Kanu

Die Herdecker Regatta ist „ein Muss“ für Kanu-Klubs

Volle Kraft voraus: An diesem Wochenende messen sich mehr als 500 Kanuten dreier Nationen auf dem Harkortsee

Volle Kraft voraus: An diesem Wochenende messen sich mehr als 500 Kanuten dreier Nationen auf dem Harkortsee

Foto: WP

Herdecke.   576 Sportler aus 31 Vereinen und drei Ländern messen auf dem Harkortsee ihre Kräfte. Dass die Regatta so beliebt ist, dafür gibt es gute Gründe.

Start frei für die größte Einladungs-Regatta Nordrhein-Westfalens: An diesem Freitag gehen beim Herdecker Kanu-Club auf dem Harkortsee die ersten Boote des Wochenendes zu Wasser. Bei der 45. Rennsport-Regatta des HKC treten insgesamt 576 Athleten aus 31 Vereinen aus dem heimischen Bundesland, Niedersachsen, Belgien und Ungarn an – mehr als bei jedem anderen Kanu-Event NRWs mit Ausnahme der Landesmeisterschaften. Dafür gibt es gute Gründe – gleich mehrere Faktoren sorgen für einen besonderen Beliebtheitsfaktor der Veranstaltung im Terminkalender der Wassersportler.

Los geht es an diesem Freitag um 17 Uhr mit der Hobby-Canadier-Regatta. Sechs Kanuten steigen dabei gemeinsam in ein Boot, es gibt mehrere sechs Rennen für Herren, Damen und auch gemischte Teams beider Geschlechter. “Je mehr Boote auf dem Wasser sind, desto spektakulärer ist die Sache”, berichtet Thomas Spenner, Pressesprecher des Herdecker Kanu-Clubs.

Der HKC schickt an diesem Wochenende 14 eigene Athleten ins Rennen, die meisten Starts entfallen dabei auf den Schüler- und Jugendbereich. Mit die größten Erfolgsaussichten hat Eric Göke, der eine starke Saison fährt und sich bei der Regatta in Hamm Ende Mai die Siege über 125 Meter Kurzstrecke und 500 Meter sichern konnte. “Bei den Schülern hat er die größten Chancen”, erklärt Spenner. Doch der 14-Jährige ist nicht der einzige, für den Top-Platzierungen möglich sind. “Hanna Prehl und Janina Schnadt sind gut dabei, die sind dieses Jahr erst in den Sport eingestiegen”, berichtet der HKC-Pressesprecher von den beiden 9-Jährigen. “Vor vier Wochen sind die ihre erste Regatta gefahren. Jetzt haben sie drei Regatten hinter sich und standen beide schon auf dem Treppchen.”

Auch die erwachsenen HKCler steigen ins Boot. “Bei den Senioren haben wir den Achter-Canadier, den Mannschafts-Canadier besetzt”, so Spenner, “In so ein Mannschaftsboot steigt alles ein, was Paddeln kann, auch Ehemalige.”

Die Vorbereitungen für das Sport-Wochenende am Harkortsee laufen bereits seit Monaten. “Deutschland gleich Behördenland”, sagt Thomas Spenner und erklärt: “Das heißt, die ganzen Genehmigungen müssen eingeholt werden, der Bierwagen muss auch rechtzeitig bestellt werden. Wir bereiten uns seit Anfang des Jahres vor.” Ans Eingemachte geht es für die Herdecker Vereinsmitglieder seit Dienstag. “Da werden die Verpflegungsstände aufgebaut, die Lautsprecheranlage, am Donnerstag der Zielturm, auch die Ballonierung muss noch eingezogen werden”, erklärt Spenner.

Letzteres ist einer der Gründe für die große Beliebtheit der Herdecker Regatta. Auf dem Harkortsee markiert der HKC getrennte Bahnen für die Wettkämpfer, das gibt es in NRW sonst nur bei den Landesmeisterschaften – die wiederum das nächste Kanu-Event auf dem Terminkalender darstellen. Die Herdecker Regatta nutzen viele Klubs als letzte Vorbereitung oder Standortbestimmung für die Titelkämpfe. “Das haben andere Regatten nicht, dass die Sportler in Bahnen fahren können, das ist die optimale Vorbereitung auf die Landesmeisterschaft”, erläutert HKC-Pressesprecher Spenner.

Doch es gibt noch weitere Faktoren: Die recht zentrale Lage Herdeckes mit guter Verkehrsanbindung. die Nähe der Regatta und Übernachtungsmöglichkeiten an den Ruhrwiesen zur Innenstadt, das kulinarische Angebot. „Das Gesamtpaket Herdecke ist so stimmig, dass Vereine sagen: ‘Das ist ein Muss’“, berichtet Thomas Spenner nicht ohne Stolz in der Stimme.

Spurlos vorbei ziehen all die Aufgaben an den HKC-Mitgliedern aber nicht. „Das ist ein immenser Aufwand. Circa 15 Mitglieder laufen auf dem Zahnfleisch, insgesamt sind 70 bis 80 Mitglieder an dem ganzen Wochenende beteiligt“, berichtet Spenner.

Keine Spuren hinterlassen

Besonders wichtig ist es den Vereinsmitgliedern, einen guten Eindruck und die genutzten Plätze sauber zu hinterlassen. „Wir brauchen immer so drei, vier Tage zum aufbauen und drei, vier Stunden zum abbauen“, sagt Spenner. „Und wenn Sie Sonntagabend um 20 Uhr über die Ruhrwiesen gehen, werden Sie nicht sehen, dass eine Regatta stattgefunden hat. Wir bauen alles schnell ab, gehen über die Wiesen und sammeln den Müll ein.“ Auch die angereisten Sportler tragen ihren Teil dazu bei, verursachen wenig Schmutz und nehmen Rücksicht. „Da muss man auch den Teilnehmern ein Lob aussprechen“, sagt Spenner und fasst zusammen: „Hinterher werden wir wieder ein paar graue Haare mehr haben, aber unterm Strich werden wir am Sonntag sagen, ‘das war wieder ‘ne schöne, runde Sache.“

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