Frauenfußball

Zehnerinnen-Trainer Kunze: „Absprache muss besser werden“

Wie hier nach dem Kreispokalfinale, wollen die Zehnerinnen auch in der kommenden Landesligasaison wieder jubeln.

Wie hier nach dem Kreispokalfinale, wollen die Zehnerinnen auch in der kommenden Landesligasaison wieder jubeln.

Foto: Fabian Sommer

Hohenlimburg.  Die Fußballerinnen des SV Hohenlimburg 10 starten am Sonntag in die Saison. Trainer Justin Kunze über Verstärkung, Vorbereitung und Aufstieg.

Justin Kunze hat im vergangenen Winter die erste Fußball-Frauenmannschaft des SV Hohenlimburg 1910 übernommen, die zu dem Zeitpunkt als Westfalenliga-Aufsteiger auf dem absteigenden Ast war. Trotz einer sehr guten Rückrunde konnte der direkte Wiederabstieg nicht vermieden werden, so dass die Zehnerinnen am kommenden Sonntag in der Landesliga starten. Justin Kunze spricht im Interview über den aktuellen Stand der Vorbereitung, sein neues Spielkonzept und die Ambitionen in dieser Saison.


Herr Kunze, wie lief die Vorbereitung bisher?
Justin Kunze: Ich finde, dass sie ziemlich gut lief. Aber die Hälfte der Mannschaft war lange im Urlaub, ich habe kein einziges Spiel mit meiner Mannschaft gehabt. Es haben immer welche aus der Reserve oder aus der Jugend ausgeholfen. Ich habe fast eine Startelf, die fit ist, aber die anderen zehn Mädels, die ich auch brauche, die sind nicht fit. Die muss ich jetzt erstmal an das Leistungsniveau heranführen. Da schauen wir auch mit Tests, wo genau die stehen. Das andere Manko ist, dass die auch die taktische Arbeit nicht mitbekommen haben.


Haben Sie ein neues Spielkonzept auf Lager?
Das ganze Mannschaftsgefüge muss das Verteidigen lernen. Das heißt nicht, dass wir hinten drin stehen wollen. Aber wir müssen im Kollektiv lernen, besser zu verteidigen. Wir hatten letzte Saison oft das Problem bei Kontern. Da muss die Absprache zwischen den Reihen besser klappen. Wir wollen nicht wie ein Stier auf das rote Tuch gehen, aber einfach in vielen Aktionen cleverer agieren und den Raum enger machen. Jeder kann mit ein paar Verbesserungen dazu beitragen, dass wir besser verteidigen und daraus auch schnell Torchancen erspielen. Das hat zuletzt gegen höherklassige Teams schon ganz gut geklappt.


Wird für die Landesliga anders trainiert?
Ich habe das Programm noch etwas verschärft. Das Wichtigste ist, dass wir ein Team bilden. Als ich letzten Winter angefangen habe, war das ein chaotischer Haufen. Jetzt müssen wir außerhalb und auf dem Platz zusammenarbeiten. Wichtig ist auch, einen guten Fitnessstand zu erreichen. Wenn jemand das Tempo nicht mitgehen kann, ergeben sich Lücken und das schadet dem ganzen Team – jede Spielerin muss mitziehen.


Obwohl es eine Klasse tiefer ist, werden die Fahrten teilweise wieder sehr weit. Stört Sie das?
Ich glaube wir haben relativ nahe Fahrtziele, unsere Bezirksliga-Truppe hat da längere Auswärtsreisen. Herne, Drolshagen und Gelsenkirchen-Buer sind die weitesten Fahrten, das hält sich noch im Rahmen. Dafür müssen wir nicht nach Siegen. Natürlich spielt man lieber um die Ecke, aber das stört mich nicht. Aber die Mädels hat das natürlich etwas gestört, da ist man nicht so frisch wie bei einem Heimspiel.


Mussten Sie Abgänge verkraften?
Unsere „10“, Meltem Coskan, hat aufgehört, Fußball zu spielen. Die hatte ein feines Füßchen, das tut schon weh. Cecil Kaiser hat auch erstmal eine Pause eingelegt – die ist noch jung und sehr talentiert. Einige konnten wir überreden, bei uns zu bleiben. Die paar Abgänge haben wir aber ganz gut kompensiert.
Inwiefern haben Sie das Team verstärkt?

Wir haben einige junge Mädels dazubekommen wie Celine Dresbach und Viktoria Hellweg aus Bochum oder Sabrina El Aissati aus Freudenberg, die letztes Jahr in die Westfalenliga aufgestiegen ist. Dazu Angeline Ziehm von Borussia Dröschede. Mirlinda Qerimi ist aus der Jugend hochgekommen. Anna-Lena Mankel spielt eigentlich auch noch in der B-Jugend, springt aber zwischen den Mannschaften. Insgesamt ist das schon eine sehr junge Truppe.


Ist der direkte Wiederaufstieg Pflicht?
Pflicht würde ich nicht sagen, weil wir eine relativ junge Truppe haben, aber drin ist es allemal. Wir wollen erstmal eine gute Hinrunde bestreiten, damit wir zur Rückrunde den Anschluss an die Spitze haben. Wir müssen auch die Personallage im Auge behalten. Letztes Jahr sind wir nicht gut gestartet und haben die Hinrunde verschlafen, das will ich als Beispiel nehmen, wie man es nicht macht. Teams wie Dröschede oder FC Iserlohn sind bestimmt unsere größten Konkurrenten.

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