Phoenix Hagen

Phoenix Hagen verliert  Drama in  sechs Akten

Eine entscheidende Szene: Hanaus Chris Brady (li.) fordert das unsportliche Foul gegen Jonas Grof, der Schiedsrichter zeigt zunächst ein normales  Foul an. Nach kurzer Beratung entscheiden die Referees doch auf unsportlich.

Foto: Jörg Laube

Eine entscheidende Szene: Hanaus Chris Brady (li.) fordert das unsportliche Foul gegen Jonas Grof, der Schiedsrichter zeigt zunächst ein normales Foul an. Nach kurzer Beratung entscheiden die Referees doch auf unsportlich. Foto: Jörg Laube

Hagen.   Vier Spielviertel reichten nicht, um einen Sieger zu küren: Erst nach der zweiten Verlängerung unterlag Phoenix Hagen in Hanau mit 99:102.

Vier Spielviertel reichten nicht, um in diesem Spiel einen Sieger zu küren, auch eine Verlängerung nicht. Es war ein Drama in sechs Akten in der Hanauer Main-Kinzig-Halle, in dem sich Basketball-Zweitligist Phoenix Hagen erst in der zweiten Extrazeit mit 99:102 (45:46, 80:80, 89:89) bei den Hebeisen White Wings geschlagen geben musste. „Das war Samstagabend-Unterhaltung vom Feinsten“, meinte Phoenix-Coach Kevin Magdowski nach einem nervenaufreibenden Duell, „nur leider mit einem unfreundlichen Ende für uns.“ Denn am Ende beider Verlängerungen kassierten die Gäste zwei Hanauer Wirkungstreffer ins Mark: Zunächst rettete Chris Brady die Gäste mit der Sirene in die zweite Verlängerung, dort gelang Luquon Choice vier Sekunden vor Schluss der Sieg bringende Dreier.

Die gut 150 nach Hanau mitgereisten Phoenix-Fans hatten das richtige Gespür. Mit gelben Schutzhelmen, Warnwesten und Plastikhämmern ausgestattet unterstützten sie ihr Team, auf das in der Tat harte Arbeit zukam. Zwar gelangen den Gästen durch Dominik Spohr und Derreck Brooks die ersten drei Dreier zum 9:7 (3. Minute), nach dem 13:11 (4.) fanden aber die vom herausragenden Till-Joscha Jönke angeführten Hanauer ihren Rhythmus. Die Hagener dagegen verloren defensiven Zugriff und Konzentration, Und sie ergaben zahlreiche Freiwurfchancen, trafen insgesamt von 26 Versuchen nur jeden zweiten, was sich später rächen sollte. Bis auf 30:42 (16.) setzte sich Hanau ab, auch weil Spohr schon in der 13. Minute sein drittes Foul kassierte und bis zur Pause auf der Bank blieb. Für den Kapitän übernahmen aber andere Verantwortung. David Godbold etwa, der bis zur Pause schon zehn Punkte erzielt hatte, oder Jannik Lodders, der einen Hagener 15:2-Lauf per Dreier mit der Sirene zum 45:46-Pausenstand krönte.

Herrera spielt 48 der 50 Minuten

Wieder setzte sich danach zunächst Hanau ab, weil Christian von Fintel drei Dreier in Serie traf. Erst nach dem 56:67 (29.) kam die nächste Aufholjagd der Gäste. Beim 74:75 brachte Spohr sein Team heran (36.), zum 78:78 glich der - bis auf sechs vergebene Freiwürfe - starke Alex Herrera, der 48:19 der 50 Minuten auf dem Parkett stand, aus. Und nach Jönkes erneuter Hanauer Führung brachte Jonas Grof Phoenix mit dem 80:80 acht Sekunden vor Schluss in die Verlängerung, weil Herrera den letzten Jönke-Versuch abblockte.

Hier schienen nun endgültig die Hagener die besseren Karten zu haben. 46 Sekunden vor Ende traf Grof, dem der flinke Chase Adams so manches Mal den Ball stahl, zum 89:86. Im nächsten Angriff zog der Phoenix-Spielmacher wieder zum Korb, verpasste aber - und stoppte Jönke sieben Sekunden vor der Sirene per Foul. Nach längerer Beratung entschieden die Referees zum Entsetzen der Gäste auf unsportlich, nach Jönkes Freiwürfen hatte Hanau so auch noch Ballbesitz. „Das darf man niemals als unsportliches Foul werten“, ärgerte sich Magdowski, „letztlich hat dies das Spiel entschieden.“ Denn nach Jönkes 89:87 traf Brady mit der Sirene zur zweiten Verlängerung.

Dort kehrte Phoenix zwar immer wieder zurück, letztmals bei Godbolds Dreier zum 99:99 20 Sekunden vor Schluss. Doch dann traf Choice - und die Hagener hatten keine Antwort mehr, da der letzte Verzweiflungswurf des offensiv erneut blassen Brooks nur auf dem Ring landete. Die „Bauarbeiter“ im Phoenix-Fanblock feierten ihr Team dennoch, es hatte harte Arbeit abgeliefert. „Kämpferisch war das eine Wahnsinnsleistung, wir haben mehrfach das Spiel gedreht“, würdigte auch Coach Magdowski, der die offensive Variabilität in seinem Team hervorhob: „Wir hatten sieben Spieler, die in kurzen Momenten heiß gelaufen sind.“ Nur die beiden entscheidenden Momente gehörten Hanau.

Hebeisen White Wings Hanau - Phoenix Hagen 102:99 n.2. V. (46:45, 80:80, 89:89)

Hebeisen White Wings Hanau: Adams (12, 7 Assists, 3 Steals), Jacko (4), Albrecht (9, 2/2 Dreier), Eichler (8, 1/8 Dreier), Jönke (32, 9 Assists, 10 Rebounds), Choice (10), Long (11), Brady (14, 12 Rebounds).

Phoenix Hagen: Günther, Hollersbacher (1), Aminu (10, 2/5 Dreier), Lodders (6, 2/3 Dreier), Spohr (21, 5/8 Dreier, 7 Rebounds, 5 Assists, 3 Steals), Grof (15, 1/7 Dreier, 6 Assists, 5 Ballverluste), Godbold (15, 3/6 Dreier, 7 Rebounds), Brooks (6, 2/6 Dreier), Baumann (2), Herrera (23, 14 Rebounds, 3 Blocks).

Spielviertel: 29:20, 17:25, 23:17, 11:18. Verlängerungen: 9:9, 13:10.

Teamstatistik: 42:45% Wurfquote, 11/29:16/39 Dreier, 17/20:13/26 Freiwürfe, 48:51 Rebounds,27:24 Assists, 8:6 Steals, 10:14 Ballverluste, 1:4 Blocks.

Zuschauer: 1107.

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