Dirk Hille die Frauen des TuS Bommern in der Landesliga. Jetzt ist er der neue Linienchef beim Bezirksligisten DJK Westfalia Welper

Foto: Biene Hagel

Der 53-Jährige Ex-Coach der Landesliga-Damen des TuS Bommern übernimmt zur kommenden Saison den Bezirksligisten DJK Westfalia Welper.

Als die Mauer gefallen war kam Dirk Hille im Jahr 1990 in den Westen. Zuvor hatte er in der 1. Liga der DDR für den ASK Vorwärts Frankfurt (Oder) Handball gespielt, war sogar Nationalspieler. In der Bundesrepublik ging er zunächst für den LTV Wuppertal in der 2. Bundesliga auf das Parkett, später auch für Bayer Leverkusen und den WSV Wuppertal. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere betreute unter anderem er den TV Cronenberg als Trainer in der Oberliga, später den TuS Bommern in der Verbandsliga und zuletzt die Damen der Bommeraner in der Landesliga. Zur kommenden Saison übernimmt er den Landesliga-Absteiger DJK Westfalia Welper. Im Interview spricht der 53-Jährige über seine neue Aufgabe.

Herr Hille, Sie werden neuer Trainer in Welper. Wie kam der Kontakt zu Stande?

Dirk Hille: André Bauer (2. Vorsitzender bei der DJK, Anm. d. Red.) war schon beim TuS Bommern mein Mentor. Er hat mich gefragt, ob ich hier Trainer werden möchte.

Welper ist in die Bezirksliga abgestiegen. Was für ein Team haben sie vorgefunden?

Dirk Hille: Ein Abstieg ist immer ein gravierender Einschnitt, gleichzeitig ist es aber auch eine Chance für einen Neuanfang. Wir haben viele junge, ehrgeizige Spieler in der Mannschaft. Gespickt mit der nötigen Erfahrung wollen wir hier wieder etwas aufbauen.

Einige Spieler wie Manuel Maerz, Kris Jasinski oder Tony Zimmermann verlassen den Verein. Wird es noch Zugänge geben?

Wir sind auf der Suche nach Verstärkung, vor allem, um uns in der Breite noch besser aufzustellen. Die ist nämlich noch nicht so vorhanden. Aber die Spieler die da sind werden auch die Möglichkeit bekommen, in die Bresche zu springen und sich zu empfehlen. Ein neuer Trainer bedeutet auch, dass jeder Spieler eine neue Chance hat, sich zu zeigen. Auch die Jugendspieler und die aus der zweiten Mannschaft werde ich mir anschauen.

Welche Art von Handball wollen Sie mit ihrer Mannschaft denn spielen lassen?

Heutzutage entscheidet vor allem die Leistung in der Abwehr über Sieg oder Niederlage. Deshalb wollen wir dort stabil stehen und dann mit Tempohandball die Gegenstöße fahren. Und im Angriff soll konzeptionell gespielt werden.

In der vergangenen Saison ist das Team oftmals in der zweiten Halbzeit eingebrochen. Wie wollen Sie da gegensteuern?

Die Vorbereitung wird enorm wichtig. Da gilt es, konditionelle Grundlagen zu legen, um im Spiel wieder länger gegenhalten zu können.

Gerade die Trainingsbeteiligung war zuletzt kritisiert worden. Ist das ein Problem?

Beim ersten Treffen mit der Mannschaft werde ich das klar ansprechen. Wenn man unter der Woche nicht trainiert, wird es schwer, am Wochenende eine gute Leistung zu bringen. Ich kann der Mannschaft nicht am Spieltag erklären, wie wir Handball spielen wollen. Die Trainingsbeteiligung und die Einstellung bei den Spielern muss stimmen.

Sie haben in der Ober-, Verbands- und Landesliga trainiert. Welper ist Bezirksligist. Wann geht es wieder hoch in die Landesliga?

Das ist natürlich das Ziel, aber planen kann man so etwas nicht. Zunächst müssen wir daran arbeiten, uns zu stabilisieren. Der Erfolg stellt sich dann von ganz alleine ein. Wenn wir die vorhandenen Lücken geschlossen haben, werden wir an unseren Stärken arbeiten. Einen konkreten Tabellenplatz haben wir aber noch nicht im Visier.

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