2. Bundesliga

Erster Tscheche im Hagener Basketball seit Joschko Martinek

Neuer Phoenix-Center: Adam Pechacek hat für Tschechien schon im A-Nationalteam gespielt.

Neuer Phoenix-Center: Adam Pechacek hat für Tschechien schon im A-Nationalteam gespielt.

Foto: Jörg Laube

Hagen.  Beim letzten Phoenix-Heimsieg war er auf der Gegenseite dabei. Am Samstag will Adam Pechacek mit den Hagenern gegen Favorit Chemnitz siegen.

Beim letzten Heimsieg von Phoenix Hagen war Adam Pechacek dabei. Auf der anderen Seite. Als die Hagener Zweitliga-Basketballer am 16. Dezember des letzten Jahres - bis heute am Ischeland zum letzten Mal - deutlich mit 85:63 siegten, hatte der nachverpflichtete Tscheche seinen Einstand bei Gegner Baunach Young Pikes. Neun Monate später gibt der 24-jährige Center heute sein ProA-Debüt für Phoenix, wenn um 19 Uhr die Saison in der Krollmann Arena gegen Niners Chemnitz eröffnet wird. Und setzt auf die Heim-Atmosphäre gegen den Titelfavoriten: „Sie müssen auf unserem Feld spielen, das ist ein großes Plus für uns.“

Wenn Phoenix der Coup gegen den wohl heißesten Bundesliga-Anwärter gelingen soll, muss dazu auch Pechacek - erst seit gut zwei Wochen in Hagen - maßgeblich beitragen. „Wie bei unserem Sieg in Chemnitz im Frühjahr müssen wir den Ball gegen den Druck der Niners korbnah bringen“, sagt Phoenix-Trainer Chris Harris: „Chemnitz ist bei den Innenspielern noch variabler und mobiler geworden, aber noch weniger robust.“ Da müsse sein Team mit mehr Physis Vorteile suchen. Eine wichtige Rolle also für 2,07-m-Mann Pechacek und Centerkollege Javon Baumann, wobei Harris darauf hinweist, dass auch Jonas Grof oder Jannik Lodders als Pass-Abnehmer wichtig seien. Und der Phoenix-Coach betont: „Adam ist ja nicht ausschließlich Innenspieler, er hat auch andere Stärken.“

Die zeigte Pechacek schon bei seinem ersten Auftritt im Phoenix-Trikot, als er zwei Tage nach seiner Ankunft in Hagen gegen Erstligist Gießen hochprozentig - auch aus der Distanz - traf. „Im modernen Basketball gibt es nicht mehr viele 2,18-m-Spieler, die nur am Korb agieren“, sagt der Tscheche, „die großen Jungs müssen heute auch in der Lage sein, den Fastbreak zu laufen und von außen zu werfen.“ Als Stammkraft für die Center-Position fünf geholt, wird Pechacek - in der Vorsaison viertbester Rebounder der ProA - in der Kaderliste als „Power Forward“ geführt. Und soll mit seiner Beweglichkeit, gutem Auge für den Mitspieler und Distanzwurf den kräftigeren und ausschließlich am Brett agierenden Baumann ergänzen. Pechacek: „Ich arbeite daran, noch flinker zu werden, schnellere Entscheidungen zu treffen und auch gegen kleinere Spieler verteidigen zu können.“

Der in Prag geborene Spieler, der beim italienischen Erstligisten Virtus Bologna ausgebildet wurde, ist der erste Tscheche im traditionsreichen Hagener Profi-Basketball seit Joschko Martinek (71), legendärer Center der 1974er-Meistermannschaft des SSV. Auch Pechacek spielte für sein Heimatland international, von U16 bis ins A-Nationalteam. „Vor zwei Jahren vor der Europameisterschaft war ich im Kader, bin einen Tag vorher als letzter Spieler aussortiert worden“, sagt er. Die aktuellen Erfolge des Teams mit NBA-Star Tomáš Satoranský bei der Weltmeisterschaft in China, wo man noch vor der Basketball-Supermacht USA Fünfter wurde, hat der Neu-Hagener natürlich intensiv verfolgt: „Es ist sehr wichtig für uns zu zeigen, dass der tschechische Basketball wächst und stärker wird“, sagt er, „das ist auch eine große Motivation für mich, besser zu werden.“

Kein Vertrag in Italien

Phoenix hatte im Sommer schon früh Interesse an ihm, doch zunächst war der Tscheche nicht finanzierbar. In seiner Wahlheimat Italien („Ich spreche besser Italienisch als Englisch“) hatte Pechacek einen Tryout-Vertrag bei einem Zweitligisten, der dann aber Amerikaner für die Besetzung der zwei Import-Positionen vorzog. Nach der Vertragsauflösung in Hagen mit dem verletzten US-Center Abdul Lewis wurde er sich dann schnell mit Phoenix einig. Und integrierte sich zügig. „Adam hat sich in der Kürze der Zeit super ins Team eingefunden“, sagt Coach Harris. Und Pechacek ist überzeugt: „Zwei Wochen reichen aus, um sich in die Spielsysteme, offensiv wie defensiv, gut einzufinden.“ In einer als noch stärker eingeschätzten Liga will er es direkt zeigen. „Wir sind ein Playoff-Team und ich will ein Teil davon sein“, sagt Adam Pechacek, „alle sind hungrig, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben