Fußball

SSV Hagen: Trainer Dieter Iske sieht „Herkulesaufgabe“

Viel Arbeit wartet auf den neuen Trainer Dieter Iske, hier im Zwiegespräch am Spielfeldrand mit Luan Tavares, bei Fußball-Bezirksligist SSV Hagen

Viel Arbeit wartet auf den neuen Trainer Dieter Iske, hier im Zwiegespräch am Spielfeldrand mit Luan Tavares, bei Fußball-Bezirksligist SSV Hagen

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Seit zwei Spielen ist Dieter Iske Cheftrainer bei Fußball-Bezirksligist SSV Hagen. Er sieht am Höing eine „Herkulesaufgabe“.

Den TuS Wengern führte er von der Kreisliga bis an die Landesliga-Spitze, auch mit dem SC Obersprockhövel schaffte er danach den Sprung in die siebthöchste Fußball-Klasse. Und den SC Berchum/Garenfeld etablierte er zuletzt viermal in der Bezirksliga-Spitzengruppe, ehe er dort im Sommer von Fabian Kampmann abgelöst wurde. Beim Ligarivalen SSV Hagen dagegen hat Dieter Iske als neuer Cheftrainer nun eine Aufgabe übernommen, die statt mit Titel - eher mit permanentem Abstiegskampf zu tun hat. Nach dem bitteren 0:6 im Lokalderby gegen den zuvor ebenfalls noch sieglosen FC Wetter sprach die WP mit dem erfahrenen Fußballlehrer aus Witten.

Hallo Herr Iske, das war Ihr zweites Spiel als SSV-Cheftrainer nach dem 0:0 zum Auftakt beim SC Hennen. Was ist gegen den FC Wetter schief gegangen?

Dieter Iske In der letzten Woche haben wir ganz anders gespielt. Und gegen den FC Wetter war die erste halbe Stunde ja noch ausgeglichen, wir hatten sogar ein kleines Chancenplus. Dann waren wir zweimal in der Abwehr einen Tacken zu langsam, das hat Wetter ausgenutzt. Und am Ende war es schon ein kleines Debakel, das muss man zugeben, da haben wir uns aufgegeben.

Woran hat das gelegen?

Die Jungs haben ja mehr als ein Dreiviertel-Jahr nicht mehr gewonnen (zuletzt mit 2:1 am 28. Oktober 2018 beim FC Wetter, die Red.), denen fehlt ein Erfolgserlebnis. Wenn dann ein, zwei Tore gegen uns fallen, dann ist das für sie gleich eine Vorentscheidung im Kopf. Sie brauchen dringend ein Erfolgserlebnis. Im Training knallen die aus allen Lagen aufs Tor und treffen, im Spiel klappt das nicht.

Die personelle Lage ist auch nicht so berauschend, am Ende standen vier A-Jugendliche auf dem Platz. . .

Wir haben ja auch ein paar Talente in der A-Jugend. Aber wenn ich dann Co-Trainer Idrissa Coulibaly mit seinen 46 Jahren in die Innenverteidigung stellen muss, sagt das ja alles. Wenn ich andere Möglichkeiten gesehen hätte, hätten wir das nicht gemacht.

Was können Sie jetzt versuchen zu verändern?

Da kommt eine Menge Arbeit auf mich zu, das sieht man ja. Man muss versuchen, über den Kopf zu kommen, mit Einzelbetreuung der Spieler. Da ist so viel notwendig, da könnte ich hier fast eine Couch aufstellen.

Aber dass das beim SSV Hagen nach Landesliga-Abstieg und einem Start mit fünf Niederlagen keine einfache Aufgabe werden würde, war ihnen schon bewusst oder?

Das ist schon eine Herkulesaufgabe, das war mir klar. Ich habe mir ja vorher ein paar Spiele der Mannschaft angesehen. Aber ich arbeite gern mit jungen Spielern zusammen, die gibt es hier ja. Und ich hoffe, dass wir uns irgendwie in die Winterpause retten und bis dahin noch einige Punkte holen können. Und dass dann die ein oder andere Verstärkung kommt.

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