Der Volleyball-Erfolgstrainer ist zurück

Lothar Bednarz ist zurück an seiner alten Wirkungsstätte. Wie vor 30 Jahren trainiert er nun wieder die Damen der SG Boelerheide und hat auch schon ein Ziel ausgegeben: den direkte Wiederaufstieg.

Lothar Bednarz ist zurück an seiner alten Wirkungsstätte. Wie vor 30 Jahren trainiert er nun wieder die Damen der SG Boelerheide und hat auch schon ein Ziel ausgegeben: den direkte Wiederaufstieg.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Er machte den Volleyball in Hagen groß, nun ist er zurück an seiner alten Wirkungsstätte in Boelerheide: Lothar Bednarz.

Wer die heimische Sportpresse rund um die 1990er-Jahre aufschlägt, wird sicherlich überrascht sein, welchen Stellenwert Volleyball in Hagen in diesem Zeitraum hatte. Herren- und Damen-Zweitligisten waren beim Volleyball-Club Hohenlimburg (VCH) die sportlichen Aushängeschilder.

Neben dem VCH waren es vor allem Lothar Bednarz bei den Damen und Reiner Jakobstroer bei den Herren, die die Szene prägten. Und wer zum Ende dieser Volleyball-Spielzeit, also gute 25 Jahre später, die Zeitung aufschlug, der konnte schwarz auf weiß nachlesen, dass mit Lothar Bednarz einer der Macher jener Jahre wieder an eine seiner ersten Stationen zurückgekehrt ist und erneut bei der SG Boelerheide auf der Bank Platz genommen hat.

„Ich kam damals vom TV Hörde und hatte eine C-Lizenz-Trainerausbildung. Im Laufe meiner Tätigkeit in Boelerheide habe ich meine B-Lizenz gemacht“, erinnert sich Bednarz, der mit Claudia Pfleging, Irene Heidasch, Britta Schornstein, Gabi Krösch, Christine Lob, Astrid Pfeifer oder Andrea Hoppe auch noch einige Spielerinnen aus der Saison 1988/89 nennen kann. Bednarz übernahm das Team in den Niederungen der Bezirksklasse – genau dort, wo die Mannschaft auch aktuell wieder steht - und führte sie mit einer langanhaltenden Erfolgsserie bis in die Verbandsliga.

Doch eine berufliche Veränderung, die den Coach nach Bad Berleburg verschlug, beendete zwangsläufig die sportliche Erfolgsgeschichte. „Das hat mir richtig wehgetan“, so Bednarz im Rückblick. Dort übernahm er eine Männermannschaft in der Bezirksliga und wäre auch hier fast in der Verbandsliga gelandet, scheiterte aber in der Aufstiegsrelegation.

Ein Jahrzehnt später, im Jahr 2002, bedeutet dann aber eine weitere berufliche Veränderung das vorläufige Aus als Trainer, „was nach so vielen Jahren schon eine Zäsur bedeutete“, wie der aktuelle SGB-Trainer zugibt.

Ganz ohne geht es nicht

So ganz ohne Volleyball ging es aber doch nicht: so oft es ging, stand Lothar Bednarz freitags abends mit seiner Volleyball-Truppe des Schwerter Stammvereins auf dem Feld und spielte „einen ruhigen Ball“. Als Bednarz im Jahre 2010 in den Ruhestand wechselte, war klar, dass seine große Liebe und Leidenschaft wieder aufleben würde. Zunächst übernahm er beim VV Schwerte eine Mädchen-Jugendmannschaft.

Dass er sich dabei auch immer wieder mit den Landestrainern des Westdeutschen Volleyball Verbandes austauschen konnte, brachte weitere Impulse und enormes Wissen. Die Rückkehr zur SG Boelerheide war dann einer Verkettung glücklicher Umstände geschultert. Magda Weber, Leistungsträgerin bei der SGB, deren Tochter unter Bednarz in Schwerte trainiert, bat den erfahrenen Coach, seine „alte Liebe“ wieder zu übernehmen.

Dies geschah zu dem Zeitpunkt, als Ulli Fischer, sein Engagement bei den Damen aus gesundheitlichen Gründen endgültig aufgeben musste. „Das, und die alten Erinnerungen an die Erfolgsmannschaft 1991/92, die plötzlich wiederkamen, waren die ausschlaggebenden Punkte, zurückzukehren“, erklärt Bednarz, der zudem das tun kann, was er am liebsten tut, nämlich eine routinierte Mannschaft nach und nach zu verjüngen und neu aufzustellen. Die Maßnahmen, die Bednarz ergriff, waren durchaus einschneidend.

Zum einen wurde das Training sofort auf zwei Einheiten pro Woche umgestellt, zum anderen wurden zahlreiche Nachwuchskräfte rekrutiert, alle Positionen wurden neu bewertet und der Konkurrenzkampf automatisch verschärft, „schließlich ist sich die Mannschaft einig, dass das Ziel nur der sofortige Wiederaufstieg sein kann.“ Mittlerweile tummeln sich 15 Spielerinnen beim Training, und auch wenn noch nicht sicher ist, ob alle in den nächsten Monaten das erforderliche Niveau erreichen können, ist die Stimmung großartig. „Die Motivation im Training ist überragend“, hat Bednarz beobachtet.

Jede Einheit etwas neues

Dass dies für ihn nicht selbstverständlich ist, betont der Routinier immer wieder: „Es ist für mich eine Herausforderung, mit jungen Mädchen und Frauen zu arbeiten, bei denen die Jüngste 23 und die Älteste über 50 ist. Und vergessen sollte man auch nicht, dass ich schon 71 Jahre alt bin. Umso mehr spornt es mich an, jede Einheit wieder Neues einbringen zu können und die Mädchen weiterzubringen.“ Wie lange er noch in vorderster Front aktiv sein will, lässt Bednarz bewusst offen: „Ich plane nur noch in kürzeren Abständen, aber solange ich mich fit fühle, bin ich dabei.“

Sollte doch in absehbarer Zeit ein Nachfolger benötigt werden, hat der Trainer bereits vorgesorgt und Andre Weber gebeten, sein Co-Trainer zu werden. Weber beabsichtigt, eine systematische Trainerausbildung zu machen und vielleicht irgendwann die Mannschaft zu übernehmen. „Ich werde versuchen, meine Erfahrungen weiterzugeben und hoffe, dem Damenvolleyball in Hagen einen neuen Impuls zu geben.“ Die Rückkehr von Lothar Bednarz ist ein mehr als positives Zeichen.

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