Rudern

Herdecker Johannes Weißenfeld bereitet sich auf Ruder-WM vor

Der Deutschlandachter trainiert in München-Oberschleißheim an der Schnelligkeit. Vor der WM nimmt die komplette Nationalmannschaft auf der Olympia-Regattastrecke den letzten wettkampfspezifischen Feinschliff vor. 

Der Deutschlandachter trainiert in München-Oberschleißheim an der Schnelligkeit. Vor der WM nimmt die komplette Nationalmannschaft auf der Olympia-Regattastrecke den letzten wettkampfspezifischen Feinschliff vor. 

Foto: Felix Kannengießer

Herdecke/Linz.  Bei dem Herdecker Ruderer Johannes Weißenfeld steigt die Nervosität vor der Weltmeisterschaft in Linz. So bereitet er sich auf die WM vor.

Es ist der Saisonhöhepunkt für den Herdecker Ruderer Johannes Weißenfeld und den Deutschlandachter, dafür haben sie in den vergangenen Monaten hart trainiert: am Sonntag, 25. August, beginnt die Ruder-Weltmeisterschaft in Linz-Ottensheim. „So langsam steigt die Nervosität“, sagt Johannes Weißenfeld, der am Mittwoch in Österreich angekommen ist, und sich auf die WM vorbereitet. „Wir kommen gerade aus dem zweiten Trainingslager in München und sind noch etwas im Trainingsmodus. Da dauert es ein bisschen, bis sich so richtig das WM-Feeling einstellt. Aber die Anspannung baut sich jetzt auf und steigt von Tag zu Tag“, erklärt der Herdecker Ruderer.

Fortschritte bei der Schnelligkeit

Im ersten Trainingslager in Völkermarkt stand für die Ruderer laut Johannes Weißenfeld im Fokus, gemeinsam einen guten Nenner zu finden, die Leistungen anzugleichen und eine eigene Handschrift zu finden. Zuletzt kam die komplette Nationalmannschaft in München-Oberschleißheim zusammen und hat auf der Olympia-Regattastrecke den letzten wettkampfspezifischen Feinschliff vorgenommen. „In München standen dann andere Aspekte im Vordergrund als im ersten Trainingslager. Wir haben noch mehr an der Schnelligkeit gearbeitet“, erklärt Weißenfeld und ergänzt: „Wir haben weniger Umfänge gemacht, dafür eine hohe Intensität, hohe Frequenz und schnelle Rennen geübt. Insgesamt haben wir uns spezifisch auf die Rennen vorbereitet. Ich finde, wir haben auf jeden Fall noch mal deutliche Fortschritte gemacht, was die Schnelligkeit angeht.“

Da in München die komplette Nationalmannschaft dabei war, konnten sich Weißenfeld und seine Teamkollegen auch gegen andere Boote messen. „Das Trainingslager ist gut gelaufen. Für uns war das ja auch Neuland – mit der kompletten Mannschaft hier in München. Aber das Wetter hat mitgespielt, es gab kaum andere Boote auf der Strecke und Hotel und Umgebung waren super. Jetzt hoffe ich, dass alle ausgeruht und gesund in die WM starten“, sagt der leitende Bundestrainer Ralf Holtmeyer.

Enges Feld bei der WM

Bis zum ersten September kämpfen insgesamt 77 DRV-Athletinnen und Athleten inklusive Ersatzleuten um den internationalen Titel sowie die Qualifikation für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio 2020. 1200 Aktive aus 80 Nationen haben für die WM gemeldet – das ist ein neuer Rekord. Deutschland schickt 22 Flotten ins Rennen und ist damit zusammen mit China die drittgrößte Nation hinter den USA und Italien. Für den Herdecker Johannes Weißenfeld und das Team des Deutschlandachters geht die WM mit dem Vorlauf am Dienstag los. Sollte das Team dort den ersten oder zweiten Platz belegen, ziehen sie direkt in das Finale am Sonntag ein. „Das ist natürlich unser Ziel, wir wollen direkt ins Finale einziehen und auch dort gewinnen“, betont Weißenfeld. Sollte der direkte Finaleinzug nicht funktionieren, muss der Deutschlandachter am Hoffnungslauf teilnehmen.

Johannes Weißenfeld schätzt besonders die Briten als starke Gegner ein. „Aber auch die Neuseeländer, Niederländer oder US-Amerikaner sind sehr gut. Das wird ein sehr enges und dichtes Feld bei dieser WM“, betont Weißenfeld. Und nur die ersten fünf Plätze qualifizieren sich für Olympia, ein großer Traum für den Herdecker. Bei dem Weltcup-Rennen in Rotterdam musste das Team die erste Niederlage über die olympische 2000-Meter Distanz seit Rio 2016 hinnehmen. Doch davon lässt sich Johannes Weißenfeld nicht beeinflussen: „Im Grunde ist es dadurch sogar eher angenehmer. Wir sind nicht mehr in der Rolle der Gejagten sondern in der Rolle der Jäger. Mit uns ist auf jeden Fall zu rechnen, wir wollen gewinnen.“

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