Ausdauersport

Hagener hat bei 1000 Läufen nur einen Tag pausiert

Um den Harkort- und Hengsteysee läuft Martin Kriwett bevorzugt, jetzt hat der 49-jährige Hagener 1000 Läufe in knapp drei Jahren absolviert.

Um den Harkort- und Hengsteysee läuft Martin Kriwett bevorzugt, jetzt hat der 49-jährige Hagener 1000 Läufe in knapp drei Jahren absolviert.

Hagen.  1000 Läufe in knapp drei Jahren - und dabei nur einen Tag pausiert: Martin Kriwett nimmt an der „Daily Running Challenge“ teil.

Einmal von Berlin nach New York - und von da aus noch einen Trip zum Weißen Haus in Washington D.C. Hochgerechnet entsteht dabei eine Strecke von fast 6800 Kilometern. Was für viele schon mit dem Flugzeug eine lange Reise ist, ist Martin R. Kriwett gelaufen. Es ist nur schwer vorzustellen, wie viele Tage es dauert, bis man so viele Meter zu Fuß zurückgelegt hat. Bei Kriwett waren es genau 1000 Läufe. Um das zu belegen, hält der Hagener alles in einem Buch fest, so dass am 23. Juli diesen Jahres Gewissheit herrschte: Seit dem 10. Dezember 2016 hat er 6891 Kilometer zurückgelegt.

Angefangen hat alles im Alter von 16 Jahren. „Ich bin damals schon durch den Hagener Stadtwald geflitzt. Allerdings alles noch in unregelmäßigen Abständen“, sagt der 49-Jährige. Erst 2005 entscheidet er sich für eine Wende. „Ich wusste, dass es so nicht mehr weiter geht. Ich wollte mein Gewicht reduzieren und mich gesund ernähren“, erklärt Kriwett seine Beweggründe. Also fängt er wieder an zu laufen, Fahrrad zu fahren oder auch schwimmen zu gehen. Mit Erfolg. Innerhalb kürzester Zeit nimmt er 20 Kilogramm ab. „Das war überhaupt nicht schwierig für mich“, resümiert er und betont: „Ab da war Laufen ein fester Bestandteil in meinem Leben“.

Ab 2010 läuft der Familienvater mit einer Frequenz von vier bis fünf Läufen pro Woche. Dann wird er 2016 auf die „Daily Running Challenge“, die von einem amerikanischen Unternehmen geleitet wird, aufmerksam. So entsteht die Idee, an jedem Tag der Woche einen Lauf zu absolvieren. „Ich hatte den Wunsch, drei Monate keine Ausrede für das zu finden, was ich sportlich am liebsten tue“, beschreibt Kriwett den Anfang der Challenge. Und so nahm das Ganze wortwörtlich seinen Lauf, so dass Kriwett mittlerweile seit dem 10. Dezember 2016 an der Challenge teilnimmt. Mit dem 1000. Lauf belegt er dabei in Deutschland Platz vier und weltweit Rang 134.

Laufen als eine „Art Medizin“

Doch für Kriwett stehen solche Rankings an zweiter Stelle. „Sport ist für mich die Grundlage allen Tuns. Man muss was für seine Gesundheit tun, wenn man gewisse Dinge im Leben beeinflussen will. Insofern betrachte ich es auch als eine Art Medizin“, betont er. Neben dem Laufen achtet Kriwett sehr auf seine Ernährung. Bereits seit September 2014 ist er Vegetarier, zudem gehört seiner Routine ein täglicher Ingwertee an. Womöglich resultiert daraus, dass Kriwett in diesen drei Jahren nur einen Tag aufgrund eines Magen-Darm-Infekts nicht laufen konnte.

Beim Laufen jedenfalls verfolgt Kriwett schon lange ein Motto: „Ich bin nicht immer gut gelaunt gestartet, aber noch nie schlecht gelaunt zurückgekommen.“ Besonders zeichnet Streckenvielfalt seine Läufe aus, um die 30 Strecken hat er mit eigenen Kürzeln benannt. „Es würde mir keinen Spaß machen, jeden Tag monoton eine Strecke zu laufen. Abwechslung ist sehr wichtig, damit der Spaß nicht verloren geht.“

Teilnehmerstärkstes Team bei Läufen

Diese Abwechslung wird ihm durch seinen für Läufer prädestinierten Wohnort in Bathey erleichtert. „Ich bin direkt im Fluss- und Seegebiet oder im Ardeygebirge. So kann ich gleich vor der Haustür aus dem Vollen schöpfen“, schätzt Kriwett die besondere Lage.

Mit großem Engagement nimmt Kriwett auch an Wettkämpfen teil. Seit 2008 stellt er beim Herdecker City Lauf durchgängig das teilnehmerstärkste Team auf die Beine, dieses Jahr waren es allein 50 Läufer. Ebenfalls in diesem Jahr lief er seinen ersten Marathon in den Weinbergen von Heilbronn. 2020 plant er, bei einem 100-km-Lauf anzutreten. Und was die „Daily Running Challenge“ angeht? „Die Neugierde ist größer als das Ziel. Wo ist der Tag, an dem ich keine Lust mehr habe? Den Grund kann ich mir nicht vorstellen, deswegen weiß ich nicht, wie viele Tage da noch dazu kommen“, schmunzelt Kriwett.

Fest steht für ihn eins: „Das Laufen in der Natur gibt mir ein zeitloses, einzigartiges Gefühl so wie es schon mit 16 war.“ Am 10. August wird Kriwett 50 Jahre alt. Wenn ihm dieses Gefühl noch lange erhalten bleibt, steht in drei Jahren vielleicht Lauf Nummer 2000 an.

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